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0610 - Pilgerflug nach Terra

Titel: 0610 - Pilgerflug nach Terra
Autoren: Unbekannt
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Körperfunktionen perfekt kontrollieren konnten, so souverän meisterten sie das Problem der Nachkommenschaft. Durch ihre Körperbeherrschung war es ihnen möglich, fast emotionslos und nur im Bedarfsfall ein Lebewesen aus sich zu zeugen.
    Die Haluter wußten sich selbst richtig einzuschätzen.
    Obwohl sie das wahrscheinlich zivilisatorisch am höchsten stehende Volk in der Galaxis waren, gaben sie sich nie überheblich. Im Gegenteil, sie waren eher bescheiden und mischten sich nicht in die Geschicke der übrigen Völker ein.
    Man konnte mit ruhigem Gewissen sagen: Wenn ein Volk aus den Fehlern der anderen und aus den eigenen Fehlen gelernt hatte, dann die Haluter...
    Icho Tolot war gerührt, als er aus dem ausfahrbaren Antigravschacht seines Raumschiffs stieg und die Menge sah, die zu seinem Empfang erschienen war.
    Allen voran erblickte er Thoch Machst, seinen Freund und Lehrer, dem er es verdankte, viele Geheimnisse des Universums enträtselt zu haben.
    „Sie kommen nach Halut zurück, Tolotos", rief Machst, die vertrauliche Anrede benützend, die nur unter engsten Freunden üblich war. „Haben Sie endlich, nach all den vielen Jahren, Ihre Drangwäsche hinter sich? Hat sich Ihr wildes Blut bei den Terranern abgekühlt?"
    Icho Tolot lachte ungestüm, wie es seine Art war. Er wurde aber sofort wieder ernst.
    „Ich bringe schlechte Nachricht, Machatos", sagte er.
    „Dann ziehen wir uns zurück", sagte Thoch Machst, ohne lange Fragen zu stellen. „Hier ist nicht der richtige Ort, ernste Probleme zu erörtern."
     
    *
     
    Sie zogen sich in ein kuppelförmiges Gebäude zurück, das sich wie ein Hügel aus der Ebene erhob. Die anderen Haluter folgten ihnen ohne Aufforderung. Man hatte keine Geheimnisse voreinander; wenn es schicksalhafter Entscheidungen bedurfte, dann konnte sich das gesamte halutische Volk daran beteiligen.
    Und so wurde es auch diesmal gehalten: Bild- und Tonaufnahmegeräte hielten die Geschehnisse im Auditorium der Kuppel fest, leiteten sie an die Nachrichtensatelliten weiter, von wo sie in alle Teile des Planeten gesendet wurden.
    Jeder Haluter konnte auf diese Weise nicht nur die Konferenz live verfolgen, sondern über das Kommunikationssystem auch aktiv daran teilnehmen.
    Icho Tolot berichtete seinem Volk: .
    „Die Menschheit wird in diesen Tagen einer schweren Prüfung unterzogen. Eine neue Gefahr ist über sie gekommen. die im Augenblick noch harmlos wirkt, die jedoch in weiterer Folge zu einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes führen muß.
    Aber ich will chronologisch vorgehen.
    Zur Einleitung muß ich erwähnen, daß das Flaggschiff meines terranischen Freundes Rhodanos mitsamt der mehr als achttausendköpfigen Mannschaft in ein Parallel-Universum verschlagen wurde. Ich befand mich ebenfalls an Bord.
    Wir verlebten in dem Parallel-Universum eine kurze, abenteuerliche Zeit, bevor uns die Rückkehr in unsere Dimension gelang.
    Bald nach der Rückkehr stellte ich an einigen Mannschaftsmitgliedern Veränderungen fest.
    Sie benahmen sich plötzlich anders, als man es von ihnen erwartete. Entweder wurden sie träge, ließen sich gehen, oder sie entwickelten eine hektische Aktivität, die beängstigend wirkte.
    Und dann gab es noch eine dritte Gruppe, die wir später die Hobbyisten nannten, weil sie sich mit Feuereifer auf unsinnige und nutzlose Tätigkeiten konzentrierten; sie sammelten plötzlich irgendwelche Dinge, begaben sich auf urweltliche Planeten zur Großwildjagd oder suchten sich irgendeine andere Freizeitgestaltung.
    Die lebensnotwendigen Tätigkeiten ließen sie links liegen.
    Zuerst wurden diese Symptome nur bei den menschlichen Mitgliedern der MARCO POLO festgestellt. Und zwar waren nur jene betroffen, die direkt von Terra abstammten oder von einer von Terranern besiedelten Welt. Die indirekten Terraner, die sogenannten Lemuria-Terraner - Springer, Arkoniden, Akonen und andere Humanoide - schienen gegen diese Psychosomatische Abstraktdeformation immun.
    Diesen Begriff, kurz PAD genannt, prägte übrigens der terranische Kosmopsychologe Professor Dr. Thunar Eysbert, der selbst davon betroffen war, dem aber die seltsamen Symptome fast zur gleichen Zeit wie mir auffielen.
    Selbst mein Freund Rhodanos war gegen den Befall der PAD nicht gefeit. Er ließ alle seine Regierungsgeschäfte liegen und stehen und begab sich auf Urlaub. Erst als ihm die Gefahr aufgezeigt wurde, die der Menschheit durch diese Seelenumkehr erwuchs, überwand er seine krankhafte Lethargie und versuchte, uns in

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