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0684 - Die dunkle Jagd

0684 - Die dunkle Jagd

Titel: 0684 - Die dunkle Jagd
Autoren: Werner Kurt Giesa
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Der Tod hatte einen Namen. Und er war schon einmal gestorben. Zweimal sogar, wenn er es ganz genau nahm. Aber so genau wollte er es gar nicht wissen.
    Denn diesmal war er nicht gestorben. Es war nur eine Art Test gewesen. Und der hatte ihm gezeigt, dass er noch an seinem Projekt arbeiten musste.
    Allerdings hatte es ihm einen Schock versetzt, als das Schwert auf ihn zu geflogen war. Dass es eine Illusion war, von ihm selbst geschaffen, begriff er erst jetzt, im Nachhinein. Besser wurde es dadurch aber auch nicht. Er fragte sich ernsthaft, warum er es gewählt hatte. Aber vielleicht lag es daran, dass er gewillt war, sich seinem alten Trauma zu stellen?
    Und es passte in das Szenario.
    Das er noch optimieren musste. Für Jäger und Gejagte.
    Aber er hatte ja Zeit. Er hatte so lange auf seine Vergeltung gewartet, da kam es auf ein paar Tage oder Jahre auch nicht mehr an.
    Das grüne Leuchten seiner Augen verblasste, als Luc Avenge sich vorübergehend wieder anderen Dingen zuwandte.
    ***
    An einem anderen Ort horchte ein Mann auf, der nicht mehr sicher war, ob er noch Mensch oder schon Dämon war.
    Etwas hatte seine Magie berührt.
    Aber er konnte nicht herausfinden, was es war und woher es kam. Dämonisch konnte sie nicht sein, denn jene war völlig anders, war schwarz.
    Diese hier jedoch war…
    Er konnte sie nicht einordnen. Sie war - anders.
    Und sie hatte an ihm gezerrt. Das zumindest begriff er. Sie rief ihn, sie schien ihn zu sich holen zu wollen. Aber warum? Von wem ging sie aus?
    Führte etwa jemand eine Beschwörung aus?
    Aber das war unmöglich. Er besaß kein Dämonensigill, unter dem er von irgendwelchen obskuren Zauberern angerufen werden konnte.
    Was war es dann?
    Rico Calderone stand vor einem Rätsel…
    ***
    Auch ein Drache wurde aufmerksam. »Da stimmt etwas nicht«, murmelte er und schnob Funken aus seinen Nüstern. Dinge geschahen, die er ergründen wollte. Dinge, die möglicherweise Gefahr brachten.
    Nicht für ihn, aber für seine Freunde.
    Er lauschte. Er glaubte etwas erkannt zu haben, das ihm nicht mehr fremd war, das er vor einiger Zeit bereits kennengelernt hatte. Aber er konnte es nicht vollständig erfassen; es entzog sich dem Zugriff seiner forschenden Magie.
    Der Drache blieb weiter aufmerksam. Er wollte mehr herausfinden, um notfalls etwas unternehmen oder zumindest warnen zu können.
    ***
    Nicole Duval, Professor Zamorras Lebensgefährtin, Kampfpartnerin und Sekretärin, hatte die Regenbogenblumen benutzt, um nach Lyon zu gelangen. Sie wollte einmal wieder einigen der Boutiquen ausgiebige Besuche abstatten, um die neuesten topmodischen Klamotten zum Ausziehen zu kaufen. Dass sie die Sachen kaum häufig genug tragen konnte, dass sich der finanzielle Aufwand rechnete, spielte für sie keine Rolle; sie hatte einfach Spaß daran. Und was aus der Mode kam, wanderte in die Kleidersammlung oder in den Second-Hand-Basar und konnte da auch noch andere Frauen erfreuen.
    Vor ein paar Tagen waren Zamorra und sie aus London zurückgekehrt, wo sie einen Poltergeist unschädlich gemacht hatten. Natürlich hatte Nicole die Gelegenheit genutzt, auch dort wieder mal einen ausgedehnten Bummel durch die einschlägigen Modegeschäfte zu machen. Aber das hinderte sie nicht daran, auch in Frankreich mal wieder zuzuschlagen. In winzigen Nuancen unterschieden sich die Stilrichtungen ja doch…
    Oder so.
    Manchmal bedauerte sie das so genannte »starke Geschlecht«, für das die Modezaren allenfalls mal Varianten in Sakko-Länge oder Reversbreite hatten. Andererseits - andere Männer und deren Kleidung interessierten sie nicht besonders, und den einzigen, den sie liebte, nämlich Zamorra, sah und fühlte sie ohnehin am liebsten nackt.
    Vom Château Montagne an der Loire nach Lyon zu kommen, bedeutete nicht mehr als einen Schritt und eine bildhafte Vorstellung vom Ziel. An einer abgelegenen Stelle des Stadtparks wuchs eine kleine »Kolonie« von Regenbogenblumen, sorgsam gegen finstere Fremdmagie gesichert. Nicole hatte sich angewöhnt, rechtzeitig vorher vom Château aus per Telefon ein Taxi in die Nähe zu bestellen. Das brachte sie dann zu ihrem jeweiligen Ziel.
    Zamorra hatte es sich schon vor vielen Jahren abgewöhnt, sie bei ihren Einkaufstouren zu begleiten. Und sie genoss es, dann einfach so viel Zeit und auch ein wenig Geld zu vergeuden.
    Warum auch nicht? Das Leben konnte verdammt kurz sein, und auch wenn sie und Zamorra zu den wenigen relativ Unsterblichen gehörten, die nicht mehr alterten und nur

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