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017 - Das Fest auf dem Teufelshügel

017 - Das Fest auf dem Teufelshügel

Titel: 017 - Das Fest auf dem Teufelshügel
Autoren: Dämonenkiller
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Dunkle Wolken rasten über den Himmel und verdeckten den durchscheinenden Mond. Es schien, als wollte eine unsichtbare Kraft verhindern, daß es hell wurde. Eine gespenstische Stille hing über der Moorlandschaft, und überall stiegen Dampfwolken auf. Den Polizisten war kalt; sie fühlten sich immer unbehaglicher, je näher sie dem Schloß auf dem Teufelshügel kamen.
    Dorian Hunter hob das Fernglas. Das Schloß schien ausgestorben zu sein, doch mit jedem Schritt wurde die unbestimmbare Drohung stärker. Kein Licht war zu sehen. Die Umrisse der unzähligen Türme und Gebäude, die sich hinter den hohen Ringmauern erhoben, wiesen wie eine anklagende Hand in den schmutziggrauen Himmel.
    »Das Schloß scheint unbewohnt zu sein«, sagte Trevor Sullivan, der neben Hunter stehenblieb.
    »Nach unseren Informationen muß sich Coco darin aufhalten«, sagte der Dämonenkiller. »Und sie ist nicht allein.«
    Er setzte das Glas ab und blickte sich um. Mehr als zwanzig Polizisten waren an der Aktion beteiligt. Ihnen war mitgeteilt worden, daß sie auf der Suche nach einem entflohenen Sexualverbrecher seien, der sich im Schloß versteckt hielte.
    »Hoffentlich stimmen die Angaben«, seufzte der Observator Inquisitor, wie Trevor Sullivan genannt wurde. »Sonst haben wir das ganze Spektakel für …«
    »Die Information stimmt, O. I.«, sagte Hunter entschieden. »Und wir werden Coco aus dem Schloß herausholen.«
    »Ich frage mich, weshalb Coco in diese gottverlassene Gegend gefahren ist – und was sie hier wohl will?«
    Der Dämonenkiller gab keine Antwort. Er ahnte den Grund für Cocos Aufenthalt, und er hatte Angst, daß er zu spät gekommen war. Er stellte den Kragen seiner Jacke auf. Es regnete leicht, und der Wind zerrte an seinem nackenlangen Haar.
    Das Schloß war ein Anachronismus. Es mußte von einem Verrückten gebaut worden sein. Und was es besonders unheimlich erscheinen ließ: Es stand auf einem Hügel inmitten einer Moorlandschaft.
    Plötzlich blieb der Dämonenkiller stehen. »Die Zugbrücke wird heruntergelassen.«
    Die Brücke senkte sich langsam und krachte auf die Zugangsstraße.
    »Stehenbleiben!« rief der O. I., und die Polizisten folgten. Die meisten waren mit modernen Schnellfeuergewehren ausgerüstet, zwei trugen Maschinenpistolen.
    Im diffusen Licht erkannte Dorian eine riesige Gestalt, die blitzschnell über die Brücke rannte. Er hob das Glas und drehte an der Feineinstellung. Der Anblick des Mannes war furchteinflößend. Er war gut und gern zwei Meter groß und hatte gewaltige Schultern und riesige Fäuste. Sein Gesicht wirkte leblos; ein verschwommener weißer Fleck. Auf den Armen trug er eine nackte Frau. Eine Hand lag in ihren Kniekehlen, die andere stützte ihren Nacken. Das pechschwarze Haar der Frau hing zu Boden; den Kopf hatte sie verdreht. Hunter konnte ihr Gesicht nicht sehen, aber den Körper mit den üppigen Brüsten kannte er. Es war Coco, die der unheimliche Mann trug.
    »Nicht schießen!« brüllte der Dämonenkiller.
    Der Unheimliche rannte einige Meter die schmale Straße entlang, dann wandte er sich nach rechts.
    »Zwei Männer zu mir!« rief Hunter und wandte sich dem O. I. zu. »Ich folge dem Mann, und Sie stürmen in der Zwischenzeit das Schloß.«
    Der O. I. nickte. Zwei Polizisten folgten dem Dämonenkiller, der keuchend den Hügel hochlief. Der unheimliche Mann, der Coco trug, war mindestens dreihundert Meter entfernt. Er schlug einen Bogen und verschwand hinter einer Baumgruppe. Dahinter erstreckte sich das Moor.
    »Wir müssen vorsichtig sein, Sir«, sagte einer der Polizisten. Er atmete schwer. »Das Moor ist heimtückisch.«
    Hunter nickte. Vor den Eichen blieb er stehen und starrte über die Moorlandschaft. Von dem Unheimlichen und Coco war nichts mehr zu sehen. Der Boden war trügerisch. Überall standen Wasserlachen, und bei jedem Schritt versank man bis zu den Knöcheln im Morast. Der Himmel änderte langsam die Farbe. Er war jetzt hellgrau; bizarr geformte Wolken schoben sich vor die tiefstehende Sonne. Es war eine unwirkliche Landschaft, wie auf einem fremden Planeten, schoß es Hunter durch den Kopf.
    Sie kamen nur langsam vorwärts. Einige Krähen kreisten über ihnen und stießen klagende Laute aus. Der Wind trug ihnen einen fauligen Geruch entgegen.
    »Lassen Sie mich vorgehen, Sir!« sagte einer der Polizisten. »Ich bin im Moor aufgewachsen.«
    Hunter blieb stehen, und der Polizist ging voraus. Nachdem sie hundert Meter zurückgelegt hatten, sahen sie den

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