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119 - Der Diamantendolch

119 - Der Diamantendolch

Titel: 119 - Der Diamantendolch
Autoren: Dämonenkiller
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konnte."
    Seine Stimme klang unsicher. Er glaubte selbst nicht recht daran.
    „Das werden wir gleich sehen", sagte Unga.
    Er wollte die Lichtung betreten. Da bewegte sich etwas bei dem düsteren Tempel. Eine Gestalt in Tropenkleidung trat aus dem Hauptportal. Es war Uri Lüthi, Ein lautloses Lachen schüttelte ihn.
    „Ihr seid spät gekommen!" rief er herüber. „Eure Sannyasin sind tot. Versucht doch einmal zu verhindern, daß Ravana wiedererweckt wird! Versucht es doch!"
    Er drehte sich um und lief wieder in den Tempel.
    Wir müssen ihn kriegen", sagte Unga entschlossen. „Los, hinterher!"
    Er marschierte los, und Don Chapman und die drei Padmas folgten ihm. Der Cro Magnon war auf der Hut. Er rannte nicht, denn er wollte nicht blind in einen Hinterhalt laufen.
    Der Cro Magnon hatte fast den gemauerten Sockel erreicht, auf dem der Dämonentempel stand, da richtete sich vor ihm eine grüne Schlange mit fünf spornartigen Auswüchsen hinten am Kopf auf. Schwarzes Gift tropfte von ihren Zähnen. Sie zischte Unga an und züngelte mit ihrer gespaltenen Zunge. Es war Rudra, die Schlange, das letzte Tier, auf das der Dämon Ravana damals, als Unga ihn vor mehr als tausend Jahren tötete, einen Teil seines Karmas übertragen hatte.
    Hinter der Schlange erschienen Untote. Sie bildeten einen dreifachen Ring um den Tempel, dessen Areal nicht gerade klein war. Im Laufe der Jahrhunderte und besonders in der letzten Zeit waren eine Menge von den Skelettköpfen zusammengekommen. Ihre roten Kapuzenumhänge wirkten wie Flammen.
    Unga blieb stehen.
    „Durch diesen Ring kommen wir so leicht nicht hindurch", sagte er. „Verdammt, es war alles umsonst! Wir haben keine Möglichkeit mehr, Uri Lüthi aufzuhalten. Bis ich mir den Weg freigekämpft habe, ist es zu spät."
    „Vielleicht haben wir noch eine Chance", sagte die schöne Inderin, die nach dem raschen Lauf immer noch nach Luft rang. „Die Kraft Padmas ist in mir. Ich kann leichtere Gegenstände durch die Luft transportieren, Dinge, die nicht mehr wiegen als fünfzehn, zwanzig Pfund."
    „Etwas schwerer bin ich schon", sagte Unga. „Was hilft uns also das?"
    „Eine Menge", sagte Don Chapman. „Ich bin nicht schwerer. Reena kann mich mit der Kraft ihres Geistes in den Tempel befördern, und dann werde ich Uri Lüthi die Suppe schon versalzen."
    Unga war skeptisch. „Wie willst du das denn machen, Don? Lüthi ist ein Diener des Chakravartin.
    Er hat bestimmt dämonische Fähigkeiten. Abgesehen davon können in dem Tempel Vogelkopfmonster oder sogar der Chakravartin selbst lauern."
    „Das glaube ich nicht, sonst hätten sie sich längst gezeigt. Gib mit deine gnostische Gemme, Unga! Wir müssen es versuchen. Vielleicht kann ich mit magischen Formeln oder Bannzeichen etwas ausrichten oder Uri Lüthi mit meiner Miniaturpistole die Augen ausschießen. Mir wird schon etwas einfallen. Als du im 8. Jahrhundert als Goldener Fremder zu diesem Tempel kamst, hattest du auch keinen vorgefaßten Plan und warst bedenklich im Nachteil. Trotzdem hast du Ravana besiegt."
    Don Chapman hatte magische Kenntnisse. Unga wußte, daß der Zwergmann nicht zu unterschätzen war. Und es gab keine andere Möglichkeit, Ravanas Reinkarnation zu verhindern.
    „Wenn du es riskieren willst, Don, habe ich nichts dagegen."
    „Natürlich will ich! Jetzt ist genug geredet worden. Reena, versetze mich endlich in den Tempel!" Unga gab Don Chapman die gnostische Gemme, die er an einer Kette um den Hals trug. Sie war aus Lapislazuli und zeigte einen Abraxas.
    Reena schloß die Augen und dachte an Padma, versenkte und konzentrierte sich und aktivierte die Kräfte ihres Geistes.
    Die grüne Schlange und die stoisch dastehenden Untoten mit den Totenschädeln und den roten Umhängen warteten ab: Die beiden Padmas, die außerdem noch zu der kleinen Gruppe gehörten, die in den Tempel eindringen wollten, bemühten sich, Reena mit ihren geistigen Kräften zu unterstützen. Don Chapman schwebte plötzlich hoch, machte in der Luft einen Looping und flog über die Köpfe der Schlangen und der Untoten hinweg. Er verschwand durch das Hauptportal des Tempels.
    Unga stürzte sich mit einem hallenden Kampfschrei auf die grüne Schlange Rudra und die Schar der Untoten.

    Don Chapman landete wie eine Katze mitten in der Tempelhalle. Es war düster. Er sah weder Uri Lüthi noch sonst jemanden. Aus Ungas Erzählung wußte der Zwergmann, daß es eine Nische gab und einen Gang, der nach unten führte - zur Grabkammer des Dämons

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