Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
1523 - Die Horror-Maschine

1523 - Die Horror-Maschine

Titel: 1523 - Die Horror-Maschine
Autoren: Jason Dark
Ads
die Beine zu vertreten. Er hatte etwas anderes vor, und das würde er mit einem Ziel verbinden.
    Es war nur wichtig, dass er uns nicht entdeckte, und deshalb gingen wir sehr schnell hinter einigen Sonnenblumen in Deckung. Der Junge hatte das Ende des Gartens noch nicht erreicht. Nach zwei, drei Schritten war es so weit. Da waren wir froh, dass wir in Deckung standen, denn er drehte sich noch mal um.
    Uns sah er nicht. Ob er seine Mutter am Fenster registriert hatte, wussten wir nicht. Er wollte jedenfalls nicht mehr zurück und überwand mit einem Satz einen schmalen Zaun, der nicht mehr als kniehoch war.
    Dann lief er weg.
    Für uns wurde es Zeit, die Verfolgung aufzunehmen. Aber wir mussten verdammt achtgeben, nicht entdeckt zu werden. Für uns war der Junge der Joker, der uns zum Ziel bringen konnte.
    Es war nur zu hoffen, dass Bernie nicht irgendwo sein Fahrrad stehen hatte. Dann hatten wir das Nachsehen. Es wies nichts darauf hin. Der Junge war nach links gelaufen und lief den Gehsteig einer weiteren Wohnstraße entlang, in der allerdings ältere Häuser standen, sie konventionell gebaut waren.
    Deckung für uns gab es hier nicht. Dass sich Bernie hin und wieder umschauen würde, damit mussten wir rechnen. Zum Glück kannte er uns nicht.
    Wenn er uns sah, musste er annehmen, dass zwei Männer den gleichen Weg hatten wie er.
    »Glaubst du, dass wir richtig liegen?«, fragte Suko.
    »Bestimmt. Der will bestimmt nicht zur Schule.«
    »Es sind Ferien.«
    »Auch gut.«
    Mittlerweile hatte Bernie das Ende der Straße erreicht. Sie mündete in eine weitere, und die lag nicht mehr in einer ruhigen Gregend. Sie war viel befahren. Es war nicht leicht, sie so einfach zu überqueren.
    Das tat Hernie nicht. Aber erlief jetzt schnei ler, hielt an einer Seitenstraße an, hob den Kopf und schaute nach links.
    Wenig später hatten auch wir die Stelle erreicht. Jetzt sahen wir, weshalb der Junge in diese Richtung abgebogen war, denn das Schild wies auf einen Schrottplatz hin.
    Wir schauten uns an.
    »Das ist es doch!«, sagte Suko.
    Ich nickte. »Genau, das ist es…«
    ***
    Die HorrorMaschine hockte in ihrem Versteck. Sie wusste, dass alles geklappt hatte. Der Kontakt mit Bernie war zustande gekommen, und der Junge würde ihn besuchen.
    Der Junge war wichtig für das Monster, denn er kannte sich in dieser Welt viel besser aus und würde ihm dabei helfen, die richtigen Zeichen zu setzen.
    Es war ziemlich warm in der Wellblechhöhle geworden. Ein normaler Mensch hätte es kaum ausgehalten. Das war bei Monty anders. Für ihn gab es weder Hitze noch Kälte. Dafür bereitete ihm etwas anderes Sorgen. Schon vor Kurzem hatte er die Schrittgeräusche wahrgenommen. Sie waren dann verstummt, aber etwas später erneut aufgeklungen. Er hörte auch eine raue Männerstimme, die etwas in eine bestimmte Richtung schrie, was der Lauscher nicht verstand.
    Kam der Mensch näher?
    Monty wollte nicht entdeckt werden. Und wenn doch, dann würde er so handeln, wie er es als virtuelle Gestalt in dem Video-Spiel getan hatte.
    Der Mann kam wieder näher. Seine Laune hatte sich gebessert, denn er pfiff ein Lied vor sich hin.
    Der Ableger des Teufels schaute durch eine Lücke. Er sah den Arbeiter jetzt. Der Mann trug dicke Handschuhe, mit denen er die scharfen Blechteile anfassen konnte, ohne sich zu verletzen. Auf dem Kopf saß ein Helm. Er trug einen Overall, ansonsten war sein Oberkörper frei, über den schmale Schweißbäche rannen.
    Tatsächlich blieb er vor dem Wellblechhaufen stehen. Er sprach einige Worte mit sich selbst, schlug die Hände gegeneinander wie zu einem Startschuss, bückte sich und schaffte das erste Stück Wellblech zur Seite. Noch hatte er die Horror-Gestalt nicht entdeckt, denn sie hatte sich tief geduckt.
    Der Mann fasste nach dem zweiten Teil. Er hob es an, schleuderte es zur Seite, Dann hatte er freie Sicht und sah das Böse!
    Sein Gesicht veränderte sich. Er wollte zurückgehen, was er aber nicht schaffte. Das große Blechteil rutschte ihm aus den Händen. Er hatte nur noch Augen für die Gestalt, die es so eigentlich gar nicht geben durfte.
    Sie hockte auf dem Boden, sie war ein schwarzer Klumpen mit einem metallischen Gesicht und roten Augen.
    Monty erhob sich.
    Der Mann vor ihm riss die Augen weit auf, er öffnete auch den Mund. Es war klar, dass er schreien würde.
    Monty konnte das nicht zulassen. Er handelte wie in dem verdammten Spiel.
    Von zwei Seiten gleichzeitig schlug er zu. Und von beiden Seiten erwischten die

Weitere Kostenlose Bücher

Goethe war’s nicht
Goethe war’s nicht von Frank Demant
Die Nibelungen neu erzählt
Die Nibelungen neu erzählt von Michael Köhlmeier