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1178 - Die vierte Weisheit

Titel: 1178 - Die vierte Weisheit
Autoren: Unbekannt
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Männer kannten einander seit den letzten Kriegsmonaten. Die Begrüßung fiel dementsprechend zivil aus.
    „Der Mann, den ich jedes Mal um Entschuldigung bitten muß, wenn ich ihn sehe", grinste Kenneth Malone. „Military Intelligence auf der Spur eines harmlosen Zivilisten!
    Nennst du dich noch immer meinen Freund?"
    Robert (Bob) Ferguson wirkte nur halb so amüsiert, wie Malone ihn zu sehen erwartet hatte.
    „Nanu, doch nichts Ernstes?" fragte der Colonel überrascht.
    „Ken, tu mir einen Gefallen", bat Ferguson. „Bevor ich dir Bericht erstatte, erzähl mir mal, in welcher Patsche dein junger Freund Perry Rhodan eigentlich steckt."
    „Eine Patsche ist es gerade nicht, er hat sich nur ein bißchen dämlich angestellt", verbesserte Malone. Dann wies er auf einen Stuhl. „Setz dich. Ich schildere dir den Vorgang, so knapp es geht.
    In Perrys Schule wurde ein Sternenglobus gestohlen. Der Junge interessiert sich für Astronomie und alles, was damit zusammenhängt. Der Verdacht fiel auf ihn. Perry wußte, wer den Globus in Wirklichkeit geklaut hatte - ein achtzehnjähriger Herumtreiber namens Vincent Tortino mit dem Beinamen Tin Can - aber er wollte den Diebstahl auf eigene Faust klären und schwieg sich daher zu allen Anschuldigungen aus. Diesem Tin Can lag es offenbar daran, Perry noch tiefer in die Patsche zu ziehen und aus ihm einen Helfershelfer bei seinen finsteren Geschäften zu machen. Er trommelte Perry eines Nachts aus dem Schlaf und behauptete, er könne ihn zu dem Mann führen, der den Globus versetzt hatte. Perry fiel darauf herein. Während er irgendwo im Wald wartete, verübten Tin Can und seine Genossen einen Raubüberfall auf ein harmloses Liebespärchen. Perry wurde als ,Dank’ für seine Hilfe ein Zwanzig dollarschein in die Hand gedrückt. So fand ihn die Polizei: mit dem Geld in der Hand. Wenn droben in Manchester nicht jedermann die Rhodans kannte, wäre Perry in den Verdacht geraten, bei dem Überfall Schmiere gestanden zu haben. Aber es kam noch ein weiteres Moment hinzu: Perrys Freund Leroy und dessen Vater belauschten Tin Can, als er mit seinen Ganovengenossen abrechnete. Sie packten ihn, und er bekannte alles, die Sache mit dem Überfall ebenso wie den Diebstahl des Globus."
    „Wenn er so schneeglöckchenweiß dasteht, weswegen wurde Perry dann nach hierher verschifft?" erkundigte sich Ferguson verwundert.
    „Tin Can ist ein Minderjähriger. Das Schlimmste, was ihm widerfahren kann, sind ein paar Wochen Jugendhaft. Tatsächlich habe ich vor kurzem von Jake Rhodan - das ist mein Vetter, Perrys Vater - erfahren, daß Tin Can ab Anfang Juni wieder auf freiem Fuß sein wird. Jake rechnete sich aus, daß er sich dann wieder an Perry heranmachen würde, entweder um sich zu rächen oder um ihn von neuem zum Mittäter zu machen. Deswegen schickte sein Vater ihn nach Florida."
    „Klar", nickte Ferguson. „Ich verstehe, daß es da einen Mann im Hintergrund gibt. Den, der den Globus loswurde, nachdem er ihn von Tin Can erhalten hatte?"
    „Das ist richtig."
    „Was weiß man über ihn? Namen? Aussehen? Irgendwas?"
    „Er nannte sich Logan", erinnerte sich Malone. „Niemand hat ihn genau zu Gesicht bekommen. Die Beschreibung, die Tin Can gab, ist vage. Perry sagt, er habe sich in Manchester mit einem neuen Buick Eight herumgetrieben, einer schwarzen Limousine."
    Ferguson nickte abermals, aber diesmal mit grimmiger Miene.
    „Ich glaube, wir haben eine Identifikation des Mannes, der Perry in Daytona Beach ansprach. Das Mal auf der Wange brachte uns auf die richtige Spur. Er heißt Eugene DelaHaye - wahrscheinlich sein richtiger Name. Drifter, Landstreicher - aber einer von der gefährlichen Sorte. Langes Vorstrafenregister, darunter mindestens einen bewaffneten Überfall. Tauchte am 29. April plötzlich in Daytona Beach auf. Jemand erkannte ihn und wandte sich an die Polizei. Im Augenblick wird er nicht gesucht, wenigstens nicht in Florida. Der Volusia County Sheriff wollte sich trotzdem mit ihm unterhalten - hauptsächlich in der Absicht, ihn zum Weiterreisen zu überreden. Aber als er seine Deputies ausschickte, war DelaHaye nirgends mehr zu finden."
    Malone sah den Captain aufmerksam an.
    „Und?" fragte er, als Ferguson keine Anstalten machte, von sich aus weiterzusprechen.
    „Der Rest ist - wie sagt man? - skizzenhaft. DelaHaye hat vier Jahre Knast hinter sich.
    Entlassen im Februar dieses Jahres. Während seines ersten Jahres im Gefängnis pflegte er eine enge Freundschaft mit einem

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