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1282 - Die Gier der schönen Mumie

1282 - Die Gier der schönen Mumie

Titel: 1282 - Die Gier der schönen Mumie
Autoren: Jason Dark
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Dirk Schiller runzelte seine Stirn. »Was habe ich denn dann gehört?« flüsterte er vor sich hin.
    Seine Partnerin hatte ihn trotzdem verstanden und sagte: »Du hast dir etwas eingebildet.«
    »Auf keinen Fall.«
    Helga Struckmann war genervt. Sie verdrehte die Augen. »Wer hat denn gesprochen? Was hast du gehört? Bitte, sage es mir. Ich sehe keinen Menschen außer uns hier im Zimmer. Das Radio läuft nicht, der Fernseher ist auch nicht angestellt worden, aber du hast Stimmen gehört.«
    »Irrtum, Helga. Ich habe nur eine Stimme gehört.«
    »Die einer Frau.«
    »Genau!«
    »Dann müssen wir von einer nicht sichtbaren Geistererscheinung umgeben sein. Etwas anderes kann ich mir nicht vorstellen.«
    »Das ist ja Unsinn.«
    »Genau. Belass es auch dabei und hilf mir lieber dabei, den Koffer in den Schrank zu stellen. Es ist ziemlich eng. Ich muss inzwischen ins Bad.« Sie lächelte Dirk kurz an, klemmte ihre Kosmetiktasche unter den Arm und betrat den schmalen Flur, von dem auch die Tür zum Bad hin abzweigte.
    Ziemlich laut warf sie sie ins Schloss.
    Dirk Schiller blieb allein zurück. Er packte den Koffer und stellte ihn in den Schrank, der recht eng war, sodass er das Gepäckstück einige Male hin und her rücken musste, damit es den richten Platz fand. Im Gegensatz zu seiner Partnerin glaubte er fest daran, die Frauenstimme gehört zu haben. Da konnte Helga sagen, was sie wollte. Er war ja nicht taub, und schon gar nicht senil. Nein, nein, da war etwas. Er sah es nicht, es hielt sich hier im Zimmer verborgen. Es sei denn, die Stimme wäre aus dem Nebenzimmer gedrungen, aber daran glaubte er auch nicht.
    Schiller schaute sich um. Die Pyramide war schon ein besonderes Hotel. Man konnte sich hier wirklich vorkommen wie ein Pharao, der hier sein Grab gefunden hatte. Nur bestanden die schrägen Mauern nicht aus Stein, sondern aus Glas, das bläulich schimmerte, wenn man von außen dagegen schaute. Und dies an allen vier Seiten. Der Hotelbau glich einem Kunstobjekt oder einem Ufo, das auf seiner Reise durch das All abgestürzt war und es nicht wieder verstanden hatte, in die Höhe zu steigen. Jetzt stand es hier in einer einsamen Gegend und war ein Blickfang.
    Das Bauwerk sah auch von außen so geschlossen aus, als gäbe es dort nichts zu öffnen oder höchstens einige Geheimgänge, die nur Eingeweihten bekannt waren. Das stimmte jedoch nicht, denn die Fenster ließen sich öffnen. Man konnte sie nach außen drücken und fest stellen. Der Spalt war groß genug, um dem Gast einen Blick über die Landschaft zu gönnen, falls er hoch genug wohnte.
    Genau das probierte Schiller auch aus. Er öffnete das Fenster, und für einen Moment huschte ein Lächeln über sein Gesicht, als er aus dem sechsten Stock nach draußen schaute, zuerst den mit Wolken gesprenkelten Himmel sah und dann über das Land hinwegblickte, über eine Natur, die mit kleinen Ortschaften und Straßen gespickt war, und in der sich auch das Bett eines Kanals abzeichnete. Das Wasser wirkte von hier oben wie ein graues Band, und auch der Wind besaß hier eine andere Stärke als am Erdboden.
    Dirk Schiller genoss die herrliche Aussicht.
    Die schräge Wand aus Glas reichte von der Decke bis zum Boden.
    Die Temperatur war angenehm. Die Hitze der vergangenen Tage war verschwunden.
    Er schloss das Fenster wieder. An die Frauenstimme hatte er bei seinem Blick über das Land nicht mehr gedacht, doch jetzt, als er nicht mehr abgelenkt wurde, kam sie ihm wieder in den Sinn. Sie war zu hören gewesen, nur hatte er die Botschaft nicht verstehen können, und deshalb war es schwer, etwas zu beweisen.
    Der Fernseher stand auf einer Kommode und war so aufgestellt worden, dass der Gast vom Bett her darauf schauen konnte. Dirk Schiller war nicht unbedingt ein Fan des Bildschirms, doch jetzt griff er zur Fernbedienung, um einen Blick auf das Programm zu werfen. Er wusste ja, was kam, und er wollte sich informieren. Seit Tagen schon liefen die Sonderberichte über die schreckliche Hochwasserkatastrophe, die über die östlichen und nördlichen Bundesländer Deutschlands gekommen war und Leid über die Menschen gebracht hatte. Da war nicht nur ein materieller Schaden entstanden, sondern auch ein seelischer. Vieles was in den letzten Jahren aufgebaut worden war, hatten die Fluten buchstäblich weggeschwemmt.
    Er schaltete die Glotze ein.
    Wasser, breit, kaum zu übersehen. Kleine Flüsse, die zu einem gewaltigen See geworden waren.
    Besonders gut zu erkennen, weil das Kamerateam

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