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0882 - Der Sonnen-Dämon

0882 - Der Sonnen-Dämon

Titel: 0882 - Der Sonnen-Dämon
Autoren: Jason Dark
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Das Hologramm zeigte uns die Nacht in der Wüste. Wir sahen die beiden Männer, die vor einer Kühlerhaube standen, auf der ein Toter lag. Mit dem Blut des Toten war etwas auf seine nackte Brust geschrieben worden, das ich nicht lesen konnte. Dafür nahm ich das Entsetzen in den Gesichtern der Männer wahr, die wieder normal aussahen, denn die beiden dritten Augen auf ihren Stirnen waren verschwunden.
    Die Szene schwächte sich ab. Zugleich geschah noch etwas sehr Unheimliches und Unerklärliches.
    Aus dem realen Hintergrund hervor bewegte sich eine Gestalt in dieses magische Hologramm hinein. Ein Junge, der keine normale Kleidung trug, sondern eine rötliche Kutte, die gelbgolden schimmernde Fäden zierten.
    Jetzt hatte die Realität die Vergangenheit eingeholt. Beide bildeten ein einziges Bild. Der Wüstenhintergrund hatte sich über den Jungen geschoben, und ich hörte ihn noch einmal sprechen.
    »Ich muß ihn warnen, ich muß ihn retten…«
    Dann war Kinok verschwunden.
    Und mit ihm der Hintergrund.
    Es gab den Bann nicht mehr. Uns umgab das normale Wohnzimmer, in dem wir uns versammelt hatten, und nicht nur mir kam es vor, als würde ich aus einem tiefen Traum erwachen, mit dem zusammen ich die Realität durchbrochen hatte.
    Ich atmete tief ein. Meine Glieder waren vom langen Sitzen steif geworden.
    Ich hatte mich nicht bewegt, die erlebten Szenen waren einfach zu spannend und unerklärlich gewesen. Shao und Suko war es nicht anders ergangen. Ich konnte die Chinesin sehen, wie sie den Kopf schüttelte, um wenig später die Hände vor ihr Gesicht zu pressen.
    Suko saß nicht weit von ihr entfernt. Er starrte auf seine Teetasse, als wäre sie etwas Besonderes.
    Seine Stirn legte sich dabei in Falten.
    Ich selbst wollte etwas sagen, mußte mir aber erst die Kehle freiräuspern, dann atmete ich scharf durch und drückte mich aus dem Sessel hoch. Ein wenig verloren kam ich mir vor, als ich zum Fenster schaute, als wäre dort etwas zu sehen, das uns weiterbrachte. Dahinter jedoch lauerte nur die normale Dunkelheit eines Herbstabends. Mit Magie hatte das nichts zu tun, überhaupt nicht.
    Wir aber hatten die Magie erlebt. Zumindest eine Form davon, und wir standen noch immer unter deren Eindruck. Allmählich war mein Gehirn wieder bereit, sich mit gewissen Gedanken zu beschäftigen, alles noch einmal zu rekapitulieren, doch es war Shao, die mich mit ihrer Frage ablenkte.
    »Wen will er retten?«
    Ich drehte mich um.
    Shao hatte ihren Platz nicht verlassen. Sie saß im Sessel und schaute mal Suko und mal mich an.
    »Könnt ihr mir keine Antwort geben?«
    Meine Antwort war knapp. »Nein.«
    Suko war derselben Meinung, und auch Shao würde kaum etwas anderes sagen können, obwohl sie die einzige von uns war, die so etwas wie eine Beziehung zu Kinok, dem Jungen mit den goldenen Augen, aufgebaut hatte. Mit ihr und Suko hatte der Fall praktisch seinen Anfang genommen, denn ihnen war der Junge in einem Supermarkt aufgefallen. Allein wegen seiner Kleidung und der goldenen Augen.
    Es war dann zu einem schrecklichen Vorfall gekommen. An der Kasse des Supermarkts war ein Mann auf schlimme Art und Weise gestorben. Er war zusammengebrochen, hatte Blut dabei gespieen, und auf seiner Stirn hatte sich im Angesicht des Todes das dritte Auge eines Psychonauten abgezeichnet.
    Dieser Vorgang hatte Menschen wie Shao und Suko nicht ruhen lassen. Sie sahen einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Tod des Psychonauten und dem Erscheinen und auch schnellen Verschwinden des Jungen. Beide hatten sich aufgemacht, Kinok zu suchen, und es war Shao gelungen, ihn zu finden. Da aber hatte sie sich bereits in Lebensgefahr befunden, denn zwei Leibwächter des Jungen hatten sie umbringen wollen, damit dessen Geheimnis gewahrt blieb.
    Es war nicht dazu gekommen. Kinok hatte Shao gerettet und durch die Kraft seiner Hände auch ihre Würgemale am Hals geheilt. Als Suko und ich Shao fanden, da war schon alles vorbei gewesen, aber wir wußten, daß Kinok und die beiden arabisch aussehenden Killer in einem neben dem Tatort liegenden Hotel wohnten.
    Dort hatten wir sie dann gestellt. Es war zu einem Kampf gekommen. Die beiden Killer hatten ihr Leben verloren, Kinok aber existierte weiter, und er machte deutlich, daß er sich besonders zu Shao hingezogen fühlte, was ursächlich mit dem Planeten Sonne zusammenhing.
    Wir gingen davon aus, daß Kinok die Lösung des Rätsels war und wollten uns um ihn kümmern.
    Deshalb waren wir mit ihm zusammen in diese

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