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1075 - Horror auf Mallorca

1075 - Horror auf Mallorca

Titel: 1075 - Horror auf Mallorca
Autoren: Jason Dark
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Blut nicht mehr so schnell. Es sickerte jetzt mehr nach vorn und auch über das Gesicht hinweg.
    Die Fratze brannte weiter. Tiefer und unheimlicher noch glühte sie auf. Sie fraß sich hinein in den Körper des Zombies. Sie zerstörte alles, was sich dort befand. Sie war unersättlich. Sie drang hinein, sie bohrte sich dem Rücken entgegen und vernichtete alles, was sich in ihrer Nähe befand.
    Raoul fiel zu Boden. Er schlug schwer auf. Er zuckte noch und stieß dabei mit dem rechten Fuß die Maschinenpistole weg. Dann rührte er sich nicht mehr. Aber Bill konnte durch das Loch in der Brust schauen und starrte gegen den Boden der Sakristei.
    Es roch nach Rauch, nach Blut, nach Tod. Bill Conolly hatte Mühe, so richtig zu begreifen, daß er mit dem Leben davongekommen war. Bis er eine Stimme hörte.
    »Das war wirklich knapp, alter Junge!«
    Bill drehte den Kopf. Er wollte nicht glauben, was er sah. In der offenen Tür stand sein Freund John Sinclair…
    ***
    »Ja«, sagte ich und lachte etwas hart dabei. »Es ist verdammt knapp gewesen, alter Junge.«
    Ich hielt die Waffe noch immer in der Hand, trat als erster über die Schwelle und schaute mich um.
    Zwei Männer lagen verkrümmt am Boden, sie sich nicht mehr rührten. Eine Frau - Sheila Conolly hockte auf der Erde und hatte beide Hände vor ihr Gesicht geschlagen. Soweit ich das erkennen konnte, war sie unverletzt, wie auch ihr Mann Bill, der wirklich irrsinniges Glück gehabt hatte.
    Hinter mir schoben sich Jane Collins und Godwin de Salier in die Sakristei hinein. Jane lief sofort zu Sheila, während ich mich um Bill kümmerte.
    Diesmal war meine geweihte Silberkugel wirklich die Rettung in letzter Sekunde gewesen. Ich hatte sie direkt in den Kopf des Zombies geschossen. Von dort aus hatte es so etwas wie eine Initialzündung gegeben. Ein magischer Brand hatte sich ausgebreitet und vor allen Dingen die Fratze auf seiner Brust erfaßt. Die Magie der Kugel war stärker gewesen. Sie hatte den Körper letztendlich zerstört und die lebenswichtigen Teile von innen verglühen lassen. In Brusthöhe malte sich ein tiefes Loch ab, mit einem Ausgang am Rücken.
    Bill Conolly war kreideweiß. Auf seiner Haut lag der Schweiß wie ein Fettfilm. Zwar stand er bewegungslos auf dem Fleck, aber er hatte seinen Mund weit geöffnet und atmete ein und aus. Die Augen waren ihm aus den Höhlen gequollen, die Lippen zitterten, doch er brachte kein Wort hervor.
    Godwin de Salier hatte sich nur kurz umgeschaut. Er war weitergegangen und innerhalb des Turms verschwunden. Mein Blick fiel auch auf den Tresor. Darin mußte das Kreuz gelegen haben. Ich warf einen Blick hinein und sah nur die beiden leeren Fächer.
    Sheila stand wieder auf den Beinen. Sie hatte sich allerdings gegen Jane Collins gelehnt und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Jane bemerkte meinen fragenden Blick. Sie schüttelte den Kopf. »Keine Sorge, John, ihr ist nichts passiert.«
    »Wunderbar.«
    Bill hatte sich an den kleinen Tisch gesetzt, schaute ins Leere und schüttelte den Kopf. Bevor ich mich um ihn kümmerte, schaute ich mir den zweiten Mann an.
    Er rührte sich nicht mehr. Die Garbe aus der MPi hatte ihn voll getroffen. Unter ihm breitete sich eine Blutlache aus. Ich setzte mich zu Bill. Wir schauten uns an.
    »Alles okay?«
    »Fast.«
    »Tut mir leid«, sagte ich. »Aber ich habe nicht gewußt, in welcher Hölle ihr landen würdet.«
    »Keine Sorge, John, auch keine Vorwürfe. Das konnte keiner von uns wissen.« Er räusperte sich und atmete aus. »Das ist einfach furchtbar gewesen. Ich komme damit noch immer nicht klar. Du glaubst gar nicht, was Sheila und ich hinter uns haben. Auch oben, in diesem verdammten Kirchturm. Da sollten wir ja sterben.«
    »Es wäre wohl besser, wenn du von Beginn an berichten würdest. Falls du dich dazu in der Lage fühlst.«
    Er winkte ab. »Klar, das packe ich schon. Es ist nur so wahnsinnig, so unfaßbar…« Er lachte auf und wartete, bis auch die anderen ankamen.
    Sheila und Jane. Selbst Godwin de Salier tauchte auf, ohne etwas zu erklären.
    »Möchtest du auch etwas dazu sagen?« fragte Bill seine Frau.
    Sheila war dagegen. »Nein, das ist jetzt deine Sache. Ich bin ja dabeigewesen.«
    Was wir dann aus Bills Mund erfuhren, war wirklich kaum zu glauben. Ich schämte mich, die beiden in den Fall hineingezogen zu haben, in dem es um ein geheimnisvolles Templerkreuz ging, dessen Bild uns ein gewisser Carlos Fuentes in London präsentiert hatte. Uns, das waren außer mir Lady Sarah

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