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1230 - Psychofrost

Titel: 1230 - Psychofrost
Autoren: Unbekannt
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Medien-Tender, wo ich noch immer meine Beschimpfungen in den Hyperäther schrie. Ich merkte zu diesem Zeitpunkt natürlich nichts davon, doch Yürn erreichte die Zentrale der KISCH. Er muß Rarp, der am Terminal der Bordpositronik saß und seit vielen Stunden den ewig gleichen Programmbefehl eingab, bemerkt haben, aber nichts deutet darauf hin, daß er den Ara mehr als nur flüchtige Aufmerksamkeit schenkte. Rarp, im Bann des Psychofrosts, nahm nichts von Yürns Anwesenheit wahr.
    Vielleicht wurde Rarp von Yürn ignoriert, weil der Eisige spürte, daß Rarp auf dem Weg war, selbst zu einem Eisigen zu werden. Oder Yürn entdeckte sofort auf den Ortungsschirmen die Armada und die GAVÖK-Schiffe und glaubte, in ihnen den gesuchten Feind gestellt zu haben. Wenn dem so war, so muß der Anflug des Robotschiffs Yürn in seiner Annahme bestärkt haben.
    Yürn schwenkte das einzige Geschütz der KISCH - einen mittelschweren Desintegrator - auf das Robotschiff ein und zerstörte es mit einem einzigen Feuerstoß.
    Wenige Stunden später kehrten Taurec und Perry Rhodan von ihrer Expedition zum Frostrubin zur BASIS zurück, und der unsterbliche Terraner reagierte so schnell, wie man es von ihm gewohnt war. Ein Kommandotrupp wurde zusammengestellt. Gucky, Ras Tschubai, Taurec und Perry Rhodan teleportierten zur KISCH, um den mysteriösen Vorgängen auf den Grund zu gehen.
     
    6.
     
    Wäre es mir möglich gewesen, ich hätte sie davor gewarnt, auch nur einen Fuß auf die KISCH zu setzen. Aber zu diesem Zeitpunkt war ich vor Erschöpfung zusammengebrochen, und selbst wenn ich bei Bewußtsein gewesen wäre, hätte ich sie nicht warnen können. Ich existierte in meiner tiefgekühlten, privaten Welt, war eingefroren in eine sich ewig wiederholende Gegenwart, und ich wußte nichts von dem, was in der realen Welt vor sich ging.
    Rhodans Unternehmen war von Anfang an zum Scheitern verurteilt - und gleichzeitig bedeutete dieses Scheitern meine Rettung, die Rettung meiner Crew.
    Ich glaube, uns zu retten, war Rhodans eigentliches Motiv für das tollkühne Unternehmen. Es gibt keine andere plausible Erklärung. Er kannte die Berichte der akonischen Schiffsbesatzung, die sich kurz unter dem verhängnisvollen Einfluß des Psychofrosts befunden hatte. Er kannte die Auswertung der Hamiller-Tube, die meine Sendungen analysiert und mit verblüffender Genauigkeit die Situation berechnet hatte, die das Kommandounternehmen an Bord der KISCH vorfinden würde.
    Und er wußte, daß irgend jemand auf dem Medien-Tender das Schiffsgeschütz auf das Robotboot abgefeuert hätte. All diese Informationen mußten Rhodan sagen, daß es lebensgefährlich war, zur KISCH zu teleportieren. Selbst in Begleitung zweier Mutanten und eines Kosmokraten mußte es zu einem Fiasko kommen.
    Trotzdem ließ sich Rhodan nicht von seinem Vorhaben abbringen.
    Die Hamiller-Tube riet ihm energisch davon ab. Waylon Javier drängte ihn, zunächst Roboter auf dem Tender abzusetzen. Selbst Taurec machte - trotz seiner Bereitschaft, an dem Unternehmen teilzunehmen - ernste Bedenken geltend. Und Gesil formulierte am deutlichsten die Kritik an Rhodans Plan. Sie hielt es für tollkühn und unverantwortlich, daß er sich persönlich unkalkulierbaren Risiken aussetzte. Nicht, weil sie um das Leben ihres Mannes fürchtete (oder zumindest nicht in erster Linie), sondern weil von Perry Rhodan das ganze System der Chronofossilien abhing, die Rückkehr des Frostrubins an seinen alten Standort, die Reparatur des Moralischen Kodes.
    Natürlich ignorierte Rhodan die Warnungen.
    „Ich bin alt genug, um zu wissen, was ich tue", wies er Gesils Einwände mit milder Ironie zurück.
    Sie funkelte ihn an, und wer Gesil jemals gegenübergestanden hat -wer so töricht wie ich gewesen ist und ihren Zorn erregt hat - der weiß, was es heißt, von dieser Frau angefunkelt zu werden. Das Herz beginnt in der Brust zu springen, einem Vogel gleich, der ängstlich zuckt und zittert, um es mit Baudelaire zu sagen, der Kragen wird zu eng, das Atmen fällt schwer, und man wünscht sich verzweifelt, an einem anderen Ort Zu sein.
    Aber der Wunsch wird nicht erfüllt. Gesils Blick ist wie ein Bann, und ihr Zorn ist wie ein Seziermesser.
    Vielleicht übertreibe ich ein wenig. Ich bin Interstar-Kommunikationsspezialist, und Übertreibungen gehören zu meinem Beruf. Doch wer Gesil kennt, wird mir vorbehaltlos zustimmen.
    Sie maß Rhodan von Kopf bis Fuß und erwiderte dann mit honigsüßer Stimme: „Du bist alt genug, um

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