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0773 - Die Macht der Templer

0773 - Die Macht der Templer

Titel: 0773 - Die Macht der Templer
Autoren: Jason Dark
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Weg befand.
    Wieder legte er seine Hände um den in einem dunklen Rot schimmernden Gegenstand. Wie schwache, helle Pinselstriche zeichneten sich die Schlieren darin ab. Sie waren die Informationsträger und Übermittler. Mit ihm musste er den entsprechenden Kontakt aufnehmen, um dann das Richtige tun zu können.
    Seine Körperwärme vermischte sich mit dem Würfel. Sie machte ihn für den Abbé geschmeidiger. Er merkte genau, dass sich etwas tat, wie die Schlieren auf ihn reagierten, wie sie anfingen zu zucken, und die Informationen weitertrugen. Im Kopf spürte er sie.
    Es war alles nur eine Sache des Kopfes. Darauf und auf nichts anderes kam es an. Wer das Grauen begriffen hatte, konnte sich ihm auch entgegenstemmen.
    Zuerst waren es nicht mehr als flüchtige Gedanken. Je schneller sich die Einschlüsse aber bewegten, umso klarer zeichneten sie sich ab, und der Würfel wurde zu einer Leinwand.
    Er gab ein Bild wieder.
    Der Abbé sah es nicht wirklich, sondern in Gedanken. Das erledigte der Würfel, er schlug die Brücke, und wieder trat das Skelett auf.
    Für einen Moment hielt der Abbé den Atem an. Hectors silbernes Skelett wollte etwas von ihm. Die Botschaft war da und gleichzeitig die Warnung.
    Der Abbé geriet ins Schwitzen, als er sie hörte. Es war nur ein kurzer Augenblick, nicht mehr als ein Stechen im Gehirn, doch Bloch wusste Bescheid.
    Baphomet! Er war der große Denker und Lenker, der hinter allem stand. Er war derjenige, der die Dinge in Bewegung brachte, der immer wieder in gewisse Leeren hineinstieß und sie ausfüllte. Er war die Person, die den Hass, das Grauen und die Vernichtung säte, denn seine Feinde sollten vernichtet werden.
    Bisher hatte sich die Gruppe um den Abbé noch halten können.
    Die Frage war nur, wie lange dies noch gelang.
    Das Erscheinen des Sessels hatte einiges in Bewegung gebracht, doch es war erst der Anfang des teuflischen Spiels.
    Bloch versuchte, die Gedanken des anderen genau zu erkennen. Es war nicht nur mit Hector de Valois’ Erscheinen getan, da steckte mehr dahinter, und er spürte auch sehr genau das Brennen, das plötzlich entstand.
    In seinem Innern loderte die Flamme. Sie fauchte hoch, sie packte ihn, der Mönch stöhnte, und er hielt den Würfel wie in einem Krampf umklammert, weil er sein Informant und Retter war. Welchen Weg musste er einschlagen?
    Der Würfel würde es ihm sagen. Das Vertrauen des Abbé in ihn war ungebrochen. Auch jetzt.
    Das Skelett verschwand, zumindest aus seinem Gedanken. Dafür erschien etwas anderes, das der Blinde »sah«, das ein Sehender möglicherweise nicht wahrgenommen hätte.
    Eine Warnung? Ein Zeichen?
    Nein, beides nicht.
    Es war eine schlimme, eine grausame Tatsache, und sie hatte unmittelbar mit einem seiner Freunde zu tun, mit Suko.
    Er saß auf dem Stuhl. Er befand sich in Lebensgefahr, denn dieser verdammte Skelett-Sessel wollte ihn killen.
    Und der Abbé hörte die einsamen Hilfeschreie des Freundes…
    ***
    Hände kalt wie Gräber hatten sich um meinen Hals geklammert. Es war kein Mensch, der mich da erwürgen wollte, sondern ein lebender Toter, und ich konnte mich nicht wehren, weil ich an einem Stuhl gefesselt war.
    Dafür kämpfte und wehrte sich eine andere Person. Es war eine Frau, eine Fotografin. Sie hieß Rose Cargill, und auf sie hatte ich meine Hoffnungen gesetzt.
    Mir schoss ein verrückter Gedanke durch den Kopf. Jetzt war es umgekehrt wie im Kino. Da war immer das Mädchen oder die Frau gefesselt, und der Mann kämpfte um sie. Doch im Zeitalter der Emanzipation konnte es ruhig mal umgekehrt sein.
    Ich versuchte, den Druck der Klauen zu ignorieren und mich auf Rose zu konzentrieren. Ich konnte nichts anderes tun, als ihr und mir die Daumen zu drücken. Wenn sie verlor, war auch ich erledigt.
    Dabei war sie keine Frau, die mit Waffen umgehen konnte. Ihre Waffe war der Fotoapparat. Von mir hatte sie die Beretta und das Kreuz bekommen, damit sie beides einsetzen konnte.
    Die Beretta hatte sie noch nicht eingesetzt, dafür aber das Kreuz.
    Ich hatte ihr gesagt, dass sie es auf keinen Fall loslassen sollte. Wenn sie es warf, musste sie es an der Silberkette festhalten und natürlich auch genau zielen.
    Mit vier schrecklichen Feinden hatten wir es zu tun gehabt. Nun waren nur noch drei.
    Einen hatte Rose oder das Kreuz erledigt. Es war über die Platte des Richtertisches gehuscht – und genau in das Gesicht mit den blutigen Lippen hinein. Dem hatte das Wesen nichts entgegensetzen können. Es war vor unseren

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