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100 - Des Teufels Samurai

100 - Des Teufels Samurai

Titel: 100 - Des Teufels Samurai
Autoren: Dämonenkiller
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Die Prophezeiung des Hermaphroditen Phillip erregte Coco Zamis so sehr, daß sie sich auf ihr Zimmer im zweiten Stock von Castillo Basajaun zurückzog - in das Zimmer, das sie früher mit Dorian Hunter geteilt hatte.
    Der Dämonenkiller galt als tot und sie als seine Mörderin. Doch außer Abi Flindt machte ihr niemand einen Vorwurf. Denn man glaubte ihr, daß Dorian zum Zeitpunkt der Tat von dem Erzdämon Luguri besessen war.
    In Wirklichkeit hatte Coco jedoch nur einen Doppelgänger des Dämonenkillers getötet. Sie hatte ihn sofort entlarvt, als sie sah, daß er nicht das Hexenmal über dem Herzen trug, mit dem sie den echten Dorian verzaubert hatte.
    Doch außer ihr kannte die Wahrheit niemand.
    Was war aus Dorian geworden?
    Warum hatte er kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben?
    Seit drei Monaten wurde Coco von Zweifeln gequält. Und nun hatte Phillip noch Unheil für eine „alte Liebe" Cocos prophezeit. Der Hermaphrodit hatte sogar Ort und Zeitpunkt für das „ unheilvolle Ereignis" genannt.
    Den anderen hatte Coco weisgemacht, daß Phillip damit nur einen Mann namens Richard Steiner meinen konnte. Steiner hatte einst eine Rolle in ihrem Leben gespielt, als sie noch eine Hexe der Schwarzen Familie war. Sie fürchtete jedoch, daß Dorian mit dieser alten Liebe gemeint war.
    Sie öffnete die Schublade einer Kommode. Dort lag eine kleine Wachspuppe - ein Andenken an Dorian.
    Mit dieser Puppe hatte sie Dorian vor vier Monaten in ihrem Zimmer der Londoner Jugendstilvilla behext. Sie hatte ihn einem Liebeszauber unterworfen, der ihr Macht über ihn verlieh. Wo immer er auch war, sie
    konnte ihn mit der Puppe zu sich zurückrufen.
    Coco fand, daß sie lange genug gewartet hatte. Den letzten Anstoß dazu, ihren Liebeszauber wirken zu lassen, hatte Phillips Prophezeiung gegeben. Sie war des Wartens müde.
    Als sie ihre Beschwörung beendet hatte, war die Puppe ein formloser Wachsklumpen. Ein sicheres Anzeichen dafür, daß der Liebeszauber wirksam geworden war.
    Der Dämonenkiller mußte ihrem Ruf folgen.

    Er träumte oft von Coco, und es waren Träume mit dem gleichen Inhalt: Er fand sich im Nirgendwo als einsamer Wanderer. Dann tauchte Coco auf und rief ihn. Er sah sie als überirdisch schönes Wesen. Er sah sie ganz deutlich, und sie war ganz nahe. Er lief klopfenden Herzens auf sie zu, und sie streckte ihm mit halbgeschlossenen Augen die Arme entgegen und erwartete ihn sehnsuchtsvoll. Doch er erreichte sie nie. Denn so schnell er auch lief und obwohl sie sich nicht vom Fleck rührte - sie entschwebte ihm, blieb immer in der gleichen Entfernung…
    Doch diesmal war der Traum anders.
    Dorian fand sich in einem dschungelartigen Wald, der in einen gepflegten Garten überging. Es war ein exotischer Garten mit kleinen Seen, Zwergbäumen und größeren, die Kirschblüten trugen. Inmitten des gepflegten Gartens ragte ein verfallener Palast auf, der von Unkraut und Büschen überwuchert war. Es war ein fernöstlicher Palast, chinesisch oder japanisch, einige Stockwerke hoch. Und jedes Stockwerk war mit einem geschwungenen Dach abgeschlossen - ähnlich wie bei einer Pagode.
    Dorian kam nicht als er selbst in diesen fremden verlassenen Palast, der ein Gegenstück zum Tempel des Hermes Trismegistos zu sein schien… Er kam als Richard Steiner.
    Plötzlich tauchten überall die Gesichter seiner früheren Freunde auf. Jeff Parker fuhr mit seiner Jacht über den Himmel und winkte wehmütig. Abi Flindt versuchte verzweifelt, sich durch den Dschungel zu ihm durchzukämpfen. Er sank, als er vor ihm stand, erschöpft und enttäuscht zu Boden, weil Dorian ein Fremder war - nämlich Richard Steiner. Hideyoshi Hojo tauchte zwischen den Sträuchem auf, zeigte sein japanisches Lächeln und winkte den fremden Besucher zu sich. Er trug einen prunkvollen Haori.
    Dorian in der Gestalt des Richard Steiner folgte ihm. Und Yoshi breitete die Arme aus, in einer Art, als wolle er in diese Bewegung den gesamten Palast einschließen. Und als Dorian genauer hinsah, erkannte er, daß die Büsche und Bäume eine einheitliche Gestalt darstellten…
    Das Gesicht wurde von blühenden Kirschbäumen gebildet. Die Augen waren bunte Schmetterlinge - und da sie mit ihren Flügeln flatterten, schienen die Augen zu leben. Büsche, Palastmauern und bemooster Fels hatten die Form einer Frau, deren Leib sich über den ganzen Garten legte, auf einen Arm gestützt dalag, wartete…
    Dorian hatte jedoch nur Augen für das Gesicht aus Kirschblüten.
    „Coco!" rief

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