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0664 - Satan in Weiß

0664 - Satan in Weiß

Titel: 0664 - Satan in Weiß
Autoren: Jason Dark
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Ein unheimliches Phänomen, denn die Flüssigkeit war nicht nur so dunkel wie Blut, es war Blut, das den Poren entwich, sich in den Haaren ausbreitete, sie zusammenkleben ließ und an ihnen herablief. Es rann ins Gesicht und weiter bis zum Hals.
    Auch aus den Ohren floss das Blut in kleinen Rinnsalen, die Nasenlöcher blieben ebenfalls nicht verschont, und erste rote Tropfen quollen über die Lippen. Selbst aus den Augen sickerte es hervor, und die Frau erlebte den Schrecken stumm, ihre Blicke sprachen für sich.
    Sie litt unter den Schmerzen, doch kein Laut der Beschwerde drang aus ihrem Mund. Sie blieb stehen, hatte keinen Blick für die drei Männer und auch nicht für den Chinesen, der eine Peitsche mit kurzem Stiel in der rechten Hand hielt. In der linken lag eine Pistole, deren Mündung er allerdings gesenkt hatte, so dass sie nicht mehr auf die leidende Frau gerichtet war.
    Es war wie eine schlimme Strafe, die hier mit ihr geschah.
    Dass die drei Männer im letzten Augenblick dem Tod entwischt waren, wussten sie. Darüber nachdenken konnten sie nicht, sie mussten auf die Frau schauen, die vor ihnen starb.
    Der Chinese bewegte sich als erster. Er ließ beide Waffen verschwinden, bevor er mit der rechten Hand den Oberarm der Frau umfasste und sie zur Seite ziehen wollte.
    Sie reagierte nicht. Jedenfalls machte sie keine Bewegung, dem Mann zu folgen. Sie blieb stehen und war steif wie ein Brett geworden.
    Und das Blut rann weiter…
    Es hatte sich in ihrer Kleidung festgesaugt. An einigen Stellen tropfte es auch zu Boden. Dort hinterließ es dann dunkle Flecken, die an den Rändern zerplatzten und ein sternförmiges Muster gebildet hatten. Es waren ebenso Zeichen wie auch das gesamte Blut, das aus den Körperöffnungen hervorquoll.
    Vielleicht hätten die Männer das alles nicht einmal so schrecklich gefunden, wenn die Person geschrien hätte. Doch sie litt stumm. Kein Laut drang über ihre Lippen, nichts war zu hören. Auch dann nicht, wenn das Blut aus ihren Poren quoll.
    Suko ließ die Person los. Er wusste plötzlich, dass er ihr nicht mehr helfen konnte. Sie musste bezahlen. Sie hatte hoch gepokert und brutal verloren.
    Das Blut hatte sich wie eine Maske auf ihr Gesicht gelegt. Es wirkte glatt und schmutzig. Als ein Zittern durch die Gestalt lief, deutete sich das Ende an.
    Die junge Frau schaffte es nicht mehr, sich auf den Beinen zu halten. Sie tat so, als wollte sie mit dem rechten Bein zuerst einen Schritt nach vorn gehen. Kaum hatte sie den Fuß aufgesetzt, als ihr Bein nachgab. Sie knickte ein, fiel nach vorn und landete mit dem Kopf dicht neben einem der parkenden Wagen.
    Suko schluckte. Er wischte das Blut von seiner Hand an einem Taschentuch ab, bevor er sich an die drei anderen Zeugen wandte und ihnen beruhigend zunickte.
    »Was war das?« fragte Jimmy.
    Suko hob die Schultern. »Ich kann es euch nicht genau sagen. Vielleicht hat der Teufel soeben eine Niederlage erlitten. Aber das müsste ein anderer besser wissen.«
    Der Inspektor schaute dorthin, wo sich noch jemand aufhielt. Ein blonder Mann, der das alles, was hier geschehen war, in die Wege geleitet hatte.
    Der Mann war John Sinclair!
    ***
    Ich hatte die Formel gesprochen und damit mein Kreuz aktiviert, denn ich hatte keine andere Wahl mehr gesehen, einen Gegner zu stoppen, der nicht so aussah wie ein Todfeind, sondern die Form eines lichterfüllten Eis oder großen Ovals besessen hatte, das es darauf anlegte, das Blut der Menschen zu rauben.
    Nach dem Aussprechen der Formel waren die beiden Energieblöcke zusammengeprallt, und einer hatte verlieren müssen.
    Es war nicht mein Kreuz gewesen, sondern das brandgefährliche und blutgierige Monsterei.
    Ich stand noch da, das Kreuz in der Hand haltend, umwabert von den grauen Nebelschwaden, die den Wald und dessen Umgebung zu einer gespenstischen Kulisse machten.
    Und ich starrte auf das Ei!
    Oder vielmehr auf das, was von ihm zurückgeblieben war. Ein kleines Oval, nicht größer als ein normales Ei, aus dem das Licht verschwunden war. Es lag vor meinen Füßen und hatte es nicht geschafft, das Blut aus meinem Körper zu saugen, die Formel hatte mich davor bewahrt. Ich schaute hin, spürte den Druck hinter meinen Schläfen und merkte auch das leichte Hammern.
    Meine Lippen waren trocken. Kälteschauer liefen über meinen Rücken.
    Ich schaute nicht auf die anderen, aber in meinem Innern stieg ein Gefühl hoch, das ich mit dem Wort Grauen umschreiben konnte.
    Ich hatte das Ei in seiner normalen

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