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1513 - Gier nach Templerblut

1513 - Gier nach Templerblut

Titel: 1513 - Gier nach Templerblut
Autoren: Jason Dark
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aus den Poren. Im Hals saß ein Kloß, und die Hoffnung, dass sich Corinna nur versteckt hatte, um ihn zu erschrecken, wollte gar nicht erst aufkommen.
    Der ehemalige Templer blieb in der zweiten Gartenhälfte stehen und schaute sich erneut um. Die Gewächse standen hier dichter, und auch die Oberfläche eines kleinen Teichs schimmerte. Aber es gab keine Spur von Corinna.
    »Verdammt, das kann doch nicht sein«, flüsterte er. »So etwas tut sie nicht.«
    Er wollte den gesamten Garten durchsuchen und bewegte sich wieder vor. Dann auch etwas nach links, um in die Nähe des Teiches zu gelangen. Zudem schalt er sich einen Narren, dass er die Beleuchtung nicht eingeschaltet hatte, doch jetzt zurücklaufen, um es in die Wege zu leiten, das wollte er auch nicht.
    Sie war hier.
    Sie konnte nicht verschwunden sein.
    So etwas tat sie nicht.
    Er bewegte den Kopf und schaute von einer Seite zur anderen. Auch zum Teich sah er hin. Dort stand eine kleine Figur, die Corinna mal einem Künstler abgekauft hatte. Es war eine Gestalt halb Mensch, halb Kröte, irgendwo aus dem Bereich der Fantasie.
    Sie stand auch noch dort und glotzte mit dem unförmigen Gesicht in den Teich.
    Mehr war nicht zu sehen. Oder doch?
    Er ging weiter, denn etwas war ihm schon aufgefallen. Zwischen ihm und dem Teich sah er etwas Dunkles auf dem Boden liegen. Er konnte sich keinen Reim darauf machen, lief darauf zu und stieß mit dem rechten Fuß dagegen.
    Es hatte sich weich angefühlt, und Fernand war froh, nicht darüber gefallen und im Teich gelandet zu sein.
    Er ging in die Knie, und er wusste dabei schon, wen er vor sich finden würde.
    Corinna war gestürzt. Sie lag auf der Seite und rührte sich nicht. Er fasste sie behutsam am Kopf an, strich über die Stirn hinweg, und sofort spürte er die klebrige Nässe an seinen Fingerkuppen, die nur von ihrem Blut stammen konnte.
    Das jagte seinen Herzschlag wieder hoch. Man hatte oft genug gehört, dass sich Menschen bei einem unglücklichen Fall den Kopf so verletzten, dass dies tödlich war.
    Hier auch?
    Er dachte nichts mehr. Er zitterte nur. Für seine Umgebung hatte er keinen Blick, und es dauerte seine Zeit, bis er auf den Gedanken kam, ihren Puls abzutasten. Auch jetzt war er nicht ruhig genug, um den Schlag zu spüren, zudem sprach er flüsternd mit sich selbst, wobei er die eigenen Worte nicht verstand.
    Lebte sie oder war sie…
    Hinter sich hörte er das Geräusch und sofort danach die fremde Frauenstimme.
    »Hallo, Templer. Ich freue mich, dich gefunden zu haben…«
    ***
    Fernand Bullet saß bewegungslos auf der Stelle wie ein Frosch, der darauf wartet, eine Fliege fangen zu können. Der Schock und der Schreck saßen einfach zu tief. Er atmete nicht mal und wünschte sich nur, dass alles nicht so stimmte, wie er es erlebte.
    Was hatte die Fremde in seinem Garten zu suchen? Hatte sie etwa auf Corinna gelauert?
    Die Fremde ließ ihn zunächst in Ruhe. Sein Schock sollte erst einmal abklingen, und irgendwann wurde ihm klar, dass Corinna tatsächlich noch am Leben war.
    Er stand auf. Alles ging sehr langsam. Fernand wusste, dass er sich umdrehen musste, um die Sprecherin zu sehen. Für ihn aber stand ebenfalls fest, dass er sich keinen Grund vorstellen konnte, weshalb Corinna hier vor ihm lag.
    Er wandte sich auf der Stelle um und schaute auf eine Gestalt, die selbst sehr dunkel war und sich von dem fast schwarzen Hintergrund kaum abhob.
    Fernand Bullet erschrak erneut!
    Das Bild war für ihn so irreal. Er glaubte, in einem Film eine Rolle zu spielen. Sein Gesicht zeigte eine Mischung aus Staunen und Abwehr, denn erst beim zweiten Hinsehen hatte er die fahle Haut der Fremden erkannt und die roten Pupillen in ihren Augen.
    Ihm fiel an ihr noch die dunkle Haarflut auf, die in zahlreichen Strähnen den Kopf umhing. Sie bewegte sich nicht und erinnerte ihn an ein Denkmal, das jemand kurzerhand in den Garten gestellt hatte. Das war die Frau leider nicht, sie lebte, denn sie hatte ihn angesprochen.
    Fernand wunderte sich darüber, dass er noch sprechen konnte, und flüsterte: »Was ist mit ihr?«
    »Sie lebt.«
    »Und weiter?«
    »Ich habe an ihr kein Interesse. Ich wollte sie einfach nur aus dem Weg haben.«
    »Ja, das sehe ich.«
    Ihre linke Hand zuckte. »Aber bei dir siehst es anders aus, Templer.«
    Wieder war der Begriff Templer gefallen, und da wollte er protestieren.
    »Moment mal. Moment, ich bin kein Templer mehr. Das war ich, verstehst du? Du hast dich in der Adresse geirrt, verdammt.«
    »Einmal
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