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03 - Sarggeflüster

03 - Sarggeflüster

Titel: 03 - Sarggeflüster
Autoren: Kimberly Raye
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mich ja auch nicht verpfeifen. Ich beschatte sie.“ Er hielt eine kastanienfarbene Clutch hoch. „Und ich nehme alles auf Band auf.“
    „Wird es denn nicht sowieso aufgenommen, weil die ganze Show aufgenommen wird?“
    „Falls sie so weit kommt. Aber was, wenn nicht? Vielleicht fliegt sie schon in der Vorstellungsrunde raus... aber ich muss diesen Fall auf jeden Fall knacken. Und inzwischen filme ich einfach alles. Davon hängt meine Beförderung ab.“
    Eine Beförderung, die er unbedingt brauchte, nachdem seine Exfrau ihn ausgenommen hatte wie eine Weihnachtsgans und er momentan in einem möblierten Zimmer hauste und jeden Abend Spaghetti aus der Dose löffelte.
    Ich verspürte ein merkwürdiges Gefühl in der Herzgegend.
    Muss wohl die Aufregung sein, sagte ich zu mir selbst. Einsam? Das roch nach einem potenziellen Klienten für mich. Selbstverständlich machte es mir persönlich nicht das Geringste aus, dass er geschieden und einsam war.
    Na schön, ist ja schon gut. Vielleicht machte es mir doch ein klitzekleines bisschen was aus. Haben Sie schon mal an einer Dose Fertigspaghetti gerochen?
    „Kommen Sie.“ Ich zerrte ihn durch die Glastüren und in den Korridor hinaus.
    „Warten Sie.“ Seine Stimme sank um die eine oder andere Oktave, während er sich abmühte, mit mir Schritt zu halten. „Halt. Bitte tun Sie das nicht. Sie dürfen mich nicht verraten. Ich brauche das, ich brauche ...“
    „... einen besseren BH“, beendete ich den Satz an seiner Stelle, während ich ihn in die Damentoilette zog.
    Hinter uns fiel die Tür zu. Ich beugte mich runter und vergewisserte mich, dass alle Kabinen leer waren, bevor ich mich wieder ihm zuwandte.
    „Ich rate dringend zu einem BH mit Formbügeln. Sonst verlieren Sie garantiert Ihr Füllmaterial. Was haben Sie denn überhaupt da drin?“ Ich trat einen Schritt zurück und beäugte die ungleichmäßigen Erhebungen.
    „Meine Sportsocken.“
    Kein Wunder, dass er einsam war.
    Ich durchwühlte meine Handtasche, zog eine Dead End Dat ing-Visitenkarte heraus und kritzelte etwas auf die Rückseite. „Morgen früh gehen Sie als Allererstes mal zu La Perla.“ Ich gab ihm die Karte. „Hier ist die Adresse.
    Wenden Sie sich an eine Verkäuferin und fragen Sie nach einem Paar Silikoneinlagen, und dann fragen Sie nach dem BH.“
    Er starrte auf die Karte. „Sie wollen mir helfen?“
    Ich zuckte die Achseln. „Sie sind ein armer Irrer, der ein bisschen Hilfe braucht - und ich habe eine Partnervermittlung. Die beste in ganz Manhattan, um genau zu sein. Lil Marchette“, ich streckte meine Hand aus, „zu Ihren Diensten.“
    „Ich bin John.“ Als ob ich das nicht schon längst wüsste. Er packte zu und schüttelte mir hastig die Hand, bevor sein Blick wieder zu der Karte zurückwanderte. „Danke, aber ich brauche kein Date.“
    Unsere Blicke trafen sich, aber ich verzichtete darauf, ihn mit meinen Vampirkräften zu bearbeiten. Das war gar nicht nötig. Begreifen spiegelte sich in seinen Augen und er nickte.
    „Andererseits - wenn ich meine Beförderung bekäme, könnte ich es mir leisten, wieder Verabredungen zu haben. Und eine gute Partnervermittlung wäre sicher genau das Richtige, um mir dabei zu helfen, wieder in Übung zu kommen.“
    „Genau. Inzwischen“, ich musterte seine Brust, „werde ich mal sehen, was ich tun kann, um Ihnen jetzt zu helfen.“ Ich streckte die Hand aus und umfasste Johns Sportsocken.
    „Ich brauche dich.“
    Ich erstarrte, als die Worte durch meinen Kopf hallten. „Hören Sie mal, Sie Scherzkeks, das hier ist rein beruflich.“ Ich drückte herzhaft zu und schob abschätzend hin und her. „Sie dürfen nicht glauben, dass mein Interesse persönlicher Natur wäre. Ich kann einfach nicht untätig mit ansehen, wie ein Paar recht anständiger Pumps verschwendet wird. Was Ihre Schuhauswahl angeht, sind Sie gar nicht mal so übel. Aber der Rest... Sie müssen sich gerade halten, die Brust mehr rausdrücken. Sie sind großartig, Sie sind stolz, Sie sind eine Frau. Also benehmen Sie sich auch wie eine.“
    „Ich brauche dich wirklich.“
    „Ich mein's ernst.“ Ich sah John finster an. „Nur weil ich Ihre Möpse zurechtrücke, heißt das noch lange nicht, dass ich irgendein romantisches Interesse an Ihnen hätte. Schließlich habe ich meine eigenen Möpse, wenn mir nach Grabschen zumute sein sollte. Und sollte mir nach mehr sein, hab ich meine bessere Hälfte.“ Okay, ich hatte mal eine bessere Hälfte gehabt ...
    ungefähr sechs

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