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0465 - Ein Steckbrief für die Marco Polo

Titel: 0465 - Ein Steckbrief für die Marco Polo
Autoren: Unbekannt
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und bedingte Wachbereitschaft empfohlen worden. Aber für die Mannschaft der Leichten Kreuzer und der Korvetten gab es ein strikt zu befolgendes Gebot: Sie blieben innerhalb ihrer eigenen Einheiten.
    Die Zone rund um die Schleusenhangars war, wenn nicht andere Befehle vorlagen, das Grenzgebiet. Weiter von dem eigenen Schiff entfernt durfte sich niemand bewegen. Natürlich wurde dieses Verbot nicht mit äußerster Schärfe durchgesetzt, aber die Besatzungsmitglieder wußten selbst, welches Risiko sie eingingen, wenn sie sich zu weit von dem Schiff entfernten, zu dem sie gehörten.
    „Ich werde in meine Kabine gehen und dort meinen Schreibtisch leerarbeiten", sagte Cascal. „Was tun Sie?"
    „Ach", sagte Claudia. „Machen Sie sich keine Sorgen. Ich finde immer etwas, womit ich mich beschäftigen kann."
    Cascal grinste und erwiderte: „Und wenn Sie einmal ohne Arbeit sein sollten, können Sie immer noch ein paar Gedanken an den guten alten Cascal verschwenden."
    Claudia sagte im Hinausgehen: „Ich bin stets voll beschäftigt."
    „Leider..." begann Cascal, aber das kreischende Aufheulen der Sirene schnitt ihm die Rede ab.
    Gleichzeitig krachten die Lautsprecher, und die Stimme des diensthabenden Emotionauten rief: „Vollalarm! Vollalarm!"
    Cascal begann zu rennen, er mußte hinauf in die Zentrale des Schiffes.
    „Los, kommen Sie mit!" rief er und packte Claudias Hand.
    Wenige Sekunden später kamen sie in der Zentrale des Leichten Kreuzers an.
    Die Freiwachen, die überall gerade ihre Plätze verlassen hatten, schreckten auf.
    Die Lautsprecherdurchsage ging weiter: „Hier spricht der diensthabende Emotionaut. Auf den Spezialschirmen der Ortungsstationen, den Relieftastern, sind plötzlich etwa dreitausend grünleuchtende Punkte aufgetaucht.
    Ich brauche nicht zu betonen, was das zu bedeuten hat.
    Offensichtlich hat sich die Flotte, der wir gerade in den Linearraum entkommen sind, nicht ablenken lassen."
    „Es ist ihnen gelungen, uns im Linearraum zu verfolgen. Ich bitte die Herren Rhodan und Ovaron in die Zentrale. Achtung, die Durchsage wird wiederholt ... Vollalarm..."
    Cascal und Penka Manishe sahen sich schweigend an.
    „Sie wissen, was das bedeutet", meinte Penka leise.
    „Ja. Leider."
    Sie beobachteten die Schirme, schalteten einen Interkomschirm auf den Kanal, der sie mit der Hauptzentrale der MARCO POLO verband und warteten. Es dauerte nur eine Minute, bis Perry Rhodan, Ovaron und Schekonu in der Zentrale auftauchten.
    Cascal blieb in der Mitte des Raumes stehen, legte seine Arme auf den Rücken und verschränkte die Hände.
    Der große schlanke Mann mit dem schwarzen Haar voller silberner Fäden und der Terkonitstahlplatte im Schädel spürte die Gefahr, die von diesen kleinen, farbigen Bildern ausstrahlte. Die Gestalten auf dem Interkomschirm bewegten sich schnell und unruhig, und jetzt schaltete Penka seinen zweiten Schirm an. Es war die Wiedergabe dessen, was der Bildschirm des Strukturtasters zeigte.
    Vier Gruppen von Pünktchen bewegten sich auf die MARCO POLO zu, also dem absoluten Zentrum des Bildschirmes entgegen.
    Cascal las schweigend die Zahlen ab.
    Entfernung: 60 Millionen Kilometer.
    Geschwindigkeit: 2 Prozent geringer als die des verfolgten Objekts.
    Kurs: mit geringen Abweichungen einzelner Schiffe identisch mit dem der MARCO POLO.
    Formation: vierfach keilförmig; die ersten Schiffe nur 58 Millionen Kilometer entfernt.
    Die Männer in der Schiffszentrale, kleine dreidimensionale Figuren auf dem Schirm, diskutierten miteinander. Sie ließen sich andere Bilder herunterschalten, sprachen mit anderen Abteilungen des Schiffes, und während sich die Mannschaften an den einzelnen Stationen wieder einfanden, übermüdete und neu abgelöste Männer zusammen mit den Reservebesatzungen, schienen sie zu einem Ergebnis gekommen zu sein. All das hatte nur verschwindend geringe Zeit gedauert.
    Rhodan, der sehr genau wußte, wie hoch die technischen Möglichkeiten dieses Trägerschiffes angesetzt waren, wirkte keineswegs angespannt oder unsicher. Er kam jetzt langsam auf die Linsensätze des Bildschirmes zu und sagte dann ins Mikrophon: „Wir haben festgestellt, daß unser Schiff von Richtimpulsen getroffen wird, die jenen eines Halbraumspürers entsprechen.
    Dieses Gerät wird an Bord unserer Schiffe seit rund einem Jahrtausend verwendet, und bisher hatten wir keine Ahnung, daß die Takerer ebenfalls darüber verfügen."
    „Verdammt", rief Ovaron erregt. „Das ist selbst mir neu. Ich wußte

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