Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
0524 - Die Welt der Ewigen

0524 - Die Welt der Ewigen

Titel: 0524 - Die Welt der Ewigen
Autoren: Werner Kurt Giesa
Ads
Blitzschnell löste Moun Alarm aus. Ein Mikrofonfeld richtete sich auf seine Position aus. »Flug Vau-siebzehn-drei außer Kontrolle! Absturzkollision auf Tharon-1 in elf Minuten! Ich wiederhole…«
    Er brauchte den Text nicht noch einmal zu sprechen. Der Druck auf die Repeat-Taste erledigte das für ihn. Seine Worte waren aufgezeichnet worden und würden jetzt so lange automatisch wiederholt werden, bis auch der Letzte in Tharon-1 über die drohende Gefahr informiert war. Ein Computer würde die verbleibende Zeitspanne dabei ständig korrigieren.
    Countdown des Todes…
    Lar Moun konnte sich nicht vorstellen, daß elf Minuten ausreichten, Tharon-1 zu evakuieren. Für das beinahe halbe Hundert Ewige, die in Tharon-1 arbeiteten und wohnten, kam die Warnung zu spät.
    An rund 60 000 Thars, die ebenfalls hier lebten, verschwendete Moun keinen Gedanken. Sie waren schließlich nur Thars, keine Ewigen!
    Moun sprang auf. Im gleichen Moment glitt hinter ihm die Doppeltür auf und sofort wieder zu, ohne daß es einen ersichtlichen Grund dafür gab. Niemand hatte draußen auf dem Gang gestanden; niemand hatte herein gewollt - aber auch niemand hinaus, denn Lar Moun befand sich immer noch in seinem Sessel vor dem langen Kontrollpult!
    »Sicherheitsalarm für Kontrollzentrum!« schrie er auf. Im nächsten Moment schnellte er sich empor und stürmte zur Tür. Die Strahlwaffe, die an der Magnetplatte seines Gürtels haftete, flog ihm förmlich in die Hand. Moun schaltete sie auf Betäubung.
    Vor ihm glitten die beiden Türhälften wieder in die Wand zurück. Moun sprang in den Gang, sah rechts und links niemanden und feuerte trotzdem seinen Blaster ab. Die blaßblau flirrenden Blitze tasteten sich funkensprühend und knisternd nacheinander in beide Richtungen.
    Nur nach oben hatte Lar Moun nicht geschaut.
    Etwas traf ihn und ließ ihn besinnungslos zusammenbrechen.
    Durch das Kontrollzentrums-Gebäude vibrierte immer noch der Sicherheitsalarm…
    ***
    Ein Hochleistungs-Computer errechnete, daß für eine Evakuierung aller 48 Ewigen aus Tharon-1 exakt 11,7 Minuten erforderlich waren. Also änderte der Rechner selbständig die Alarmanlage. Über die Nachrichtenkanäle wurde jetzt gefordert, daß jeder Ewige sich unverzüglich in die Schutzbunker zu begeben habe. Die errechnete Zeit für eine solche Sicherheitsmaßnahme betrug 9,03 Minuten. Dann konnte auch der letzte Ewige die Bunkersicherung hinter sich eingeschaltet haben. Abzüglich der bereits verstrichenen Zeitspanne blieben 35 Sekunden Sicherheitstoleranz. Wer das Pech hatte, seinen KomVisor abgeschaltet zu haben, hatte Pech und wurde nicht in die Kalkulation einbezogen.
    Der Computer aktivierte die Abwehrstellungen, die erst vor einem halben Jahr installiert worden waren, und gab den Abschußbefehl.
    Aus sieben unterirdischen Stellungen jagten Strahlbahnen himmelwärts und erfaßten V-17-3. Viertausend Meter über Tharon-1 ging eine zweite Sonne am Mittagshimmel auf, als das Raumschiff unter dem Beschuß in einer grelleuchtenden Entladung auseinanderflog und seine zerglühenden Trümmerstücke über Dutzende von Kilometern durch die Luft jagte. Die künstliche Mini-Sonne verlosch niederstürzend. Glut und Druckwelle erreichten Tharon-1 und verwüsteten große Gebiete der Stadt und Umgebung.
    Fassungslos sahen Professor Zamorra und seine Gefährtin Nicole Duval den Feuerschein über schmelzenden Ruinen…
    ***
    Fünf schwarzgekleidete Cyborgs mit totenblasser Haut, in ihrer äußeren Gestalt den Thars nachempfunden, stürmten in den Korridor und fanden Lar Moun reglos vor der geöffneten Tür des Kontrollraums. Ihre Programmgehirne verrieten ihnen, daß Moun jetzt im Kontrollraum Dienst hatte. Einer der Cyborgs trat sofort ein und übernahm die Sitzwache. Er verfolgte den Abschuß des Raumschiffes und das auf die Stadt niederregnende Trümmerfeuer, ohne Erschrecken oder Bedauern zu empfinden. Beides war in seiner Programmierung nicht vorgesehen.
    Er rief gespeicherte Daten ab. Die anderen suchten weiter nach Eindringlingen. Es konnte keinen anderen Grund für die Bewußtlosigkeit Tau Lar Mouns und den vorher von ihm ausgelösten Sicherheitsalarm geben. Aber kein tharischer Eindringling wurde gefunden.
    Wenig später erschienen drei Ewige, begleitet von einer Roboterstaffel, bei der man sich nicht die Mühe gemacht hatte, ihnen menschenähnliche Gestalt zu geben. Um so furchterregender war ihre Wirkung, wenn sie zum Einsatz kamen.
    Hier kam es nicht auf die psychologische

Weitere Kostenlose Bücher

The Big Cat Nap
The Big Cat Nap von Rita Mae Brown