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0463 - In den Fängen eines Teufels

0463 - In den Fängen eines Teufels

Titel: 0463 - In den Fängen eines Teufels
Autoren: Jason Dark
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»Suko… weg!«
    Meine Stimme überschlug sich genau in dem Augenblick, als das Messer vorschwang und Kurs auf Sukos Gesicht nahm, der sich weit aus dem Fenster gebeugt hatte und zu mir hinstarrte.
    Ich hockte in einem Nachbarfenster und hatte die lauernde Gefahr sofort bemerkt. Lauthals warnte ich Suko. Der tauchte im nächsten Augenblick weg. Gerettet, wenigstens vorerst.
    Ich hockte weiterhin in einer verdammt ungünstigen Position auf dem Fensterbrett. Eine falsche Bewegung, und ich fiel in die Tiefe.
    Ich drehte den Kopf und peilte schräg in die Höhe. Der unheimliche Schatten kauerte auf dem Dach, direkt vor einer Gaube, die weit vorgebaut worden war.
    Noch immer hielt die Gestalt die gemeine Waffe fest. Erst jetzt zog sie das Messer langsam höher.
    Ich wußte mittlerweile, um wen es sich bei diesem Unheimlichen handelte.
    Es war Orlock, ein Toter, der vor rund 100 Jahren gestorben war.
    Auf seine Spur waren wir praktisch durch Zufall gestoßen. Eigentlich hatte unsere Jagd einem ganz anderen gegolten. Einem ebenfalls Toten, dessen Vorleben wir näher unter die Lupe nehmen wollten.
    Der Mann hatte van Dyken geheißen. Professor van Dyken, ein bekannter Chemiker, der sein Wissen nicht nur in den Dienst der Wissenschaft gestellt hatte, sondern auch in den eines Konzerns. Der OMEGA-Konzern, das nahm ich stark an, trug die Verantwortung für ein grauenhaftes Waldsterben. Dies wiederum hatte dämonische Kräfte geweckt, gegen die wir hatten ankämpfen müssen. Dabei war Lupina, die Königin der Werwölfe, endgültig vernichtet worden.
    Uns war nur ein halber Sieg gelungen, und wir hatten uns wieder an den toten Professor erinnert. Wir fanden heraus, daß er hin und wieder nach Mittelengland gefahren war, an die Küste, wo es in der Nähe des Dorfes Trevose ein altes Schloß gab.
    Hier hatte früher der Orlock gehaust und junge Mädchen hinter die düsteren Mauern gelockt. Er war gestorben, lag aber nicht mehr in seinem Grab, wie wir inzwischen wußten. Er geisterte durch das Schloß und hatte in der Gegenwart wieder einen idealen Nährboden für seine ruchlosen Taten gefunden.
    Das Schloß war von der Firma OMEGA zu einer Ausbildungsstätte umfunktioniert worden. Junge Mädchen wurden hier auf ihren Job im Konzern vorbereitet.
    Besser hätte es der Orlock nicht treffen können, und auch nicht Professor van Dyken. Er war nicht wegen seiner Forschungen nach Trevose gefahren, sondern wegen der Mädchen.
    Heimlich hatte er sie beobachtet. Das war mit dem Leiter der Schule, Kenneth Dalton, abgesprochen worden, obwohl er es nicht so recht zugeben wollte.
    Kenneth Dalton war uns suspekt. Er hatte sich zudem als hinterhältiger Typ herausgestellt, der den Orlock unterstützte, denn Suko und ich waren von ihm niedergeschlagen worden.
    Das alles war an einem Tag geschehen, wo Kinder und Jugendliche im nahen Dorf die Vernichtung des Orlocks feierten, denn es war in Trevose zu einem Brauch geworden. Damals war mit dem Tod des Orlock von den Menschen ein Alptraum genommen worden, so etwas mußte einfach gefeiert werden.
    Wie viele Schülerinnen auf dem Schloß lebten, wußten wir nicht.
    Man hatte uns nur mitgeteilt, daß sich einige von ihnen auf Wochenend-Urlaub befanden. Dies empfand ich als Vorteil.
    Im Dorf selbst hatten wir die Tochter des Schulungsleiters kennengelernt. Ein hübsches Mädchen namens Alexandra. Mit ihr hatten wir im Schloß sprechen wollen, aber sie hatte sich auf telefonische Anrufe ebensowenig gemeldet wie ihre Mitschülerinnen.
    Irgend etwas stimmte da nicht, ging nicht mit rechten Dingen zu.
    Zudem mußten sich innerhalb des Gemäuers zahlreiche Geheimgänge befinden, von denen wir erst einen entdeckt hatten. Einen verborgenen Schacht hinter einer Paneelwand.
    Es war besser, daß der Orlock uns jagte, als sich um die Mädchen zu kümmern. Suko und ich konnten uns wehren, auch gegen lebende Tote, wie er einer war.
    Ich hatte natürlich keine Lust, die Nacht über auf dem Fensterbrett zu hocken. Die Scheibe, die mir im Weg stand, wollte ich einschlagen.
    Meine Beretta hatte ich bereits hervorgeholt. An der Fensternischenkante hielt ich mich fest. Hier hockte ich vor Orlocks superscharfem Messer relativ geschützt. Wie sehr eine Attacke damit schmerzte, hatte ich schon am eigenen Leibe erfahren.
    Der Orlock würde weitere Opfer suchen, deshalb mußten wir ihn stellen.
    Ich holte mit der freien Hand aus und hämmerte den Kolben der Beretta gegen die schmutziggraue Fensterscheibe. Sie ging zu Bruch.
    Der

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