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0789 - Der Zombie-Teich

0789 - Der Zombie-Teich

Titel: 0789 - Der Zombie-Teich
Autoren: Jason Dark
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Leise und freudig, dicht an ihrem rechten Ohr. Als es verstummte, löste sich die Hand, und Dinah konnte wieder normal und tief durchatmen.
    »Hast du dich erschreckt?«
    Sie schloss für einen Moment die Augen. Eine dämliche Frage!
    Natürlich hatte sie sich erschreckt, und sie hätte beinah einen Herzschlag bekommen. Allmählich hasste sie die Späße ihres Freundes, die konnte er bei anderen durchführen, nicht bei ihr!
    Sie merkte, wie die Wut in ihr hochstieg, die normalen Gedanken überschwemmte, und als Herbies Schatten erschien, da hatte sie den Arm schon halb angehoben. Ihm und der Hand Schwung zu geben, war einfach. Sie landete in Herbies Gesicht, der so überrascht war, dass er zurücktaumelte, eine Baumwurzel übersah und sich tatsächlich auf den feuchten Waldboden setzte.
    »So, das geschieht dir recht!«
    Er saß da und rieb seine Wange. »Du hast einen ganz schönen Schlag, meine Liebe.«
    »Weiß ich.«
    Seine Hand sank nach unten. Dafür schaute er in die Höhe und an den dunklen Jeans entlang, die sehr eng saßen. »Scheiße, ich werde es mir überlegen, ob ich dich heirate. Wenn du jetzt mit der Hand schlägst, nimmst du später die Bratpfanne oder irgendeinen noch schlimmeren Gegenstand.«
    »Meinst du?«
    »Klar doch.«
    »Dann kann ich ja gehen.«
    Dinah wandte sich ab, das aber wollte Herbie nicht zulassen. Mit einem Satz war der junge Mann, der wegen seiner roten Haare nur Feuerkopf genannt wurde, wieder auf den Beinen. Er brauchte seine Freundin nicht erst einzuholen, denn sie hatte es nicht so gemeint und war schon nach zwei Schritten stehen geblieben. Sie strich ihr blondes Haar zurecht und band es am Hinterkopf mit einem Gummiband zu einem Pferdeschwanz zusammen. Herbie kam auf sie zu.
    Seine Sohlen hinterließen auf dem Laub knirschende Geräusche. Ansonsten war es still in diesem Waldstück, das sehr einsam lag und vor dem sich gewisse Leute hüteten, weil die Sage umging, dass es zwischen den düsteren Bäumen nicht geheuer war und es spuken sollte.
    Davon hatten die beiden Liebenden noch nichts bemerkt. Ihnen gefiel dieser Wald, und ihnen gefiel besonders ihr kleines Liebesnest, das sie sich nicht weit von dem kleinen Teich entfernt richtig häuslich eingerichtet hatten.
    Es war eine Bude aus Brettern, Zweigen und Moos. Herbie, der Tischler, hatte hier so etwas wie ein kleines Meisterstück geliefert, es fehlte nur die Heizung, aber Liebende kannten keine Kälte. Wenn es sein musste, wärmten sie sich gegenseitig.
    »Alles wieder klar?« Herbie legte seine Hände auf Dinahs Schultern und gab ihr einen Kuss.
    Zu einem zweiten ließ sie ihn nicht mehr kommen, denn sie drehte den Kopf zur Seite. »Das werde ich mir noch überlegen.«
    »Wo denn?«
    »Tja«, sagte sie spöttisch und wandte sich um. »Ich sage es dir später.«
    »Doch hoffentlich in unserer Hütte.« Herbie lief ihr schnell nach und holte sie wieder ein.
    »Du willst dorthin?«
    Er ging neben ihr zwischen den Bäumen her. »So war es doch abgemacht, denke ich.«
    »Bei dem Wetter…«
    »Hör auf mit den Ausreden!« Er legte den rechten Arm um ihre Schulter. »Ich kenne Nächte, die noch kälter waren als die heutige. Da hast du dich nicht so angestellt.«
    »Man ist nicht immer gleich in Form.«
    »Ich habe extra die Flasche Wein mitgenommen.«
    Sie hatten den Weg erreicht, wo auch ihr Wagen stand. Es war ein kleiner Renault. Herbie Santer ging hin und öffnete die Heckklappe.
    Von der Ladefläche holte er die Sporttasche, in der er nicht nur die Flasche Rotwein verstaut hatte, sondern auch etwas zu essen, Kerzen und warme Decken sowie einen Schlafsack, in dem zwei Personen Platz hatten. Er stemmte sie hoch und schwenkte sie hin und her. »Kann ich sie mitnehmen, oder soll ich sie im Wagen lassen?«
    Das Mädchen musste lachen. »Okay, nimm sie mit.«
    »Danke.« Er schmetterte die Klappe zu. »Dann wollen wir mal.«
    Herbie hatte seinen Wagen am Ende des Forstwegs abgestellt. Bis zu ihrem Liebesnest war es nicht sehr weit, doch einen direkten Weg gab es nicht. Sie mussten sich durch einige Büsche wühlen. Über diesen Pfad erreichte man auch den Teich, der inmitten des dunklen Waldes wie ein übergroßes Auge lag und selbst im hellen Sommer immer unheimlich und dunkel aussah.
    Im Sommer hatte Herbie das Liebesnest gebaut und jetzt, in der kalten Jahreszeit, mit Moos isoliert. Die Hütte lag in einer Mulde und lehnte sich gegen die mächtigen Wurzeln eines zu anderen Seite gekippten Baumstamms, den der Sturm vor drei

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