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124 - Auf der Todesgaleere

124 - Auf der Todesgaleere

Titel: 124 - Auf der Todesgaleere
Autoren: A.F.Morland
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weißen Teufel waren nicht mitgekommen. Ich war gerettet - und ich hatte meinen Dämonendiskus wieder.
    Aber ich war so fertig, daß ich mich nicht freuen konnte, es letztlich doch noch geschafft zu haben.
    Shavenaar lag neben mir.
    So etwas wie Erschöpfung gab es für das Höllenschwert nicht. Es wäre sofort wieder einsatzbereit gewesen, ln diesem Punkt unterschied sich Shavenaar von anderen Lebewesen.
    Es war kalt, und es roch nach Schnee. Der Himmel zeigte ein verwaschenes Grau, und ein eisiger Wind strich über mein Gesicht, Ich keuchte immer noch. Es kam mir so vor, als könnte ich nie mehr damit aufhören. Mein Herz raste, und erhitztes Blut kreiste in meinen Adern.
    Wie oft war ich in der kurzen Zeit, die hinter mir lag, dem Tod entronnen? Ich wollte lieber nicht daran denken, und ich würde auch Ben Tallant vergessen müssen und… und Mr. Silver.
    Du mußt aufstehen, raunte mir eine innere Stimme zu. Wenn du liegenbleibst, holst du dir eine böse Lungenentzündung. All die Gefahren hast du gemeistert, und dann rafft es dich doch noch dahin…
    Es fiel mir unsagbar schwer, mich zu erheben. Ich fühlte mich, als wäre ich unter einen sechsrädrigen Autobus geraten. Allmählich fing ich an, die Kälte zu spüren.
    Sie biß sich durch die Kleidung, die dreckig und zerrissen war.
    Ich stand schwankend da, auf Shavenaar gestützt, und ich machte die ersten Schritte steif und unbeholfen.
    Vor mir lag das kleine Dorf Wellfolk. Erinnerungen wurden in mir wach - keine angenehmen… Und dann fiel mir der Kristall ein, der meine Erinnerungen zu projizieren vermochte. Ich suchte ihn, aber ich trug ihn nicht mehr bei mir.
    Ich mußte ihn während des Kampfes mit den weißen Teufeln verloren haben. Er war in der Hölle geblieben. Es war mir egal. Ich brauchte ihn jetzt eigentlich nicht mehr.
    Ich ging am Dorffriedhof vorbei, sorgte dafür, daß sich Shavenaar unsichtbar machte, und schob das Schwert unter meinen Gürtel. Dann begab ich mich zu dem Haus, in dem Paul Sturges mit seiner zukünftigen Frau Helen wohnte.
    Helen Brown hatte ja gesagt, als Paul sie fragte, ob sie seine Frau werden wolle, und die Hochzeit mußte eigentlich vor der Tür stehen. Als mich der kleine Andy Brown erblickte, kam er angerannt und sprang mir in die Arme.
    Er hätte mich fast umgeworfen. Helen und Paul freuten sich, mich wiederzusehen. Sie fragten, ob ich einen Unfall gehabt hätte. Ich antwortete, das wäre eine so lange Geschichte, daß ich sie unmöglich jetzt erzählen könne.
    Dann fragte ich, ob ich telefonieren dürfe. Ich rief Vicky an und sagte ihr, wo ich war. Sie versprach, sofort loszufahren. Zwanzig Minuten später war sie zur Stelle. Sie hatte Freudentränen in den Augen, als sie mich glücklich umarmte.
    »Oh, Tony, du weißt nicht, was für Sorgen ich mir um dich gemacht habe.«
    Sie trat einen Schritt zurück und schaute an mir vorbei. Dann blickte sie mir fragend in die Augen.
    »Wo ist Mr. Silver?« wollte sie wissen.
    »Bring mich nach Hause«, sagte ich nur…
    ENDE des Zweiteilers
    [1] Siehe Tony Ballard Nr. 123 »Piraten aus dem Jenseits«

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