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0264 - Nachts, wenn der Wahnsinn kommt

0264 - Nachts, wenn der Wahnsinn kommt

Titel: 0264 - Nachts, wenn der Wahnsinn kommt
Autoren: Jason Dark
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gestoppt, und Costello bekam die Zeit, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen..
    Das hatte er bereits getan. Er wollte sie nur noch koordinieren. Zu diesem Zweck hatte er eine Konferenz seiner wichtigsten Männer einberufen, um mit ihnen zu beratschlagen, wie es in der nahen Zukunft weitergehen sollte.
    Jedenfalls mußten die entsprechenden Leute, die an den Quellen saßen, gewarnt werden. Aufgeben wollte Costello die von ihm bestochenen Beamten nicht. Wenn es auch sehr wenige waren, so hatte er dennoch viel Zeit und Mühe investiert, um sich diesen Ring aufzubauen.
    Seinen Mantel hielt er bereits in der Hand, als das Telefon schrillte. Es gab nicht viele, die seine Geheimnummer kannten. Wenn man ihn anrief, dann mußte es brennen.
    Costello hob ab.
    »Sind Sie es, Logan?«
    Die tiefe Baßstimme erkannte Costello sofort. Der andere brauchte nicht einmal seinen Namen zu nennen.
    »Ja, was gibt es?«
    »Etwas, das Sie interessieren könnte, Logan. Es haben sich neue Perspektiven ergeben.«
    »Geht es um den Staatsanwalt?«
    »Nein, um Ihren Busenfreund.«
    Costello wußte sofort, wer damit gemeint war. Unwillkürlich faßte er den Hörer fester. Sein graues Betongesicht versteinerte, die dunklen Augen bekamen einen lauernden Ausdruck. »Was ist mit Sinclair los?«
    »Er hat London verlassen.«
    »Das macht er öfter.«
    »Sicher.« Jetzt lachte der andere, was Costello schon aufregte. »Aber er fliegt sehr selten in Ihre alte Heimat, nach Sizilien. Verstehen Sie, Logan?«
    Erst glaubte der Mafioso, sich verhört zu haben. Dann aber ging die Sonne auf seinem Gesicht auf. Seine Augen begannen zu strahlen, er begann plötzlich zu kichern und flüsterte: »Sagen Sie das noch mal:«
    Sein Informant wiederholte.
    »Sie sind sich vollkommen sicher?«
    »Sicherer geht es nicht.«
    »Dann bedanke ich mich bei Ihnen.«
    »Keine Ursache, Logan. Meine Kontonummer kennen Sie ja.«
    »Natürlich. Ihre Information ist mir eine kleine Summe wert. Wir sehen uns mal.« Nach diesen Worten legte Costello auf. Rasch durchquerte er das Zimmer, schloß einen kleinen, aber sehr sicheren Wandsafe auf und holte ein Notizbüchlein hervor. Darin standen nur Zahlen. Wichtige Telefonnummern.
    Einige wenige von ihnen waren rot angestrichen. Da Costello zur Mafia gehörte und diese Organisation weltweite Beziehungen besaß, war es für Logan Costello kein Problem, die nötigen Schritte einzuleiten. Er wählte eine Nummer, die einem Mann gehörte, den er zu seinen »Verwandten« zählte und der ähnlich wie Costello in London in Sizilien wie ein König regierte.
    Sinclair würde sich wundern…
    ***
    Kreuze, wohin sie schaute!
    Weiß und unheimlich anzusehen, schoben sie sich aus dem Boden.
    Franca hatte diese Kreuze noch nie gesehen, nicht hier und auch nicht woanders. Sie konnte sich nicht erklären, wo sie hergekommen waren, denn normalerweise existierten sie gar nicht. Da gab es nur den Weg, der zum Tor führte, aber nicht dieses stumme, unheimliche Gräberfeld, das vor ihren Augen lag.
    Franca Mundi war nicht fähig, überhaupt noch den kleinen Finger zu rühren. Sie stand auf dem Treppenpodest und schaute auf die weißen Kreuze, die sich wie mahnende Finger in die Höhe reckten, als hätten sie eine unheimliche Botschaft zu verbreiten.
    Hinzu kam die Dunkelheit. Bläuliche Schatten lagen über dem Park an der Vorderseite. Sie verdichteten sich in der Nähe der Mauer, die zwischen dem Grundstück und der einzigen Straße entlangführte.
    Mondschein umschmeichelte die hellen Kreuze mit seinem fahlen Licht.
    Es sah gespenstisch aus.
    Franca hatte keine Erklärung für dieses Phänomen. Sie wußte nur eins: Ihre Angst war berechtigt gewesen. Sie mußte instinktiv gefühlt haben, daß diese Nacht ein Geheimnis freigeben wollte. Deshalb schliefen auch die anderen, nur sie nicht.
    Franca gab ihre Angst ehrlich zu. Sie wäre am liebsten zurückgelaufen und hätte sich unter ihrer Bettdecke verkrochen, aber das schaffte sie einfach nicht. Jemand schien ihren Willen zu beeinflussen. Er sorgte dafür, daß sie genau das tat, vor dem sie sich eigentlich so sehr fürchtete.
    Das Mädchen ging die ersten Schritte. Fast wie eine Ballettänzerin auf dem Seil, so vorsichtig bewegte sie sich auf die erste Stufe zu, erreichte sie, blieb stehen und mußte sich erst einen innerlichen Ruck geben, um mit ihrem rechten Fuß die nächste Stufe zu berühren. Sogar ihre Zehen zitterten, und sie preßte hart die Lippen aufeinander, damit ihre Zähne nicht aufeinanderschlugen und

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