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073 - Der Gehenkte von Dartmoor

073 - Der Gehenkte von Dartmoor

Titel: 073 - Der Gehenkte von Dartmoor
Autoren: Larry Brent
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    Die Stimme
war sachlich und ohne jedes Gefühl, auch wenn das, was sie mitzuteilen hatte,
Regungen in einem Menschen hervorrief.
    Aber die
Stimme war nicht menschlich. Es war die eines Computers.
    Er gehörte zu
einer Spezialanfertigung, mit der speziell der geheimnisvolle Leiter der PSA,
X-RAY-1, in Verbindung treten konnte und die ihm wichtige Neuigkeiten zu
gegebener Zeit mitteilte.
    »Agent X-RAY-14 ist tot…«
    Der väterlich
wirkende Mann mit der dunklen Brille wurde ernst.
    Seine Finger
drückten rasch mehrere Tasten. Er forderte weitere Informationen aus dem
Gedächtnis des Computers an.
    Wie die
Nachricht das Archiv der PSA erreicht hatte, war kein Geheimnis.
    Jeder Agent
trug einen besonders präparierten Ring, der dann automatisch Impulse zu senden
begann, wenn die Körpertemperatur seines Trägers unter einen kritischen Punkt
gesunken war, an dem das Leben zu Ende ging.
    X-RAY-1
erfuhr, daß die letzte Nachricht von X-RAY-14 aus der englischen Grafschaft
Devonshire stammte.
    Mit der
Todesnachricht wurde auf einen außergewöhnlichen Umstand aufmerksam gemacht.
    Unter
normalen Umständen vergingen mehrere Stunden, bis der Körper eines Toten
erkaltete. Entsprechend wurden die Impulse, die der Ring über den
PSA-Satelliten schickte, immer schwächer, bis sie schließlich nach Stunden
vollends erloschen.
    Im Fall von
X-RAY-14 jedoch waren die Impulse in wenigen Minuten verstummt.
    Gab es eine
logische Erklärung für das rapide Absinken der Körpertemperatur?
    Dr.
Berendson, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der PSA, konnte darauf vielleicht
eine Antwort geben.
    X-RAY-1 nahm
sofort Kontakt mit der Abteilung auf.
    Während er
die Verbindung wählte, drehten sich seine Gedanken wie ein Karussell.
    X-RAY-1
stellte Überlegungen an, die den nun mit großer Wahrscheinlichkeit toten X-
RAY-14 betrafen.
    Vor zwei
Wochen war dieser Mann von Chicago aus mit ihm in Verbindung getreten und hatte
ihm angedeutet, daß er auf die Spur einer Reihe von Verbrechen gestoßen wäre,
von denen er annehmen könnte, sie wären einmalig in der Geschichte der
Kriminalgeschichte.
    Die Spur
führte nach England…
    Berendsons
Stimme riß ihn aus dem Nachdenken.
    X-RAY-1
teilte ihm die besonderen Umstände mit, und Berendson war der Meinung, daß es
dafür nur eine einzige Erklärung gab.
    »Innerhalb
weniger Minuten, Sir, muß das gesamte Blut dem Körper von X-RAY-14 entzogen
worden sein… Ich stehe auch noch vor einem Rätsel, aber eine weitergehende
Erklärung kann ich ohne Prüfung der genauen Umstände nicht geben.«
    »Verstehe,
Doc.«
    Nachdenklich
unterbrach er die Verbindung.
    Zur Zeit
hielt sich ein weiterer Agent in England auf, genau genommen direkt in London:
    Larry Brent.
Er mußte die Spur dort aufnehmen, wo sich die von X-RAY-14 verlor.
     
    ●
     
    Der
grauhaarige Geistliche wandte sich mit einem Ausdruck des Schauderns zu dem
jungen Kollegen an seiner Seite: »Sie werden es mir nicht verübeln, Vikar
Merten, aber dieses endlose Moor hat für mich einfach etwas Unheimliches!«
    Der junge
Pfarrer, gesund, rotwangig und selbstbewußt, lachte: »Ich verstehe Sie gut,
Superintendent; so geht es vielen, die zum ersten Mal unser Dartmoor sehen. Man
nennt es ja nicht umsonst die britische Sahara. Eine grüne Sahara. Es bedeckt
Hunderte von Quadratmeilen und ist über weite Strecken so einsam wie eine
Wüste. Es gibt genug Leute, die sich darin verirrten und spurlos im Sumpf
versanken. Niemand hat ihre Schreie gehört.«
    Die beiden
Geistlichen standen auf der Kuppe eines granitenen Hügels und schauten auf die
wellige Moorlandschaft, die sich bis an den Horizont ausdehnte, nur da und dort
von kahlen Felsgruppen und kleinen Gehölzen unterbrochen. Lange Wolkenketten
zogen rasch über die erstarrte Gegend und warfen gespenstische Schatten.
    Superintendent
Burns aus Manchester wandte sich um und wies auf das bunte, freundliche
Dörfchen mit seinem hohen Kirchturm, das auf der anderen Seite des Hügels lag.
    »Ein
seltsamer Gegensatz! Ihre hübsche Gemeinde Fennermoor, und nur wenige hundert
Meter entfernt beginnt diese düstere Moorlandschaft!«
    Vikar Merten
nickte.
    »Stimmt!
Fennermoor liegt genau an der Grenze zwischen dem Kulturland und dem Dartmoor.
Wenn Sie so wollen – zwischen dem Leben und der Verlassenheit. Aber
Sehenswürdigkeiten gibt es in Fennermoor! Schauen Sie mal dort hinüber nach dem
Felsenhügel, der etwas höher ist als der unsere. Was sehen Sie?«
    »Ein hoher,
windgebeugter Baum steht dort

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