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1265 - Die heilende Gottin

Titel: 1265 - Die heilende Gottin
Autoren: Unbekannt
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triumphierend. Wir werden uns den Kosmos Untertan machen, Kido wird uns helfen. Was sollte uns noch aufhalten? Wir sind die am höchsten entwickelten Geschöpfe unter dem Himmel Über uns kann nur noch Kido sein - und zu ihm unterhalte ich ausgezeichnete Beziehungen.
    Das Flugzeug sackte immer wieder einige Meter ab, schwankte und kämpfte sich mühsam wieder empor, doch das beunruhigte den Kidowhtar-Darhan nicht Er wußte, daß diese Bewegungen normal und nicht zu verhindern waren.
    Wieder erschien das vor seinem geistigen Auge, was er als Wachtraum bezeichnete. „Satan", keuchte er. „Immer wieder mußt du deine Sendboten schikken. Aber es soll dir nichts nützen."
    Er lenkte die Maschine nach Norden und blickte auf den Boden hinab, während das Flugzeug allmählich an Höhe gewann. Unter ihm erstreckte sich eine vielfach aufgebrochene Schneedecke. Der Frühling nahte, und die Temperaturen lagen vielfach schon über Null Grad. Das war für ein Geschöpf wie ihn noch immer viel zu kalt. Ohne entsprechende Schutzkleidung würde er augenblicklich in eine Kältestarre verfallen, aus der er nur bei Temperaturen von mehr als zwanzig Grad wieder erwachen würde. Das eben war der Grund dafür, daß man sich entschlossen hatte, Thaema-Thahar zu überdachen.
    Ohne ein solches Dach wäre das Tal schutzlos den Elementen ausgeliefert gewesen, und das hätte bedeutet, daß jegliches Leben während der kalten Monate des Jahres erloschen wäre. Das Dach jedoch verhinderte, daß die Wärme aus dem Tal entweichen und die Kälte eindringen konnte. Ksoundoksä war stolz auf das Dach. Es symbolisierte den Sieg der Maghalaer über die Natur, bewirkte es doch, daß sie als Kaltblüter das ganze Jahr über aktiv bleiben konnten und nicht während vieler Monate in Kältestarre verfielen. „Wir stehen erst am Anfang", sagte er. Die Scheiben beschlugen, und er wischte sie mit den Handschuhen trocken. „Wir werden noch unendlich viele Dinge erfinden und alle anderen Völker des Planeten weit hinter uns lassen. Eines Tages werden alle Völker die Knie vor uns beugen, ohne daß wir einen einzigen Schuß dafür abfeuern müßten, denn unsere technische Überlegenheit wird so groß sein, daß es niemand wagen wird, sich gegen uns zu erheben. Dann - Kido - werde ich als Hoherpriester auf unserem ganzen Planeten anerkannt sein. Niemand wird dann noch an meiner Autorität zweifeln."
    Er lachte laut auf bei dem Gedanken, welche Macht ihm zufließen würde.
    Der Motor begann zu stottern und setzte dann ganz aus. Erschrocken umklammerte Ksoundoksä den Steuerknüppel. Die Maschine sank schnell. Sie segelte auf eine Felsbarriere zu, die etwa fünfhundert Meter hoch war und die sich Ksoundoksä wie eine unüberwindliche Wand in den Weg stellte. Er erkannte, daß er unweigerlich auf die Felsen stürzen würde, wenn es ihm nicht gelang, die Maschine hochzuziehen. Er umklammerte den Steuerknüppel mit beiden Händen und führte ihn an sich heran. Die Maschine hob die Nase, und der Höhenmesser zeigte an, daß sie stieg. Noch aber war sie zu niedrig. „Nein, Kido", rief der Kidowhtar-Darhan mit zitternder Stimme. „Zürne mir nicht. Ich weiß, du willst mir ein Zeichen geben. Du willst mir sagen, daß ein einziger Gedanke von dir genügt, dieses technische Wunderwerk in Schrott zu verwandeln und mich in die Kälte hinauszuschleudern. Verzeih mir, Kido, daß ich zunächst an mich dachte, aber ich werde dein Hoherpriester sein. Ich werde deine Lehre verkünden und dich überall auf dem Planeten vertreten. Ich werde allen Gläubigen deine Macht beweisen, bis jeder begriffen hat, daß du es bist, der diese Welt regiert und alles Geschehen bestimmt."
    Er drückte den Anlasser, und der Motor drehte einige Male durch, ohne jedoch anzuspringen. Näher und näher rückte die Felsenbarriere, und noch immer war die Maschine nicht hoch genug. „Sicher werde ich dann der erste Priester sein, dessen Geltungsbereich ein ganzer Planet ist, Kido, aber natürlich spreche ich auch dann immer nur in deinem Namen! Es ist für dich, Kido. Du weißt, daß ich nur für dich lebe, also, bitte, laß den Motor anspringen. Überlege, was für Mühe es dir machen würde, einen neuen Diener wie mich zu finden. Hast du vergessen, daß es Jahre gedauert hat, bis ich in der Lage war, mein Amt so zu führen, daß du wirklich zufrieden warst?"
    Er neigte den Kopf zur Seite und horchte, aber er vernahm nur das Rauschen des Windes an den Flügeln. „Oh, verdammt, Kido, jetzt wird es

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