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0892 - Der Höllenclub

0892 - Der Höllenclub

Titel: 0892 - Der Höllenclub
Autoren: Jason Dark
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abzustellen. Aber hinausgehen und ihn woanders parken, wollte er auch nicht. Außerdem würde wohl kaum jemand auf einen Wagen achten, der harmlos und vereist am Straßenrand stand.
    Don Farell hoffte, daß er nicht zu lange warten mußte. Gegen eine oder zwei Stunden hatte er ja nichts einzuwenden, doch die gesamte Nacht in diesem Haus zu verbringen, womöglich noch ergebnislos, gefiel ihm überhaupt nicht.
    Es war ruhig um ihn herum. Und wenn er etwas hörte, war es ein vorbeifahrendes Auto.
    Der Instinkt riet ihm, das Licht zu löschen.
    Farell glitt zur Tür, drückte den breiten Schalter nach unten und bewegte sich auf eines der Fenster zu, um dort den Vorhang zur Seite zu schieben.
    Er schaute auf die Straße.
    Von dem fremden Wagen war nichts zu sehen. Der Mann war trotzdem nicht beruhigt. Er hätte ihn um die Ecke oder weiterfahren hören müssen, das war nicht geschehen. Vielleicht hatte er auch darauf nicht besonders geachtet, jedenfalls konnte er ihn nicht entdecken, als er in die Tiefe schaute.
    Was tun?
    Warten, weiter warten, vielleicht das Zimmer verlassen und sich im Dunkeln auf den Flur in der ersten Etage stellen. Er ging zur Tür und öffnete sie.
    In den Flur stellte er sich nicht, denn er hatte von unten gewisse Geräusche gehört, die darauf schließen ließen, daß die Haustür geöffnet worden war.
    Donata McBain kehrte zurück.
    Farell lächelte böse.
    Dann zog er sich wieder von der Tür zurück, schloß sie leise und baute sich im toten Winkel mit dem Rücken zur Wand auf.
    So wartete er ab.
    Farell war ein Mensch mit guten Nerven. Er hatte die Geduld eines Raubtieres, und er würde der Frau eine gewisse Zeitspanne geben, bevor er sich zeigte.
    Er blieb stehen, lauschte und hörte von der Treppe her Tritte und Geräusche.
    Geräusche?
    Nein, das waren Stimmen.
    Hinter seinen Schläfen tuckerte es. Das passierte immer, wenn er unter einer starken Spannung stand. Mit einer Stimme hatte er gerechnet, mit einer zweiten nicht. Die Frau war nicht allein. Sie hatte jemanden mitgebracht, aber keine Geschlechtsgenossin, sondern einen Mann.
    Don Farell nickte.
    Dann würde der Mann eben auch daran glauben müssen. Noch vor der Frau, denn er war das beste Druckmittel, das man sich vorstellen konnte.
    Der Tod auf zwei Beinen grinste noch stärker…
    ***
    Wir waren nicht auf dem direkten Weg zu Donata McBains Haus gefahren, sondern hatten einen Umweg gemacht und erst Ann Cordy zu Hause abgeliefert. Totenbleich war sie aus dem Wagen gestiegen, von ihrem Vater bereits sehnsüchtig erwartet, der seine Tochter vor der Haustür in die Arme schloß und mich über ihre Schulter hinweg anschaute. Er war besorgt, weil Ann weinte, ich aber nickte ihm beruhigend zu, bevor ich den Mann direkt ansprach.
    »Die Sache ist erledigt«, erklärte ich. »Es wird keine Skelette mehr geben, die Ihrer Tochter nach dem Leben trachten.«
    »Bitte?«
    »Ja.«
    Er konnte es kaum fassen. »Haben Sie…?«
    Ich nickte. »Ja, ich habe es getan. Es wird besser sein, wenn Sie es darauf beruhen lassen, Mr. Cordy. Gönnen Sie Ihrer Tochter Ruhe. Bitte stellen Sie noch keine Fragen. Lassen Sie Ann wirklich zur Ruhe kommen, um so schneller kann sie vergessen.«
    »Wenn Sie meinen.«
    Auch Donata McBain redete auf ihn ein und unterstützte mich. »Ich werde dann morgen zu euch kommen.«
    »Das wäre gut.« Er wollte uns noch danken, aber ich entzog mich den Worten, indem ich mich zum Wagen hin zurückzog und schnell einstieg. Ann löste sich von ihrem Vater. Sie drehte sich noch einmal um und winkte mir zum Abschied zu.
    Auch Donata stieg wieder ein. Sie lächelte wieder. »Das ist noch mal gutgegangen«, murmelte sie und schüttelte den Kopf. »Wer hätte das gedacht? Haben Sie gesehen, John, wie zufrieden Richard Cordy gewesen ist?«
    »Ich gönne es ihm.«
    »Ja, ich auch.« Donatas Gesicht nahm einen schmerzvollen Ausdruck an. »Ich gönne ihm seine Tochter, obwohl ich meine verloren habe.« Sie hob die Schultern. »So ist das Leben, und man kann nicht immer im Licht stehen.«
    »Da sagen Sie etwas.« Ich hatte mich angeschnallt. Vater und Tochter waren im Haus verschwunden, ich startete, denn für mich war der Fall noch nicht abgeschlossen. Es gab diese Bruderschaft der Mystiker oder den Höllenclub, wie er genannt worden war. Donatas verstorbener Mann war Mitglied in dieser Vereinigung gewesen, deren Sinnen und Trachten bestimmt nicht darin bestand, Gutes zu tun. Der Name Höllenclub ließ auf etwas Schreckliches, Böses und

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