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1118 - Zwischen Himmel und Hölle

1118 - Zwischen Himmel und Hölle

Titel: 1118 - Zwischen Himmel und Hölle
Autoren: Jason Dark
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halb auf der Seite. Der Blick war auf die Tür gerichtet, die offen stand. Dahinter sah sie einen Ausschnitt des leeren Flurs, aber von Sarah Goldwyn war nichts zu entdecken. Sie hatte sich an irgendeine Stelle zurückgezogen, um dort auf Jane zu lauern.
    An der linken Körperseite hatte das Geschoss sie erwischt. Jane spürte das Brennen jetzt deutlicher. Sie merkte auch das Tuckern in der Wunde, und als sie den Kopf drehte, erkannte sie ihre Verletzung. Die Kugel hatte eine Bahn schräg über ihre Schulter gezogen und dort einen blutigen Streifen hinterlassen. Ein etwas anderer Winkel hätte ausgereicht, und sie wäre in den Hals der Detektivin eingeschlagen. Dieser Kelch war noch einmal an Jane vorbeigegangen.
    Blut rann aus der Wunde. Es war nur ein Streifschuss geworden, under behinderte Jane Collins kaum. Die Schmerzen ließen sich ebenfalls ertragen, da brauchte sie sich keine großen, Sorgen zu machen. Außerdem war es die linke Seite und nicht die rechte. So hatte sie letztendlich Glück im Unglück gehabt.
    Sie blieb zunächst liegen. Versuchte es mit Dehn und Streckübungen des linken Arms, um dessen Bewegungsfreiheit zu erkunden. Es ging relativ gut.
    Sie richtete sich hinter den beiden metallenen Tischbeinen auf und zog sich mit der rechten Hand an der Platte in die Höhe. Die Küche sah fast aus wie immer. Nur die Blutstropfen auf dem Boden deuteten darauf hin, dass es hier beinahe ein tödliches Drama gegeben hätte. Sie merkte das Ziehen noch stärker, und sie ärgerte sich über ihre Lage.
    Es war nicht gut, wenn sie die Küche auf dem normalen Weg verließ. Sarah brauchte sich nur in den Flur zu stellen, egal, ob links oder rechts, und auf sie zu warten. Da konnte sie Jane abschießen wie einen Hasen.
    Es gab noch die Möglichkeit, durch das Küchenfenster zu verschwinden. Daran dachte Jane auch. Zuvor jedoch wollte sie zumindest einen Blick in den Flur werfen.
    In diesem Moment klingelte das Telefon.
    Damit hatte Jane nicht gerechnet. Sie schrak zusammen. Das Blut stieg ihr in den Kopf, und auch die Wunde schmerzte stärker. Abheben oder nicht?
    Nach dem vierten Klingeln hatte sie sich entschieden. Außerdem war schon viel Zeit vergangen. Normalerweise hätten John Sinclair und Suko längst hier eintreffen müssen, aber sie waren nicht gekommen. Und es musste demnach einen Grund für ihre Verspätung geben.
    Ihre Hand war schweißnass, und der Hörer wäre ihr beinahe entglitten, als sie ihn abhob. »Ja, was…«
    »Ich bin es.«
    »Mein Gott, John!«
    »Rede. Was ist passiert?«
    Das konnte Jane nicht. Ihre Kehle war wie zugeschnürt. Sie wollte keine langen Erklärungen geben. »Ihr müsst kommen – sofort!«
    Mehr sagte sie nicht. Auflegen und darauf vertrauen, dass die Freunde schnell genug waren.
    Als sie an sich herabschaute, sah sie, dass das Blut auf ihrem Oberteil einen roten Streifen hinterlassen hatte. Das Blut hatte sie dort festgesaugt und die Kleidung beinahe bis zum Ansatz der Hose beschmutzt. Sie versuchte, den Schmerz in der Schulter zu ignorieren, was nicht so einfach war.
    Noch stärker machte ihr die Übelkeit zu schaffen. Schwindel erfasste sie plötzlich. Die Verletzung und dieser verdammte Stress der letzten Minuten, das war für Jane Collins zuviel. Sie brauchte eine Pause.
    Ihr Blick glitt durch das Fenster über den Vorgarten hinweg bis hin zur Straße. Dort hatte sich nichts verändert. Der Verkehr floss normal ruhig, die Sonne schien wieder, obwohl der Himmel wolkig war, und niemand ahnte, dass dieses alte Haus sehr schnell im Innern zu einer Todesfalle werden konnte.
    Jane ging zur Tür, als sie sich wieder besser fühlte und auch richtig durchatmen konnte. Sie blieb dort stehen, ohne jedoch den Kopf zu drehen und in den Gang zu blicken.
    Sie lauschte angespannt. Es fiel ihr schwer, den Atem unter Kontrolle zu bringen. Um sich selbst machte sich Jane weniger Sorgen als um Lady Sarah, die voll und ganz unter dem Einfluss einer anderen und brandgefährlichen Macht stand, die eben von dem Hellseher ausging.
    Herr über Leben und Tod! So hatte er sich selbst bezeichnet. Allmählich begann Jane Collins dies zu glauben. Er hatte es geschafft, die Horror-Oma unter seinen Bann zu bekommen.
    Nachdem einige Zeit verstrichen war und sich Jane wieder etwas beruhigt hatte, drückte sie ihren Kopf vor und setzte auch einen Schritt bis auf die Schwelle, um von dort einen besseren Blick zu haben. Sie wollte nach links und nach rechts schauen. Es war recht dunkel im Flur und auch

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