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0547 - Verdammt für alle Ewigkeit

0547 - Verdammt für alle Ewigkeit

Titel: 0547 - Verdammt für alle Ewigkeit
Autoren: Werner Kurt Giesa
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»Das ist verrückt«, stieß Nicole Duval hervor. »Wir kommen in des Teufels Küche!«
    Trotzdem folgte sie Zamorra, der zielsicher den großen Hof durchquerte, einen Flachbau halb umrundete und eine dahinterliegende Tür öffnete. Ein schmaler Weg führte zwischen zwei Häusern hindurch auf eine mäßig belebte Straße. Zamorra steuerte eine Telefonzelle an, die sich in unmittelbarer Nähe befand, und beorderte ein Taxi hierher.
    »Woher kennst du dich hier so gut aus?« fragte Nicole. »Keiner von uns hatte doch bisher Zeit, sich näher umzusehen. Und trotzdem wußtest du, daß hinter dem Flachbau eine Tür im Zaun war!«
    »Ich habe schon einmal in diesem Hotel gewohnt«, sagte Zamorra. »Vor ungefähr zehn Jahren. Damals, als ich zusammen mit Kerr diesen Dämon Zorak aus der Corr-Sippe jagte.«
    Sie nickte. Sie war nicht dabeigewesen, doch er hatte ihr davon erzählt. Ein paar Wochen oder Monate später war der Halbdruide, Inspektor beim Scotland Yard, ums Leben gekommen, als es gegen Magnus Friedensreich Eysenbeiß und eine satanische Hexe ging. Zamorras Zauberschwert »Gwaiyur« hatte die Fronten gewechselt und Kerr getötet. Zamorra vermutete, daß Kerr sich damals nicht mehr richtig von dem Kampf gegen Zorak erholt hatte und deshalb nicht reaktionsschnell genug gewesen war… »Gwaiyur« hatte ihn geköpft. Manchmal gab Zamorra sich deshalb auch selbst die Schuld an Kerrs Tod; er machte sich Vorwürfe, nicht von Anfang an energischer gegen Zorak vorgegangen zu sein. Vielleicht hatte das Zorak die Chance gegeben, Kerr anzugreifen und zu schwächen.
    Wie auch immer - es lag lange zurück, und Selbstvorwürfe erweckten Kerr auch nicht wieder zum Leben. Außerdem hatten sie jetzt anderes zu tun.
    Es hatte damit begonnen, daß ein Telegramm aus London eintraf. Teri Rheken habe Zamorras alten Freund Odinson aufgespürt und brauche nun dringend Zamorras Hilfe, um ihn unschädlich zu machen. Von Anfang an hatte Zamorra nicht geglaubt, daß das Telegramm wirklich von Teri stammte. Die Silbermond-Druidin hätte erstens nicht den Namen Odinsson verwendet, sondern Gerret, und zweitens hätte sie nicht telegrafiert, sondern wäre per zeitlosem, Sprung selbst erschienen, um Zamorra direkt mitzunehmen. Und drittens hätte sie ihn nicht allein hergebeten, sondern auch seine Gefährtin Nicole Duval. Schließlich wußte sie, daß die beiden fast jeden Fall gemeinsam in Angriff nahmen!
    Daher war Zamorra davon ausgegangen, daß es sich um eine Falle handelte; daß Odinsson-Gerret Teri als Geisel gefangenhielt und als Köder für Zamorra benutzte. Prompt hatten sie nach ihrer Ankunft in London dann auch Verfolger registriert; kurz darauf war ihr Auto gesprengt worden, wobei glücklicherweise niemand zu Schaden kam. Dann der Hinweis auf eine stillgelegte Fabrik. Sie waren per Taxi hingefahren, hatten Teri auch gefunden und befreien können - aber nicht aus der Hand Odinssons, sondern aus der Gefangenschaft des Ssacah-Kultes!
    Wie sich herausstellte, arbeiteten Gerret und Mansur Panshurab, der oberste Diener des Kobra-Dämons, Hand in Hand. Aber noch eine weitere Figur kam ins Spiel: Zarkahr, ein geflügelter und gehörnter Dämon, der sich selbst DER CORR nannte. Er war von Panshurab unbeabsichtigt erweckt worden, als dieser Teri zu einer Ssacah-Dienerin machte. Zunächst hatte es den Anschein, als würden Panshurab und Zarkahr ebenfalls zusammen an einem Strang ziehen, doch da war Zamorra inzwischen nicht mehr sicher. Außerdem hatte Panshurab jetzt im Hotel angerufen und Zamorra ein Bündnis vorgeschlagen - gegen Odinsson. Angeblich hatte er eine Spur verfolgt und Odinssons Versteck aufgespürt.
    Was er sich von einer solchen Zusammenarbeit versprach, konnte Zamorra nicht begreifen. Aber er wollte jedem Fingerzeig nachgehen, um seinen Feind Odinsson zu finden und aus dem Verkehr zu ziehen. Deshalb hatte er beschlossen, den Treffpunkt aufzusuchen, den Panshurab ihm genannt hatte. Wenn es sich erneut um eine Falle handelte, würde er damit schon fertig werden.
    Aber noch ehe sie ein Taxi bestellen und aufbrechen konnten, war Commander Miles Strong von der Metropolitan Police erschienen - zum zweiten Mal an diesem Tag, und diesmal mit mehreren uniformierten Polizisten. Beim ersten Mal hatte er Zamorra und Nicole wegen der nächtlichen Aktion in der stillgelegten Fabrik befragt. Denn die war unmittelbar nach Teris Befreiung in einer gewaltigen Explosion, einer wahren Feuerhölle, untergegangen - zusammen mit dem unterirdischen

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