Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

0810 - Homo sapiens X7

Titel: 0810 - Homo sapiens X7
Autoren: Unbekannt
Ads
des Turmes.
    Ev Cymth fuhr herum.
    Auf der Plattform standen zwei Fremde.
    Der Wächter riß die Graise hoch.
    „Es hat keinen Sinn", sagte einer der beiden Ankömmlinge. „Diese Waffe funktioniert nicht mehr. Sie ist zu alt. Andernfalls wäre sie von uns neutralisiert worden."
    Die Eindringlinge, soviel konnte Ev Cymth im ungewissen Licht erkennen, waren schlank und hoch gewachsen. Ihre Körper sahen glatt aus, ihre Gesichter, die auf diese Entfernung nicht voneinander zu unterscheiden waren, drückten Gleichgültigkeit und Hochmut aus.
    Der Wächter warf die Graise weg.
    „Was wollt ihr von mir?" fragte er. „Wer seid ihr, und woher kommt ihr? Warum sprecht ihr die Sprache der Gegangenen?"
    „Willst du nicht zu uns heraufkommen?" fragte der Sprecher der beiden. „Dann können wir uns über alles unterhalten."
    Ev Cymth dachte an Flucht, aber wohin hätte er sich schon wenden können?
    Die Ebene der Graphitsteine reichte bis zum Horizont, und Ev Cymth wußte nicht, was dahinter lag.
    Endetal war ein verrufener Ort, den der Wächter niemals ohne Zwang aufgesucht hätte.
    Nach kurzem Zögern stieg Ev Cymth zur Plattform hinauf.
    Als er unmittelbar vor den Fremden stand, sah er, daß sie einander tatsächlich glichen. Einer schien das Abbild des anderen zu sein.
    „Unsere Namen sind Wastor und Klamous", sagte ihr Sprecher. „Wir wissen von der Existenz dieses künstlichen Planetoiden, seit er in den Bereich der Mächtigkeitsballung von ES eingedrungen ist."
    So lange man zurückdenken konnte, war die Welt, auf der der Wächter sich befand, durch den Weltraum geflogen. Ev Cymth erinnerte sich jetzt an diesen Umstand. Vermutlich war diese Welt dabei in einen Sektor geraten, der von einer Macht beherrscht wurde, die sich ES nannte.
    Ev Cymth war überzeugt davon, daß man ihn in Ruhe lassen würde, sobald man sich von seiner Harmlosigkeit überzeugt hatte.
    „Wastor und ich sind Abgesandte von ES", fuhr Klamous fort. „Dieser Planetoid scheint geeignet zu sein, einen bestimmten Test durchzuführen."
    „Diese Welt gehört den Gegangenen", protestierte der Wächter. „Nur sie haben das Recht, hier zu leben und zu experimentieren."
    „Grundsätzlich ist das richtig", stimmte Klamous zu. Ev Cymth hatte den Eindruck, daß die beiden Ankömmlinge sich amüsierten. „Aber jene, die diesen Planetoiden geschaffen haben, werden niemals zurückkommen. Sie existieren nicht mehr."
    Diese so kühl ausgesprochene Behauptung erschütterte Ev Cymth schwer, denn sie stellte seine Arbeit der vergangenen Jahrhunderte in Frage. Sie stempelte ihn zu einem sinnlosen Bestandteil dieser Welt - zu einem Mechanismus.
    „Alle, die diesen Planetoiden bewachen", sprach Klamous, „erfüllen eine sinnlose Funktion."
    Bedeutete das, daß es außer ihm noch andere Wächter gab? überlegte Ev Cymth bestürzt.
    Er hatte sich stets als einmalig angesehen und aus dieser Selbsteinschätzung die Kraft bezogen, seinen einsamen Dienst zu verrichten.
    „Wir werden eurem Dasein einen neuen Sinn geben", versprach Klamous. „ES hat uns beauftragt, diesen Planetoiden zu präparieren. Sobald das geschehen ist, wird ein Konzept hierherkommen."
    „Was ist ein Konzept?" erkundigte sich Ev Cymth.
    „Ein Mensch!" Diesmal hatte Wastor gesprochen. „Oder besser gesagt - mehrere Menschen."
    Der Wächter trat an den Rand der Plattform und lehnte sich über die Brüstung, um sich hinabzustürzen. Er verstand kaum etwas von dem, was die beiden Eindringlinge sagten, aber sie schienen zumindest in einer Beziehung die Wahrheit zu sprechen: Es gab keine Gegangenen mehr, deshalb war es sinnlos, Phark zu bewachen.
    Varryleinen Ev Cymth kippte sich über die Brüstung, aber der erwartete Aufprall fand nicht statt.
    Der Wächter schwebte sanft zu Boden.
    Einer der beiden Abgesandten (es war unmöglich für Ev Cymth zu erkennen, ob es Klamous oder Wastor war) folgte ihm über die Leiter.
    „Das war ziemlich leichtfertig von dir", stellte der Fremde fest. „Ohne unsere Antigravprojektoren hättest du das nicht überstanden."
    Ev Cymth schwankte bis zu einer Graphitsäule, ließ sich nieder und lehnte sich mit dem Rücken dagegen.
    Das Wesen, das sich als Abgesandter bezeichnet hatte, folgte ihm.
    „Du hast nichts zu befürchten", versicherte es ihm. „Weder dir noch einem der anderen Wächter wird irgend etwas geschehen. Sobald der Test abgeschlossen ist, werden wir uns wieder zurückziehen.
    Danach kannst du selbst über dein Schicksal entscheiden. Wir befürchten

Weitere Kostenlose Bücher

Die Letzte Spur
Die Letzte Spur von Charlotte Link
Laubmann 1 - Der zerrissene Rosenkranz
Laubmann 1 - Der zerrissene Rosenkranz von Stefan Fröhling & Andreas Reuß
Dunkle Symphonie der Liebe
Dunkle Symphonie der Liebe von Christine Feehan
Mopsküsse: Roman (German Edition)
Mopsküsse: Roman (German Edition) von Carin Müller , Micha Goebig