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13 - Geheimagent Lennet in der Schlangenfestung

13 - Geheimagent Lennet in der Schlangenfestung

Titel: 13 - Geheimagent Lennet in der Schlangenfestung
Autoren: Vladimir Volkoff
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hatte Lennet Mira so weit, daß sie wenigstens keine Angst mehr hatte, wenn mal der Kopf für ein paar Sekunden unter Wasser war. Das genügte fürs erste.
    Gemeinsam gingen sie zur Bar und tranken eine Limonade.
    »Trinkst du keinen Alkohol?« fragte Mira erstaunt. »Edmond bestellt immer einen Doppelten ,Scotch'. Und das läßt er dann seinem Vater auf die Rechnung schreiben.«
    »Ich bin kein Heiliger, nicht einmal ein ganz kleiner", erwiderte Lennet. »Ich trinke schon einmal ein Bier oder ein Glas Wein. Aber ich habe so ein bißchen sportlichen Ehrgeiz, und da ist Alkohol nicht gefragt, verstehst du? Man kann halt nicht alles haben im Leben, man muß wählen. Wenn einer das haben will, was man ein schönes Leben nennt, und dazu mit dreißig einen Schmerbauch, dann ist das seine Sache. Ich habe die Absicht, in Form zu bleiben.« Er wollte hinzufügen: Bei meinem Beruf ist das unumgänglich, aber dann fiel ihm rechtzeitig noch ein, daß man ja beim Verkaufen von Schreibmaschinen nicht unbedingt in körperlicher Höchstform sein muß, und schwieg.
    Gegen ein Uhr kam Edmond, der sich bis dahin nicht hatte blicken lassen, an die Bar. Er trug Blue jeans nach dem letzten Schrei und ein dazu passendes T-Shirt. Ohne die beiden zu beachten, bestellte er sich etwas zu trinken. Mira und Lennet kümmerten sich ebensowenig um ihn. Sie gingen vergnügt zum Essen in den Speisesaal. Dann trennten sie sich.
    Gegen halb fünf trafen sie sich unten am Strand wieder.
    Lennet stellte Mira seinen Freunden vom Volleyball vor. Sie spielten, badeten und machten allerlei Unsinn. Hier hatte Mira weniger Angst als im Becken. Wahrscheinlich, weil sie noch keiner ins Meer geworfen hatte.
    Als Edmond in einer Badehose aus falschem Leopardenfell an den Strand kam, rief sie: »Komm her, Edmond, mach mit. Hier sind alle ganz prima!«
    Der Junge betrachtete seine Kusine durch die undurchsichtige Sonnenbrille und erwiderte herablassend: »Laß mich in Ruhe mit deinen Kinderspielen.«
    »Du mußt ja nicht mit uns spielen. Aber wenigstens könntest du mit Lennet Frieden schließen. Er bringt mir jetzt das Schwimmen bei.«
    »Ich bin gern bereit, deinem Schwimmlehrer zu verzeihen, wenn er sich bei mir entschuldigt!« erwiderte Edmond hochnäsig.
    »Aber sofort, und sogar mit Begeisterung", rief Lennet und kam mit ausgestreckter Hand aus dem Wasser. »Vorausgesetzt natürlich, daß du dich zuerst bei Mira entschuldigst!« fügte er hinzu.
    Edmond musterte ihn von Kopf bis Fuß und wieder zurück.
    »Wenn ich dich so genau ansehe", sagte er schließlich mit verzogenem Mund, »dann habe ich den Eindruck, daß du kein Mensch bist, mit dem ich gerne umgehen möchte.«
    »Teurer Herr und Kollege, erlauben Sie mir, daß ich Ihre Gefühle aufs innigste erwidere", antwortete Lennet grinsend und machte eine übertriebene Verbeugung. Die Umstehenden lachten.
    »Du kannst den Clown spielen, solange du willst", sagte Edmond, »aber...«
    »Ich werde es doch nicht schaffen, so komisch zu wirken wie du", ergänzte Lennet.
    »Das wirst du eines Tages noch bereuen", knirschte der andere zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Er drehte sich auf dem Absatz herum und ging zum Hotel zurück. Am nächsten Tag wollten sie zum Fischfang hinausfahren, und der junge Spanier aus Malaga lud auch Mira ein. Aber sie lehnte ab.
    Lennet verstand nur zu gut, daß ihr nicht danach war, sich in einer Nußschale von einem Boot aufs offene Meer zu wagen.
    Die Teilnehmer an der Fahrt wollten sich um sieben Uhr treffen.
    Beim Abendessen verzichtete Lennet darauf, Mira an seinen Tisch einzuladen, um Edmond nicht noch mehr zu reizen. Doch als er sah, daß das Mädchen auch nach der Vorspeise allein an ihrem Tisch saß, nahm er seinen Teller und setzte sich hinüber.
    »Dein teurer Vetter hat offenbar nicht die Absicht, uns mit seiner Gegenwart zu beehren?«
    »Ich weiß nicht, was er vorhat oder tut. Vielleicht ist er mit einem Bekannten in der Bar. Wenn er wieder irgendwelchen Ärger macht, wird Onkel Georges wütend und Tante Germaine behauptet wieder, es wäre alles meine Schuld!«
    »Du brauchst ja nicht gleich so schwarz zu sehen. Denke lieber daran, daß du in einer Woche schwimmen kannst wie eine Weltmeisterin.«
    »Ich langweile mich sicher, wenn du beim Fischen bist!«
    »Bestimmt bin ich bald wieder zurück. Und dann ist immer noch genug Zeit für unseren Schwimmunterricht.«
    Nach dem Essen machten die beiden jungen Leute noch einen kurzen Spaziergang im Mondschein, und

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