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0446 - Die Gangsterpest erstickt Manhattan

0446 - Die Gangsterpest erstickt Manhattan

Titel: 0446 - Die Gangsterpest erstickt Manhattan
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»Tut mir leid — auch das geht nicht! Um die Wahrheit zu sagen, ich habe da ein paar Ermittlungen angestellt und bin unversehens in eine üble Sache hineingeraten!«
    »Das tut mir leid für Sie. Und was soll ich tun?«
    »Es ist ziemlich wichtig, daß ich mit Ihnen spreche. Ich möchte Ihnen mein gesamtes Material übergeben - ohne Hintergedanken und ohne Gegenleistungen. Um es ganz deutlich zu sagen: Ich stecke in Stiefeln, die zu groß für mich sind. Ich bin wahrhaftig nicht zimperlich, aber aus dieser Sache möchte ich herauskommen.«
    »Okay«, sagte ich, »ich bin in zwanzig Minuten bei Ihnen. Und wo kann ich Sie finden?«
    »Ich bin gerade auf einer Baustelle in der 42. Straße. Walter Coleman läßt soeben einen sechs Tonnen schweren Safe in das dreißigste Stockwerk seines neuen Verwaltungsgebäude? hieven. Sie wissen doch, Coleman, der im vergangenen Jahr in diese Erpressergeschichte verwickelt war!«
    »Ja«, sagte ich.
    »Ich schreibe gerade an unserer Fortsetzungsserie ›Erpresser — Hyänen der High Society‹, und ich will ein Kapitel über Coleman bringen. Dabei werde ich Mutmaßungen über den Inhalt seines Panzerschrankes bringen, verstehen Sie?«
    »Hm«, sagte ich.
    »Der Einbau paßt mir ganz gut. Es ist keine Kleinigkeit, ein solch schweres Ding neunzig Yard in die Höhe zu ziehen. Ich werde ein paar Fotos zur Illustration meines Berichtes machen. Niemand wird etwas Ungewöhnliches dabei finden. Auf der Baustelle ist ein ständiges Kommen und Gehen. Wir können uns dort treffen!«
    »Okay«, sagte ich nochmals.
    ***
    Coleman war der Mann, der mit der Idee, Milch abzurahmen und in kleinen Dosen als gesundheitsfördernd zu verkaufen, dreißig Millionen Dollar gemacht hatte. Die Nachfrage nach seinen Cremefax-Erzeugnissen war in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Der anhaltende Boom hatte die Firma mächtig aufgeblasen.
    Krönung dieser Entwicklung sollte das neue Verwaltungsgebäude sein, das ich jetzt im Rohbau vor mir sah.
    Es war ein riesiger Stahlkoloß, der zum Teil schon verglast war. Überall waren Arbeiter am Werk. Ich stellte meinen roten Jaguar auf der abgesperrten Fläche vor der Baustelle ab und sah mich um.
    An der Vorderfront des Gebäudes parkte ein Lastwagen. Auf der offenen Ladefläche stand der Geldschrank; ein riesiges Ungetüm. Arbeiter waren damit beschäftigt, die Stahltrosse eines Kranes daran zu befestigen. Hoch oben auf dem Gebäude war der Kran aufgebockt.
    »Sind Sie Mr. Cotton?«
    Ein Mann im blauen Overall sprach mich an. Er hatte ein rotes Gesicht und trug eine Schirmmütze mit der Aufschrift »Wrighley’s«.
    Ich nickte.
    »Dirk, das heißt, Mr. Wayne, läßt Ihnen sagen, daß er oben auf Sie wartet. Sie können den Lastenaufzug da drüben nehmen! Dirk ist ganz oben auf dem Dach. Überhaupt nicht zu verfehlen!«
    »Danke«, sagte ich. Warum machte der Reporter soviel Umstände? Der Lastenaufzug war ein Drahtkasten, der in Schienen lief und an der Außenseite des Rohbaues emporgezogen wurde. Außer mir fuhren noch drei Arbeiter mit. Zwei waren Maler, der dritte konnte Elektriker sein.
    Die beiden Maler unterhielten sich lebhaft; der dritte Mann blieb stumm. Mir fiel auf, daß er ungewöhnlich gepflegte Hände hatte. Als der Fahrstuhl stoppte, nahm er einen flachen Werkzeugkasten und ging eilig davon.
    Ich beachtete ihn nicht weiter, stieg aus und sah mich um.
    Hier oben wollte Coleman sich eine Privatwohnung einrichten. Ein breiter Umgang zog sich um die Wohnräume herum, die in der Mitte wie der Turm eines U-Bootes herausragten.
    Das Geländer ringsum war noch nicht montiert. Ein steifer Wind blies vom Hudson herüber, und unwillkürlich hielt ich Abstand von der Kante, hinter der es neunzig Yard senkrecht in die Tiefe ging.
    Von Dirk Wayne war nichts zu sehen. Ich schlug den Mantelkragen hoch und stemmte mich gegen den Wind.
    Da war der Kran. Vorsichtig trat ich an die Gebäudekante. Ich bin gewiß nicht schwindlig, aber unwillkürlich suchte ich nach einem Halt. Tief unter mir lag die 42. Straße. Winzige Punkte, die sich bewegten, waren Autos. Das Seil neben mir schien aus dem Bodenlosen zu kommen, und der Safe, der unten dranhing, hatte die Größe einer Streichholzschachtel.
    Ein plötzlicher Windstoß ließ mich taumeln. Rasch trat ich zurück. Wo war Wayne?
    Eine Gruppe Arbeiter hatte sich in meiner Nähe postiert und beobachtete den Transport. Wayne war nicht unter ihnen. Ich drängte mich hindurch und blickte mich suchend um.
    Plötzlich sah ich

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