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0641 - Geisterbahn

0641 - Geisterbahn

Titel: 0641 - Geisterbahn
Autoren: Jason Dark
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Es war keine normale Geisterbahn. Diese hier musste einfach als Attraktion bezeichnet werden.
    Eine riesige Achterbahn, die hinein in das Dunkel führte, ausgebaut, raffiniert geplant, Berg- und Talfahrten eingeschlossen, eine Schussfahrt ins Grauen!
    Der Gast erlebte alles - Dämonen, Geister, Skelette, Teufel und Monster.
    Wie hatte die Reklame noch versprochen?
    MIT DEM TOD AUF DU UND DU.
    Dieser Slogan törnte an, er war einfach super. Er zog die Massen in den Park der Attraktionen, der eben um diese Geisterbahn erweitert worden war.
    Bei einer normalen Achterbahn fuhren die Wagen in Schlangen hintereinander.
    Hier nicht.
    Der Erfinder hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen. Einzelne Wagen schickte er in seine künstliche Hölle und ließ die Fahrgäste alle Stadien der Angst durchleben. So bekam er zwar von der Masse her in einer bestimmten Zeit nicht so viele Fahrgäste in seine Attraktion, aber das machte er durch die erhöhten Preise wieder wett.
    Und die Leute zahlten. Wer es nicht wollte, der wurde als Feigling abgestempelt, als Angsthase, der sich den anderen Welten nicht stellen wollte, wie es im Prospekt versprochen worden war.
    Linc Frazer wollte kein Feigling sein, im Gegensatz zu seiner Freundin, die lieber draußen wartete.
    Er hatte die lange Wartezeit in Kauf genommen und war eingestiegen.
    Im ersten Augenblick, gleich nach der Einfahrt in das Dunkel, hatte er das Gefühl gehabt, sein Magen wäre zusammengepresst worden. Da war alles anders gewesen, denn er sah kein Licht. Der Übergang vom Hellen ins Dunkel war zu abrupt gewesen. Hinzu kam die rasende Beschleunigung, mit der der Wagen in eine Rechtskurve jagte. Wegfliegen, einfach aus der Fahrstrecke katapultiert zu werden, diesen ersten Eindruck hatte Linc. Andere, die ebenfalls so dachten, schrien auf. Linc biss die Zähne zusammen und beherrschte sich. Außerdem war die Kurve schnell vorbei. Die folgende Gerade lockte wie auch das Feuer, das plötzlich loderte.
    Täuschend echt waren die Flammen nachgemacht worden. Linc presste seine Hände gegen das Gesicht, um sich zu schützen. Er spürte sogar den Hauch der Flammen, der ihn streichelte.
    Jedenfalls war etwas vorhanden, das ihn berührte.
    Sekunden nur dauerte die Fahrt durch den Flammentunnel, dann kippte der Wagen plötzlich weg.
    Steil jagte er in die Tiefe. Zunächst in die absolute Schwärze, bis er einen Kontakt überrollte und sich eine Mulde öffnete, in der ein bleicher Lichtschein lag.
    Knochen und Totenschädel füllten die Mulde auf. Ein makabrer Anblick, denn es kam hinzu, dass die Schädel nicht ruhig lagen. Sie wirkten so, als würden sie bewegt, rollten lautlos gegen das Gebein und bewegten diese. Der Wagen zischte über die Mulde hinweg und sauste an der anderen Seite wieder hoch.
    Man hatte den Eindruck, in das All zu jagen.
    Die Gestalt stand als Wächter da.
    Ein irres Wesen, furchtbar anzusehen. Ganz in Schwarz gekleidet, dafür mit einem Gesicht versehen, auf dessen Haut sich Tausende von Blutstropfen verteilten, die aus winzigen Schnittwunden wie kleine Perlen hervorquollen.
    Linc Frazer hatte geglaubt, sich an die Schrecken gewöhnt zu haben. Diese Gestalt belehrte ihn eines Besseren. Der war mit seinem fürchterlichen Gesicht so plötzlich erschienen, dass wieder die Angst in ihm hochjagte und sich in seinem Körper festsetzte.
    Die Gestalt hob die Arme. Sie hielt irgendetwas in den Händen, was Frazer bisher nicht genau erkennen konnte. Doch das änderte sich schnell.
    Die Schwertklinge schimmerte wie ein schmaler Spiegel, und die Gestalt hob die Waffe noch weiter an.
    Dann lachte sie.
    Linc Frazer jagte direkt in dieses Lachen hinein. Es kam ihm vor wie die Ankündigung eines schrecklichen Todes. Dabei hatte sich der Mund der Gestalt geöffnet. Das blecherne Gelächter steigerte sich zu einer Sinfonie des Schreckens.
    Der kleine Wagen fuhr zwar weiter, verlor aber an Tempo, sodass Linc den Anblick der Gestalt richtig genießen konnte. Wenn er sich nicht stark irrte, schlug sogar eine ebenfalls blutige Zunge aus dem Maul und umkreiste in wilder Vorfreude die Lippen.
    Echt oder nicht?
    Die Erbauer dieser neuen Generation von Geisterbahn waren stolz darauf, alles so naturgetreu wie möglich gestaltet zu haben. Diese Puppen waren tatsächlich nicht von echten Monstern zu unterscheiden. Gelenkt wurden sie von einer Computerzentrale aus. Das hatte im Prospekt gestanden.
    Alles war neu, alles war super, alles war so täuschend echt, wie auch die verfluchte

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