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1122 - Der Prophet des Teufels

1122 - Der Prophet des Teufels

Titel: 1122 - Der Prophet des Teufels
Autoren: Jason Dark
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immer sehr nahe gewesen, und sie hatten sich auch ein Bild von ihm machen wollen, das von ihm dann aufgenommen worden war.
    Er zeigte sich in den verschiedenartigsten Gestalten. Hier stand er als Skelett vor mir, und er war seinem Diener immer sehr nahe gewesen. Möglicherweise hatte er diesen Propheten auch selbst erschaffen und ihm seinen Höllenhauch eingehaucht, um sich nicht selbst den Menschen zeigen zu müssen.
    Er sprach. Es gab ihn, aber ich sah ihn diesmal nicht als Feuer speienden Widerling. Er hielt sich im Hintergrund und agierte aus dem Unsichtbaren.
    »Asmodis?« So sprach ich ihn persönlich an. »Wir haben lange nichts voneinander gehört. Doch es gibt uns noch.«
    »Ja. Mich wird es ewig geben, im Gegensatz zu dir.«
    »Das stimmt. So lange ich lebe, werde ich alles daran setzen, um dich klein zu halten.«
    »Das weiß ich. Nur hast du es nicht geschafft, mich ganz aus dem Rennen zu werfen. Meine Macht ist groß, und sie wird wachsen, das verspreche ich dir jetzt und hier. Die Zeiten werden nicht besser, John Sinclair, und sie werden bald einen bestimmen Punkt überschreiten. Ich habe die Furcht der Menschen gespürt. Schon jetzt zittern sie vor dem Tag, der sie in ein neues Jahrtausend bringt. Sie haben Angst davor. Sie ahnen, dass sich die Dinge ändern könnten. Der Schrecken vor dem Millennium, der schon immer vorhanden war. Auch damals, vor tausend Jahren. Ich habe es selbst erlebt.«
    »Und jetzt schickst du deine Propheten aus, die den Menschen noch mehr Angst einjagen sollen?«
    »Nein, keine Angst. Ich will sie auf den richtigen Weg führen. Ich habe mit denjenigen begonnen, die dem falschen Gott dienen. Ich habe schon Zeichen gesetzt. Es wird sich herumsprechen und auch Leute, die auf deiner Seite stehen, schwächen. Im Prinzip haben sich die Menschen nicht verändert. Ihre Angst ist die gleiche geblieben, und in diese Wunde stoße ich hinein. Sie erschrecken, wenn plötzlich der Tod mit der Sense zu ihnen kommt, denn da erleben sie, dass vieles wahr ist, was sie sich bisher gedacht haben. Eine schaurige Fabel wird der Wirklichkeit entsprechen. Kann es denn besser für mich laufen? Ich habe den Anfang gemacht, und es ist wirklich nur ein Anfang, Sinclair.«
    Bei keinem Wort hatte sich seine Stimme verändert. Ich hasste sie.
    Ich mochte diesen künstlichen Klang nicht, und ich wartete darauf, dass er einen letzten Versuch unternahm und das Skelett zum Angriff gegen mich schickte.
    »Danke für den Hinweis, Asmodis. Aber wie du weißt, hast du dich schon öfter überschätzt.«
    »Die neue Ära wird beginnen, und sie wird mich als Sieger sehen, Sinclair.«
    Das konnte ich nicht so hinnehmen. »Sorry, aber das Zeichen des Siegers befindet sich in meinem Besitz.«
    »Ja, das Kreuz! Was willst du damit?«
    »Ich will deine Angst erleben, die du davor hast. Du weißt, wer die Hölle besiegt hat, und du wirst es nicht vergessen. Das Böse wird sich nie damit abfinden können, es wird immer wieder versuchen, diesen Sieg zu brechen. Im Kleinen und im Großen, aber der große Sieg ist deiner Seite nie gelungen, und das wird auch so bleiben! Auch im neuen Zeitalter.«
    Ich hielt meine rechte Hand höher. Ich sah, wie das Kreuz eine größere Strahlkraft erhielt. Die Nähe des Teufels sorgte für eine Aktivierung, aber es hatte Asmodis nicht persönlich als Ziel, denn er hielt sich verborgen.
    Das Skelett war sein Vertreter. Die Sense gehörte dazu, und sie hatte schon Menschen getötet.
    Ich fürchtete mich nicht, ich wartete auf den Angriff. Wenn er nichts unternahm, würde ich selbst anfangen.
    Es fielen Schüsse. Zugleich gellten Schreie.
    Harry hatte es nicht mehr ausgehalten. Er stand auf den Beinen.
    Seine Waffe hielt er mit beiden Händen fest, und er feuerte auf den unheimlichen Besucher. Die geweihten Kugeln durchschlugen den Stoff, sie trafen die Knochen, und ich sah ein Schimmern und Blitzen, als wären mehrere Wunderkerzen zugleich angezündet worden.
    Das geweihte Silber der Kugeln reichte auch hier aus. Aber es war kein Sieg im eigentlichen Sinn. Asmodis selbst war nicht erwischt worden, nur eben der von ihm herausgebildete Bote und Helfer.
    Er hatte das geweihte Silber nicht verdaut. Aber die Gestalt zersprühte nicht. Etwas anderes geschah. Sie schwebte über dem Boden und war in einer anderen Form vorhanden. Ob noch fassbar oder nicht, wusste keiner von uns.
    Der Teufel selbst zog seinen von ihm geschaffenen Diener zurück.
    Ein Skelett, dessen Umhang nicht mehr vorhanden war und
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