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0897 - Zwei wie die Hölle

0897 - Zwei wie die Hölle

Titel: 0897 - Zwei wie die Hölle
Autoren: Jason Dark
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jetzt mit einem Computer umgehen und will sich bald einen zulegen.«
    »Was hat das mit deinen Gesichtern zu tun?«
    »Nichts weiter. Ich kann sie dann ausdrucken lassen, so oft ich will, und ich habe immer Geschenke für meine Freunde.«
    »O je!« stieß ich hervor und dabei die Augen verdrehend. »Dann wirst du bald zu einem Festplatten-Lyriker.«
    Suko schüttelte den Kopf. »Daß du dabei alles ins Lächerliche ziehen mußt.«
    »Das scheint nur so.«
    Die schmale Tür wurde von der anderen Seite aufgestoßen, und Kate Ross kam wieder zu uns. Sie hatte sich frisch gemacht Rouge aufgelegt, die Lippen nachgezogen, auch ihr dunkles Lockenhaar gekämmt und die Lippen nachgezeichnet. »Da bin ich wieder.«
    »Schick gemacht?« fragte ich.
    Sie deutete auf ihr Kleid. Es war braun, mit Längsstreifen, und reichte bis zu den Waden. »Nicht gerade schick, aber man muß seine Gäste ja entsprechend empfangen. Schließlich sind wir hier so etwas wie ein Hotel.«
    »Bestimmt.«
    »Auch wenn die Gäste nicht eben…« Sie winkte ab. »Lassen wir das.« Kate ging zur Kaffeemaschine und schenkte sich ein. Wir sahen, daß ihre Hand dabei zitterte. Innerlich war sie schon nervös.
    Wäre es anders gewesen, hätte es uns gewundert. Sie stellte die Kanne wieder weg, gab zwei Mietern, die kamen, die entsprechenden Zimmerschlüssel und ließ sich wieder auf ihren Korbstuhl fallen. Sie saß am Tisch, hielt die Tasse mit beiden Händen umklammert und schaute ins Leere. Erst als sie zwei, drei Schlucke getrunken hatte, fing sie an zu sprechen, und auf ihren Wangen zeichnete sich dabei eine Gänsehaut ab.
    »Hier werde ich also sitzen und die beiden Männer erwarten.«
    »So ist es!« bestätigte ich.
    »Zwei Killer!«
    »Ich würde das auch behaupten.«
    Sie verzog den kleinen Mund. »Das hätte ich mir nie träumen lassen, muß ich ehrlich sagen. Ich meine, wer hier absteigt, ist kein Chorknabe, da hat jeder sein Schicksal zu tragen, aber Berufskiller haben mich hier wohl noch nie besucht.«
    »Durchaus möglich«, gab ich zu. »Ich kann Sie auch verstehen, Kate, trotzdem sollten sie die Dinge nicht zu tragisch nehmen. Sie dürfen nicht vergessen, daß die Killer nichts von Ihnen wollen. Sie sind in diesem Fall nur eine Statistin. Sie brauchen eigentlich nichts zu tun und sich nur so zu verhalten wie wir es abgesprochen haben.«
    »Glauben Sie denn, daß es mir leichtfällt?«
    »Bestimmt wird es nicht einfach sein, aber wir sind in Ihrer Nähe. Sobald die beiden aus dem Eingangsbereich hier verschwunden sind, wird unsere Stunde kommen.«
    Kate drehte den Kopf nach rechts. Skeptisch und mit vorgeschobener Unterlippe schaute sie mich an. »Na ja, bis jetzt hat alles geklappt, aber so recht kann ich euch nicht trauen. Es sind einfach zu viele Unwägbarkeiten enthalten. Wenn ich euch richtig verstanden habe, kennt ihr die Typen nicht.«
    »Das stimmt.«
    »Dann wißt ihr auch nicht, was auf euch zukommt.«
    »Kann ein Vorteil sein«, sagte Suko. »Denn die andere Seite weiß ebenfalls nicht, was sie erwartet.«
    Kate überlegte. »Da haben Sie recht. Trotzdem ist es mir komisch, wenn ich ehrlich sein soll.«
    »Können wir verstehen.«
    Suko und ich hatten abgesprochen, daß wir, wenn die beiden Typen erschienen, in Kates Schlafzimmer gingen. Sie würde uns dann Bescheid geben, wenn die Luft rein war. Suko wollte wissen, wer ins Freie ging und wer hier im Haus bleiben sollte.
    »Bleibst du hier«, sagte ich.
    »Einverstanden. Warum?«
    »Du kannst dich leiser bewegen.«
    Er grinste nur matt.
    Kate schaute immer öfter auf ihre Uhr. Sie blickte auch nach draußen, was ihr durch die offenstehende Tür des Hauses ermöglicht wurde. Sie sah die Schatten während der Dämmerung länger werden. Das Abendrot hatte eine rosige Färbung hinterlassen und bildete zum Grau hin eine scharfe Trennung.
    Autos fuhren vor und entließen ihre Fahrer. Wer hier lebte, der konnte sich kaum einen Wagen leisten. Die beiden Killer würden mit dem Wagen kommen, daran glaubten wir fest, und Kate schrak plötzlich zusammen, als sie das helle Licht sah, das jenseits der Tür über den Boden wanderte. Es waren die Lichtinseln zweier Scheinwerfer.
    »Das müssen Sie sein!« flüsterte sie.
    »Okay«, sagte ich. »Sie wissen, was Sie zu tun haben. Benehmen Sie sich ganz normal.«
    »Mach ich.« Ihre Stimme zitterte leicht. Sie wußte auch nicht, wohin mit den Händen.
    Ich nickte ihr noch einmal aufmunternd zu, bevor ich mich in den Schlafraum zurückzog. Suko wartete

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