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13 - Geheimagent Lennet in der Schlangenfestung

13 - Geheimagent Lennet in der Schlangenfestung

Titel: 13 - Geheimagent Lennet in der Schlangenfestung
Autoren: Vladimir Volkoff
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trennten sich dann.
    Lennet stellte seinen Wecker auf sechs Uhr und schlief den tiefsten und erholsamsten Schlaf, den es gibt: den Schlaf eines Geheimagenten, der Urlaub hat.
    Heftige Schläge gegen die Zimmertür schreckten ihn hoch.
    »Was ist? Was gibt's? Herein!«, rief er und setzte sich im Bett auf.
    Das Licht des frühen Morgens ergoß sich über den luxuriös eingerichteten Raum. Lennet warf einen Blick auf den Wecker: Es war viertel vor sechs.
    »Ich kann nicht rein. Es ist abgeschlossen", erklang eine schüchterne, ängstliche Stimme.
    Lennet sprang aus dem Bett und schloß die Tür auf.
    Mira stand vor der Tür. Ungekämmt, leichenblaß vor Aufregung.
    »Lennet", flüsterte sie und bemühte sich, nicht in Tränen auszubrechen, »was hast du mit Edmond gemacht?«

Der Doppelgänger
    »Was willst du damit sagen?«
    »Er war um Mitternacht noch nicht in seinem Zimmer.«
    »Und was ist jetzt?«
    »Ich habe gerade bei ihm geklopft. Er antwortet nicht!«
    »Bist du hineingegangen?«
    »Das habe ich mich nicht getraut.«
    »Und wieso meinst du, daß ich...«
    »Ich weiß nicht. Du bist kein Junge wie die anderen, das spüre ich. Und wenn Edmond dich noch einmal provoziert hat...«
    »Wenn er mich provoziert hätte, hätte ich ihn ausgelacht.«
    »Ich weiß nicht. Du hast ihn ins Schwimmbecken geworfen du hättest ihn ja auch ins Meer werfen können!«
    Lennet konnte eine ungeduldige Geste gerade noch unterdrücken. Das Ertrinken schien so etwas wie eine Wahnvorstellung bei dem Mädchen zu sein. Es war ja wohl auch nicht verwunderlich, nach allem.
    »Ich gebe dir mein Ehrenwort, daß ich deinem teuren Vetter nicht ein Härchen gekrümmt habe. Wahrscheinlich ist er betrunken und muß seinen Rausch ausschlafen. Komm, wir sehen nach.«
    »Aber die Tür ist bestimmt abgeschlossen.«
    »Das macht mir nicht viel Kopfzerbrechen!« Lennet zog seinen Bademantel an und steckte sein Taschenmesser in die Tasche. So geräuschlos wie möglich gingen die beiden die drei Etagen hinab.
    »Hier ist es", flüsterte Mira.
    Lennet klopfte. Keine Antwort. Er klopfte stärker und legte das Ohr an das Schlüsselloch. Nichts. Er zog das Messer aus der Tasche: Ein Spezialinstrument, mit dem man die meisten einfacheren Schlösser aufmachen konnte...
    »Was machst du?« fragte Mira.
    »Das Schloß knacken. Ein Kinderspiel!« Und schon ging die Tür auf.
    Die beiden jungen Leute traten ein. Das Bett war leer. Das Zimmermädchen hatte es gestern aufgeschlagen, aber keiner hatte darin geschlafen.
    »Was soll ich jetzt machen?« fragte Mira und hielt sich in einem Anfall von Verzweiflung den Kopf. »Tante Germaine wird wieder sagen, ich sei schuld gewesen.«
    »Aber hör, Mira, Edmond ist erwachsen! Er ist doch kein Wickelkind mehr, das man dir als Babysitter anvertraut hat. Es kommt doch sicher öfter vor, daß er nachts nicht heimkommt!«

    »Dein Vetter ist doch k ein Wickelkind!« sagte Lennet
    »Nein, nie! Ich habe Angst, daß ihm etwas passiert ist. Bist du wirklich ganz sicher, Lennet, daß du nicht doch...?«
    »Ich habe dir mein Wort gegeben. Was kann ich denn sonst noch tun?«
    »Mir helfen, ihn zu suchen.«
    »Es wäre gescheiter, seine Eltern anzurufen.«
    »Ich habe keine Telefonnummer. Sie sind viel unterwegs.«
    »Dann also die Polizei.«
    »Nein, nein. Nur nicht die Polizei. Onkel Georges würde wütend werden, wenn die Spanier erführen, daß sein Sohn eine Dummheit gemacht hat. Er ist nämlich gerade dabei, einen besonders wichtigen Vertrag mit der Regierung abzuschließen.«
    Der Geheimagent zögerte.
    »Ich flehe dich an, Lennet, hilf mir!«
    Die grauen Augen des Mädchens waren mit Tränen gefüllt.
    Sie sahen noch größer aus als sonst.
    »Hör zu, Mira, ich werde mal eine kleine Rundfrage starten.
    Dein Edmond kann ja nicht weit sein. Aber wenn wir in ein paar Stunden nichts von ihm gefunden haben, benachrichtigen wir die Polizei. Einverstanden?«
    »Und deine Fischfahrt?«
    »Statt Sardinen zu fischen, fische ich jetzt Edmond, das ist der ganze Unterschied. Zieh dich rasch an. Wir treffen uns in der Halle!«
    Lennet rannte in sein Zimmer, schlüpfte in Jeans und T-Shirt und raste die Treppe wieder hinunter. Der Nachtportier sah ihn fragend an. So früh am Morgen kamen nur wenige Gäste.
    »Guten Morgen, Senor. Für einen Urlauber sind Sie aber früh unterwegs. Wollen Sie vielleicht zum Fischen gehen?«
    »Richtig, ich wollte zwar, aber ich bin leider verhindert.
    Könnten Sie meinen Freunden ausrichten, daß sie nicht

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