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0264 - Nachts, wenn der Wahnsinn kommt

0264 - Nachts, wenn der Wahnsinn kommt

Titel: 0264 - Nachts, wenn der Wahnsinn kommt
Autoren: Jason Dark
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auch auf seine Diener zu übertragen. Die Polizisten versuchten es. Jeder Kristall enthielt die Kraft des unheimlichen Gorgos!
    Sie fanden eine alte Lagerhalle als Versteck und erhitzten einen Teil der Kristalle, so daß sie flüssig wurden. Dann badeten sie in dieser magischen Flüssigkeit und den zu Gorgosen, den Kristallmenschen, die andere normale Menschen ebenfalls in ihren Bann ziehen konnten und sie zu den gleichen Monstren veränderten. Dies geschah mit Hilfe einer gläsernen Waffe, eines Stabs, der jedoch nur bei ihnen seine magische Kraft entfaltete und zerfiel, sobald die Kristall-Menschen ebenfalls vernichtet waren.
    Nun, wir hatten die vier »geschafft«. Mein Bumerang hatte sie zerstört.
    Uns war klar, daß wir einem Abenteuer entgegenflogen, wie es schlimmer kaum sein konnte, aber Suko und ich mußten und wollten den Vormarsch der Großen Alten stoppen, bevor er noch richtig begonnen hatte. Das war unser Ziel.
    Wir hatten von London aus bereits einige organisatorische Maßnahmen getroffen, gewisse Leute wußten Bescheid. Ich will nichts gegen die Kollegen auf Sizilien sagen, hoffte jedoch darauf, daß unsere Ankunft nicht bis an Mafia-Ohren gedrungen war.
    Der Flug war ruhig gewesen. Ziemlich früh am Morgen landeten wir in Palermo.
    Die Maschine flog noch eine Schleife. Unser Blick war wegen des klaren Himmels vorzüglich, und wir konnten weit über die Berge schauen, die sich südlich von Sizilien ausbreiteten und wahrscheinlich dieses urwüchsige Gelände waren, von dem die Polizisten gesprochen hatten.
    Da also mußten wir hin.
    In London war das Wetter noch kühl gewesen. Sogar Schnee hatte es gegeben. Sizilien jedoch zeigte sich von einer herrlichen Frühlingsseite.
    Der strahlend blaue Himmel tat ein übriges, um dieser Jahreszeit gerecht zu werden.
    Man konnte das Gefühl haben, in das Häusermeer von Palermo einzuschweben. Dann jedoch tauchte die Bahn auf, und der Metallvogel wurde sanft nach unten gedrückt, um auf die Landebahn mit seinen beiden großen Rädern zu federn.
    Uns rief man bereits auf, kaum daß wir die Maschine verlassen hatten.
    Erwartet wurden wir von einem Kommissar, der sich als Tonio Palazzo vorstellte, mir nur bis zu den Schultern reichte und einer sich immer in Bewegung befindenden Kugel glich.
    Er war ein Temperamentsbündel. Fehlte nur noch, daß er uns zur Begrüßung geküßt hätte.
    Zum Glück sprach er Englisch.
    »Ich habe erst zweimal mit Kollegen von dem berühmten Scotland Yard zu tun gehabt«, erklärte er uns und legte seine beiden Hände auf unsere Schultern.
    »Und?« fragte ich.
    »Beide sind tot. Begraben in unserer sizilianischen Erde«
    »Reizende Aussichten«, sagte Suko. »Ja, denke ich auch. Die Mafia, wissen Sie. Die englischen Kollegen lachten über sie. Danach lachte nur noch der Totengräber.«
    Ich war stehengeblieben, und die Hand des Kommissars rutschte von meiner Schulter. Bei dem Wort Mafia reagierte ich insofern allergisch, als daß ich dabei immer an meinen speziellen Freund Logan Costello dachte. »Sagen Sie mal, Meister, wer hat denn hier das große Sagen in Palermo?«
    »Oh, da gibt es viele. Der Bürgermeister, die Kirche, der…«
    »Die meine ich nicht. Sondern denjenigen, der tatsächlich die Geschäfte kontrolliert.«
    Der Kommissar verzog sein Gesicht. »Das ist Luigi Bergamo. Seit drei Monaten wenigstens. Sein Vorgänger ist erschossen worden.«
    »Und wie lange wird Bergamo leben?« wollte Suko wissen.
    »Das weiß niemand so genau. Aber deswegen sind. Sie ja nicht gekommen, oder doch?«
    »Nein, nein, Signore. Wir interessieren uns für andere Dinge.«
    »Und ich für einen Mokka. Möchten Sie auch einen?«
    »Gern.«
    »Gut, kommen Sie mit.«
    Wir steuerten ein kleines Café an. Durch die breiten Scheiben schauten wir auf das Rollfeld. Der Kommissar bestellte drei Mokka. Als wir den ersten Schluck getrunken hatten, lehnte sich der Kollege aus Palermo zurück, strahlte uns an und fragte: »So, nun mal raus mit der Sprache. Was wollen Sie auf unserer schönen Zitroneninsel?«
    »Sagt Ihnen der Begriff See im Stein etwas?«
    Tonio Palazzo ließ seine Mokkatasse los und wurde rot. Er versuchte zu lächeln. Es mißlang so sehr, daß wir über sein Gesicht lachen mußten.
    »Natürlich sagt mir der Name etwas«, antwortete er. »Aber man sollte die alten Geschichten ruhenlassen.«
    »Wieso?«
    Da Suko die Frage gestellt hatte, schaute Palazzo ihn an »Die Mafia ist schlimm, aber der See im Stein ist schlimmer, das können Sie mir

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