Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

1295 - Der neue Sotho

Titel: 1295 - Der neue Sotho
Autoren: Unbekannt
Ads
Der neue Sotho
     
    Gefahr für die Galaxis – die Ewigen Krieger versammeln sich
     
    von Kurt Mahr
     
    Die Euphorie, mit der Zehntausende von Vironauten im Jahre 429 NGZ ihre heimatliche Milchstraße verließen, um in den zwölf Galaxien der Mächtigkeitsballung von ESTARTU das große Sternenabenteuer zu erleben, ist Mitte des Jahres 430 längst einer realistischnüchternen Beurteilung der Lage gewichen - bei denen jedenfalls, die sich ihr ungetrübtes Urteilsvermögen haben bewahren können.
    Die vielgepriesenen Wunder von ESTARTU haben ihr wahres Gesicht enthüllt - ein Gesicht, das Schrecken und tödliche Drohung ausstrahlt. Die Vironauten haben bereits Dinge erlebt, die ihrer ganzen Einstellung zuwiderlaufen. Doch sie müssen nun mitmachen, ob sie wollen oder nicht, denn sie sind inzwischen zu Rädchen in einer gewaltigen Maschinerie geworden, die von den Ewigen Kriegern gelenkt wird.
    Selbst Roi Danton und Ronald Tekener ergeht es nicht viel anders. Obwohl sie als Permitträger zu den Privilegierten der zwölf Galaxien ESTARTUS gehören, werden sie ebenfalls gegängelt und gesteuert. Nach vielen Zwischenstationen gelangen sie schließlich zur Versammlung der Ewigen Krieger. Dort präsentiert sich DER NEUE SOTHO...  
     
     
     
     
     
Die Hauptpersonen des Romans:
     
    Srimavo - Sie flieht, um die Milchstraßenvölker zu warnen.
    Vinktar - Srimavos Gesprächspartner in ihrer Einsamkeit.
    Ijarkor - Der Ewige Krieger folgt dem Ruf ESTARTUs.
    Roi Danton und Ronald Tekener - Sie und ihr „Gefolge" begleiten Ijarkor.
    Tyg Ian - Der neue Sotho stellt sich vor.
     
    SRIMAVO
     
    Am schlimmsten war die Abgeschlossenheit. Zwar hatte ich schon früh gelernt, mit mir allein auszukommen. Eine Eigenbrötlerin hatten sie mich genannt, die niemand brauche außer sich selbst. Aber auch die Einsamkeit hat ihre Grenzen, jenseits deren sie unerträglich wird.
    Ich wußte nicht, was Ijarkor, der Ewige Krieger, mit mir vorhatte. Seit ein paar Tagen war die KOKON an sein Raumschiff gekoppelt. Ich hatte nur eine vage Ahnung, wohin wir gingen. Aber ich spürte, daß etwas Großes, Entscheidendes unmittelbar bevorstand. Ich steckte in dem Kühlbehälter, in dem mein Körper bei kryogenen Temperaturen ein alles andere als aktives Dasein führte. Ich war wach. Ich nahm wahr, was um mich herum vorging. In die Wandung des Behälters waren Kommunikationsgeräte eingebaut, unter anderem auch ein Mentalprozessor, der meine Gedanken, sofern ich das wünschte und solange sie explizit genug gedacht waren, in gesprochene Worte umsetzte. Aber es war niemand da, mit dem ich sprechen konnte. Es gab niemand, der zu mir gesprochen hätte.
    Ab und zu erschien einer von Ijarkors Handlangern, um nach mir zu sehen. Bei jeder Gelegenheit klagte ich diesen Kreaturen mein Leid. Endlich, schien es, war mein Gejammer auf empfindsame Ohren getroffen. Das Wesen, das soeben durch das offene Schott in den Kontrollraum der KOKON trat, hatte ich noch nie zuvor gesehen. Seine Spezies kannte ich. Es gehörte dem Volk der Pailliaren an. Viele Pailliaren hatten sich dem Troß des Kriegers Ijarkor angeschlossen.
    Dieser hier war anders als die Aufpasser, mit denen ich es bisher zu tun gehabt hatte; das spürte ich auf den ersten Blick. Er strömte Angst und Unsicherheit förmlich aus. Es war unschwer zu erkennen, daß ihm diese Umgebung unheimlich war: das nach der Art eines Kokons geformte Schiff, der gerätelose Kontrollraum, der stumpfkegelförmige Behälter mit einem fremden, auf Tiefsttemperaturen gekühlten Körper.
    Meine Gedanken aktivierten den Prozessor.
    „Heh, Pailliare", sagte die synthetisierte Stimme, die meiner eigenen so weit wie möglich angepaßt war. „Du brauchst dich nicht zu fürchten. Es tut dir hier niemand etwas."
    Verblüfft blickte er sich um. Er war ein Arthropoide, ein Insektenabkömmling. Wenn ich ihn mit einem Geschöpf aus meiner Erfahrungswelt hätte vergleichen sollen, dann wäre mir als erstes die terranische Heuschrecke eingefallen. Nur waren die Hinterbeine der Pailliaren, auf denen sie sich aufrecht bewegten, bei weitem nicht so lang und gewiß auch nicht annähernd so sprungkräftig wie die irdischer Grashüpfer.
    Er schien nicht zu wissen, woher die Stimme kam. Seine dunklen Facettenaugen waren groß vor Schreck. Er sah aus, als ob er im nächsten Augenblick davonlaufen wollte.
    Soweit durfte es nicht kommen.
    „Hier bin ich, im Gefriertank", sagte ich. „Haben sie dir nicht gesagt, daß ich hören und sehen und sprechen

Weitere Kostenlose Bücher

Tanz mit dem Schafsmann
Tanz mit dem Schafsmann von Haruki Murakami
Kopfgeldjagd
Kopfgeldjagd von Florian Homm
The Concrete Blonde (hb-3)
The Concrete Blonde (hb-3) von Michael Connelly