Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
1107 - Die Mutation

1107 - Die Mutation

Titel: 1107 - Die Mutation
Autoren: Jason Dark
Ads
Soul war kleiner als Body. Und auch nicht immer so gut drauf oder optimistisch. Er gehörte mehr zu denjenigen, die überlegten und vorsichtig waren. Er war einer, der sich gern absicherte und lieber noch einmal nachfragte.
    Diesmal schwieg er.
    Body boxte ihm gegen die Schulter, so daß sein Kumpel gegen die Mauer prallte. »Was hast du denn?«
    »Ich weiß nicht, ob das so stimmt.«
    »Klar.« Body schüttelte seinen Kumpel durch. »Habe ich mich schon mal geirrt? Habe ich das? Sag es!«
    »Nicht oft.«
    »Na eben.«
    »Aber hundertprozentig bist du auch nicht.«
    »Das ist keiner. Nur habe ich eine Nase, und die sagt mir, daß wir auf der Ladefläche was finden. Der Wagen ist hier nicht zum Spaß abgestellt worden.«
    Soul zuckte mit den Schultern. »Okay, packen wir es. Das Werkzeug haben wir mit.«
    Beide gehörten zu den Gestalten der Nacht. Sie lebten von dem, was die Dunkelheit ihnen bot. Sie waren gute Diebe und kannten auch die entsprechenden Personen, die ihnen die Ware abnahmen. Es wurde mal wieder Zeit für sie. Sie brauchten Beute. Egal, was es auch war. Am liebsten holten sie sich Geräte der Unterhaltungselektronik, aber an die war schwer ranzukommen.
    Der Transporter kam ihnen genau richtig. Er parkte im Schatten der Lagerschuppen, die teilweise nicht mehr benutzt wurden und leerstanden. Hin und wieder dienten sie als Umschlagplatz für heiße Waren, und es war gefährlich, sich die zu besorgen.
    Sie schauten nach. Keine Mauerecke nahm ihnen jetzt die Sicht. Der Wagen parkte einsam und verlassen. Er stand auf einem Hof. Früher hatte es mal eine Zufahrt gegeben. Die existierte jetzt nicht mehr. Mauern waren abgerissen worden, aber die alten Hallen standen noch. Ziemlich verwinkelt und schräg. Die Leute hatten früher so gebaut, wie es ihnen in den Sinn gekommen war.
    Der Wagen besaß eine große Ladefläche. Sie wurde von einer Plane umspannt und überragte auch das Führerhaus. Beide Männer trugen Turnschuhe, mit denen sie sich lautlos bewegen konnten. So glitten sie beinahe unhörbar auf das Ziel zu, wobei Body diesmal vorging, denn er hatte den besseren Riecher.
    Sie hatten sich Body und Soul genannt, weil einer von ihnen sich auf seinen Körper verließ und auf die Kraft seiner Muskeln. Soul war mehr die Seele des Duos. Er stufte sich selbst als sensibel ein und hatte einen Riecher für Gefahr. Zum Glück, denn er hatte den beiden schon oft genug geholfen.
    Der erste Weg führte sie bis dicht an das Führerhaus heran. Dort stellten sie sich auf die Zehenspitzen, um durch das Fenster schauen zu können.
    Im Innern war es dunkel, doch sie konnten so gerade erkennen, daß sich niemand dort hingelegt hatte, um zu schlafen.
    »Leer!« meldete Soul.
    »Klar, das habe ich dir gesagt.« Wieder grinste Body. Er traf bei seinem Freund auf wenig Gegenliebe, denn der sensiblere Soul hatte die Stirn gerunzelt.
    »Was stört dich?«
    »Nase.«
    »Ach, hör auf, Mann. Da ist niemand. Erst morgen früh wird der Wagen abgeholt.« Body wies auf die dunkle Plane. »Eine Nase habe ich auch, darauf kannst du dich verlassen. Ich merke doch, daß sich darunter was versteckt. Ich zittere, verstehst du? Und weißt du, warum ich zittere? Weil wir gleich zuschlagen werden. Abgebrüht und eiskalt. Wie es eben unsere Art ist.«
    »Mal sehen.«
    »He, willst du kneifen?«
    Soul, dessen schmales Gesicht leicht mädchenhafte Züge aufwies, verneinte leise. »Aber es kann sein, daß wir Ärger kriegen. Sag hinterher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.«
    »Klar, schon gut!« zischelte Body. »Du hörst auf dich, und ich höre auf mich. Ist doch perfekt, mein Junge, wie immer.«
    Soul zuckte nur die Achseln. Es sah aus, als hätte er sich in sein Schicksal ergeben. Sie waren eingespielt und brauchten nichts mehr abzusprechen.
    Body untersuchte den Wagen von außen. Er ging um ihn herum, leuchtete auch unter ihn und deckte dabei den größten Teil des Lichtscheins mit der Hand ab.
    Es war nichts, das sie gestört hätte. Sie strichen mit den Händen an der Plane entlang, drückten sie nach innen, ohne Widerstand zu spüren, und hatten somit festgestellt, daß der Wagen auf der Ladefläche nicht randvoll bepackt worden war, denn es gab noch genügend Spielraum.
    Soul ging einen Schritt weiter, indem er sein Ohr an den rauhen und harten Stoff legte. Er wartete recht lange, was Body bereits leicht nervös machte.
    »He, Ärger?«
    »Keine Ahnung.«
    »Dann…«
    »Warte noch«, flüsterte Soul.
    »Also

Weitere Kostenlose Bücher

Prinz der Düsternis
Prinz der Düsternis von Horst Hoffmann
0419 - Schattenjäger
0419 - Schattenjäger von Werner Kurt Giesa