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0657 - Angst vor dem roten Phantom

0657 - Angst vor dem roten Phantom

Titel: 0657 - Angst vor dem roten Phantom
Autoren: Jason Dark
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Gegen ein Uhr würden die beiden Killer das Ziel erreicht haben. Spätestens eine halbe Stunde danach konnten sie sich schon wieder auf die Rückfahrt machen.
    Der Fahrer hieß Felix Picarotta und machte eigentlich einen gemütlichen Eindruck, was spätestens aufhörte, wenn er einen Schalldämpfer auf den Lauf des Revolvers schraubte. Dann verlor sein rundes Gesicht jeglichen Ausdruck und wurde zu einer kalten Grimasse.
    Neben ihm saß Dino Romero. Er wurde auch die Schlange genannt, weil er ebenso schnell und wendig war. Dabei konnte er blitzschnell zustoßen, das tat er meistens mit einem Stilett. Er war aus den Staaten geflohen, weil ihm der FBI zu dicht auf den Fersen gewesen war. London betrachtete er als Übergangsstation. Er wollte weiter nach Rom, wo eine große »Familie« auf ihn wartete.
    In zwei Tagen würde er bereits im Flieger sitzen. Dass der große Logan Costello, Mafiachef in London, ihm Schutz gewährt hatte, dafür war er dem Capo Dank schuldig. Deshalb hatte er sich auch für den Job gemeldet und Felix gebeten, ihm die Aufgabe zu überlassen.
    Sie hatten den Motorway verlassen und hatten es nicht mehr weit.
    Picarotta fluchte, als die Scheinwerferkegel von den grauweißen Nebelwänden verschluckt wurden.
    »Ihr habt doch immer Nebel«, meinte Romero gelassen. »Ich würde mich da gar nicht aufregen.«
    »Trotzdem hasse ich ihn.« Felix Picarotta senkte das Tempo. Man wusste nie, ob noch irgendwelche Hindernisse in der Brühe lauerten, die ein menschliches Auge zu spät wahrnahm.
    Dann tauchten sie ein.
    Unwillkürlich hatten sich die beiden Männer nach vorn gebeugt.. Jeder wollte so viel sehen wie möglich, doch sie bekamen kaum etwas zu Gesicht.
    Bald kam ihnen noch ein Wagen entgegen. Seine Scheinwerfer blendeten trotz des Nebels. Die Lichter zerflossen zu gleißenden Seen.
    An der linken Seite war vom Bewuchs der Umgebung nichts zu sehen. Nur lang gezogene, dunkle Schatten, die sie wie eine nicht enden wollende Bahn begleiteten.
    »Hoffentlich zieht sich das nicht hin«, murmelte Romero, als er zu seinen Zigaretten griff. Er klaubte ein Stäbchen aus der starren Packung und erntete von Felix einen wütenden Blick.
    »Musst du jetzt qualmen?«
    »Ja.« Gelassen zündete Romero das Stäbchen an. »Dafür saufe ich nicht. Und die Weiber können mir auch gestohlen bleiben.«
    Picarotta lachte wie ein Teenie. »Wieso - bist du schwul?«
    »Das nicht, aber du kannst dich auf die Weiber nicht verlassen. Einmal habe ich es getan. Das war in L. A.«
    »Und?«
    »Es ging schief. Die Kleine hat mich verraten. Sie wollte Stoff. Sie wusste, dass ich einem Dealer aus Mexiko mein Messer zu schmecken gegeben hatte. Da wollte sie mich erpressen. Ich besorgte ihr Stoff, dann verriet sie mich zum Dank an irgendeinen Sozialen, der Süchtige auf den rechten Pfad bringen wollte.« Romero lachte scharf in der Erinnerung an die Sache damals. »Dem habe ich es aber gegeben.«
    »Und was war mit der Kleinen?«
    »Sie lebt noch. Nur erkennt sie sich nicht mehr, wenn sie in den Spiegel schaut. Sie hat sich um den Verstand gekifft.«
    Dino blies den Rauch gegen die Scheibe und vernebelte den Wagen auch von innen. Sie steckten noch immer in der Suppe. Ein Ende war nicht abzusehen.
    »Manchmal kommt es eben knüppeldick«, sagte Felix. »Mich hat noch kein Weib verraten.«
    »Warum nicht?«
    »Im Gegensatz zu dir bin ich seriös.«
    Romero lachte glucksend. »Sag nur, du bist verheiratet.«
    »Genau, und das seit zehn Jahren. Die Familie sorgt für unseren Schutz. Als ich mal saß, brauchte niemand zu hungern. Meine Frau nicht und meine beiden Kinder nicht.«
    »Magst du Kinder?«
    »Sicher. Ich habe einen Jungen und ein Mädchen. Die Kleine ist mir besonders ans Herz gewachsen. Sie ist ein richtiges Goldkind und wickelt mich um den Finger. Ich bin der Meinung, dass man in unserem Job verheiratet sein sollte. So geht alles seinen normalen Weg.«
    Romero schüttelte den Kopf, während er die Zigarette ausdrückte. »Das begreife ich nicht. Wie kann man nur so reden und dann einen Job ausführen wie wir?«
    »Alles muss seine Ordnung haben.«
    »Klar, bis auf den Nebel.« Romero rieb seine Hände, als würde er frieren. »Bin ich froh, wenn ich in Italien sitze. Dort ist es warm, da lasse ich mir die Sonne auf den Bauch scheinen…«
    »Und die Arbeit…?«
    »Ich steige in der Familie hoch, hat man mir versprochen. Die Feuertaufe in den Staaten liegt hinter mir. Ich bin gerüstet für Bella Italia. Ein tolles Gefühl, sage

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