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0212 - Herr der roten Hölle

0212 - Herr der roten Hölle

Titel: 0212 - Herr der roten Hölle
Autoren: Jason Dark
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dieser Stadt überhaupt auf sich hatte.
    Und diese Antworten sollte mir der Knochenmann geben, falls er reden konnte. Zudem dachte ich an den Herrn der roten Hölle, der sich jetzt im Besitz der Dämonenpeitsche befand.
    »Wo kann ich die rote Hölle finden?« fragte ich den Knöchernen und wartete auf Antwort.
    Das Skelett sagte nichts, aber es reagierte. Allerdings auf eine Weise, wie ich es nie für möglich gehalten hatte, so daß ich zu dem Ergebnis kam, daß es ferngesteuert sein mußte.
    In seinen sonst leeren oder nur mit Spinnen gefüllten Augenhöhlen glühte es rot auf. Es war kein festes Rot, sondern ein wallender rötlicher Nebel, der eine Szene in den beiden Augenhöhlen etwas verwischte, die sich irgendwo in einer anderen Dimension abspielen mußte.
    Vielleicht in der Leichenstadt?
    Wie kleine Monitore wirkten die Löcher in dem bläulich schimmernden Gesicht, und ich schaute geradewegs hinein.
    Wie gesagt, es war nicht sehr klar, was ich zu sehen bekam, aber ich konnte etwas erkennen.
    Eine Gestalt.
    Von rotem Nebel wurde sie umwallt, und der Nebel sah aus wie große Schleier aus Blut. Irgendwie erinnerte mich die Szenerie an das Reich des Spuks, denn auch dort herrschte der Nebel vor, aber hier besaß er eine andere Farbe.
    Mein Atem stockte, als sich die Gestalt aus den Schleiern hervorschälte und langsam näherschwebte.
    Schaurig war sie anzusehen. Im Hintergrund sah ich einen riesigen, rötlich schimmernden Totenkopf. Neben ihm wirkte die Gestalt direkt klein, ob sie sicherlich größer war als ich.
    Pechschwarzes Haar, eine braune Haut, die allerdings an den Armen seltsame Ringe besaß, die in die Haut drückten, so daß Fleisch überquoll. Ich wurde nicht schlau aus diesen Ringen, zudem kam die Gestalt nicht näher, so daß ich sie weiterhin nur durch den roten Nebelschleier sehen konnte.
    Etwas erkannte ich dennoch.
    In der rechten Hand hielt sie einen Gegenstand, der mir verflixt bekannt vorkam.
    Es war die Dämonenpeitsche!
    Nun war ich sicher, wer da vor mir stand.
    Der Herr der roten Hölle!
    Durch das Skelett, das für ihn eine Art Katalysator war, gestattete er mir einen Einblick in sein unheimliches Reich, in dem der Blutnebel wahre Urständ feierte und als langer Schleier den immensen Totenkopf umwallte.
    Dann wurde das Bild schwächer. Die Gestalt und der Nebel verschwanden, sie lösten sich auf, und auch die rote Farbe ging zurück. Dabei schien es, als würde sie von dem Schädel aufgesaugt. Das Schwarze trat wieder hervor, das man auch mit dem Wort Leere bei diesem Skelettschädel umschreiben konnte.
    Das Gesehene hatte mich fasziniert, so laß es eine Weile dauerte, bis ich mich wieder zurechtfand. Das Skelett jedoch hatte sich schneller erholt, und es griff mich an, wobei seine knöchernen Klauenhände meine Kehle suchten.
    Ich brauchte nicht einmal schnell zu sein. Bevor die Klauen noch zudrücken konnten, hatte ich sie bereits mit meinem Kreuz berührt. Der Unheimliche vor mir wurde durchgeschüttelt. Die Knochen begannen zu klappern, bevor sie weich und spröde wurden. Dabei nahmen sie einen grauen Farbton an, für mich ein Zeichen des Verfalls.
    Das knöcherne Gestell sackte ineinander. Die Beine konnten das Gewicht nicht mehr tragen, und noch in der Luft wurde es zu Staub, wie auch die Spinnen, die noch bis zuletzt in seinen Augenhöhlen genistet hatten.
    Die drei Diener gab es nicht mehr. Wir hatten einen kleinen Sieg errungen. Ich sage hier bewußt kleinen, denn die Dämonenpeitsche, eine ungemein wichtige Waffe, hatten wir verloren.
    Etwa fünfzehn Sekunden blieb ich stehen und dachte über das eben Erlebte nach, bis ich Will Mallmanns Stimme vernahm.
    »John, was ist mit dir? Alles klar?«
    Ich drehte mich langsam herum.
    Der Kommissar saß auf der Mauerkrone und schaute mir entgegen. Ich hob die Hand, damit er verstand, und ging selbst auf die Mauer zu.
    Will reichte mir seinen Arm. Ich umfaßte das Gelenk des Freundes und ließ mir hoch helfen.
    Suko wartete auf der anderen Seite.
    Als ich neben ihm stand, bemerkte ich, daß er ziemlich ramponiert war. Über sein Gesicht lief Blut. Er hatte eine kleine Rißwunde an der Stirn und preßte sein Taschentuch dagegen.
    »Alles in Ordnung?« erkundigte ich mich.
    »Soweit ja. Nur die Peitsche.«
    »Das ist eine Schande.«
    »Können wir sie zurückholen?«
    Ich hob die Schultern und berichtete, was ich in den Augenhöhlen des Skeletts gesehen hatte.
    »Dann hat sie also der Herr der roten Hölle«, murmelte Suko. »Aber wie

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