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0853 - Tanz der Skelette

0853 - Tanz der Skelette

Titel: 0853 - Tanz der Skelette
Autoren: W.K. Giesa
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Asmodis kehrte das Château in die reale Welt zurück; Asmodis hatte sich davon immer noch nicht wieder richtig erholt. Shirona war tot, Taran war geflüchtet - möglicherweise in Zamorras Amulett. Nur dieses, das Letzte von sieben, die der Zauberer Merlin einst geschaffen hatte, existierte noch, die sechs anderen waren vernichtet. Und die Spiegelwelten - gab es sie noch, oder bewahrheitete sich Tarans Prophezeiung, dass sie allesamt zerstört worden waren? Stimmte, was der Jungdrache Fooly gesagt hatte: »Welten sterben wie Fliegen«?
    Zamorra wollte es herausfinden.
    Aber nicht jetzt. Zuerst wollte er sich von dem Stress erholen. Und aus genau diesem Grund waren Nicole und er hier, in Rio de Janeiro. Nicht nur, weil in Frankreich Winter war und hier sommerliche Hitze vorherrschte, nicht nur, weil hier der Karneval unmittelbar bevorstand, sondern, weil die »Negativ-Suche« hier einen Treffer gelandet hatte.
    Negativ-Suche bedeutete: Zuerst einmal hatte Zamorra Pascal Lafitte darauf angesetzt, Orte zu finden, an denen gerade keine dämonischen Aktivitäten stattfanden. Lafitte durchforstete Zeitungen aller Art aus aller Welt, wie er es immer tat, nur suchte er diesmal nicht nach unerklärlichen Vorfällen, die auf Magie und Dämonen hinwiesen, sondern nach dem Gegenteil. Die Negativliste, die er Zamorra lieferte, war von enormem Umfang. Zamorra und Nicole setzten den Computer darauf an, eine Prognose zu erstellen, wo mit absoluter Sicherheit in den nächsten zwei Wochen auch keine entsprechenden Aktivitäten stattfinden würden.
    Eine 100-prozentige Sicherheit gab es niemals, aber zwischen 98 und 99 Prozent landete der Computer zwei Treffer: die Arktis und Rio de Janeiro.
    Logischerweise gefiel ihnen beiden Rio um Längen besser, zumal sie nicht zum ersten Mal hier waren. Ihr letzter Aufenthalt lag zwar mittlerweile neun Jahre zurück, und sicher hatte sich einiges verändert, aber das störte weder Zamorra noch Nicole.
    Also waren sie per Regenbogenblumen kosten- und zeitsparend nach Florida gereist und von dort aus per Flugzeug weiter ans Ziel. Und nun genossen sie in einem Oberklasse-Hotel in Strandnähe das Prachtwetter und die Vorbereitungen auf den Karneval.
    Nicole gab sich erstaunlich locker. Zamorra war nicht sicher, ob sie das nicht vielleicht nur spielte. Immerhin war sie in den letzten Wochen vor der Siegel-Katastrophe ziemlich sauer auf ihn gewesen. Seine Sucht nach der Beschäftigung mit dem Buch und auch die schleichende Veränderung seines Charakters - er war härter und kompromissloser geworden, unnachgiebig und notfalls sogar bereit zu töten, wenn es dem Erreichen seines Zieles diente - hatte sie beide fast auseinander gebracht.
    Jetzt war er wieder normal, war wieder der alte Zamorra von früher. Aber konnte Nicole damit leben, dass er zeitweise so anders gewesen war?
    Er hoffte es.
    Und sah amüsiert zu, was um ihn herum geschah.
    ***
    Der Barkeeper stellte die beiden Gläser vor Nicole ab. »Das geht auf Zimmer Zwölf A.« Sie lächelte den kraushaarigen jungen Burschen an. Der lächelte zurück und tastete etwas in ein kleines Terminal. Die Getränke auf die Zimmerrechnung zu setzen, war normal - die wenigsten Gäste schleppten Bargeld mit sich auf die Hotelterrasse.
    Drei etwa zwanzigjährige Männer vom Typ »Ich bin der Größte und mir widersteht keine Frau« hatten sich derweil an ihre vermeintliche Beute herangepirscht und machten anzügliche Bemerkungen. Dabei ergingen sie sich in eindeutig zweideutigen Beschreibungen ihrer Vorzüge und wetteiferten darin, Nicole in ihr Bett einzuladen. Nun, sie sah ja auch recht einladend aus.
    Aber nicht, weil sie sich als Freiwild sah, sondern weil es ihr einfach Spaß machte, in verführerischer Schönheit zu glänzen.
    Als eine Hand Besitz ergreifend nach ihrem Po grabschte, grinste sie den jungen Burschen fröhlich an. Dann schnipste sie mit den Fingern in Richtung Barkeeper.
    »Ich brauche noch etwas Eis«, verlangte sie.
    »Kommt sofort.« Mit einer Zange griff er einen Eiswürfel aus dem verchromten Behälter. Nicole fischte diesen Behälter ab, hakte die Finger der anderen Hand in den Bund der Shorts des vorwitzigen Pograbschers und schüttete das Eis mit der Bemerkung: »Mann, bist du aber ein eiskalter Typ!« einfach in die Shorts hinein. Den leeren Behälter gab sie zurück, machte einen Kussmund in Richtung des abrupt schockgefrosteten Jungmachos und machte sich mit den beiden Getränken davon. Währen die Augen des Eisgekühlten groß

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