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0158 - Die Geißel der Galaxis

Titel: 0158 - Die Geißel der Galaxis
Autoren: Unbekannt
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ausgesehen haben? Ich war zu hoch, um das feststellen zu können. Die Bäume waren eben kahlgefressen - na und? Wir haben doch schon darüber gesprochen.
    Amazon ist erst seit acht Monaten bekannt. Solange kann die Ausschlupfzeit gedauert haben. Die Insekten haben eben unter der Oberfläche gelebt, darum bemerkten wir sie nicht. Jetzt fressen sie sich satt. Es ist ja wohl genug Wald da, oder?"
    „Haben Sie vielleicht zufällig gemerkt, daß die kahlgefressene Fläche wie eine Kruste schimmerte, Leutnant?"
    „Was sagen Sie? Schimmern? Ja, das tat sie wirklich. So als ob es an dem Tag geregnet hätte und die Sonne schien darauf. Aber es hatte seit Tagen nicht geregnet."
    Bendix setzte sich. Er schaute Leutnant Gomez beunruhigt an.
    „Dann kann kein Zweifel daran bestehen. Das sind keine Insekten, sondern Hornschrecken."
    „Diese Zellteiler?" Gomez sprang auf. „Wie sollten die hierherkommen? Die waren doch vorher auch nicht da?"
    „Ich konnte nur Bruchstücke der Meldungen auffangen, weil unsere Reichweite zu gering ist. Aber das, was ich hörte, reicht mir. Wenn es auf Amazon Hornschrecken gibt, sind wir verloren. Hätten wir wenigstens den Gleiter."
    „Bald kommt ein Schiff ..."
    „Ja, aber wann?" Bendix stand auch wieder auf und sah in die Ebene hinab. Unverändert war dort das grüne Dach des Waldes. Es reichte bis zum Horizont. Mitten hindurch schlängelte sich der Flußlauf. Am Horizont ragten blaue Berggipfel bis in den Himmel hinein. „Es könnte dann zu spät sein."
    Gilmore war neben Gomez getreten.
    „Ich habe so ein komisches Gefühl, Sir. Hören Sie nichts?"
    Gomez lauschte und schüttelte den Kopf.
    „Nein, was sollte ich hören? Der Wind..."
    „Das ist nicht der Wind, Sir." Gilmore drehte sich langsam um und sah in Richtung des Berggipfels. Die Unterkunftshütte stand dicht darunter, durch überhängende Felsen geschützt. „Es hört sich an wie Wind, der durch die Schluchten streift. Aber - es weht ja überhaupt kein Wind. Und hier auf dem Plateau würden wir ihn zuerst spüren."
    Sie lauschten nun alle drei. In der Luft war ein Flüstern, ein feines Rauschen wie von zarten Blättern, die ein Windhauch bewegt.
    Aber hier oben gab es keine Blätter, und es wehte auch kein Wind.
    Bendix ging in Richtung des Gipfels davon.
    „Ich werde mir die andere Seite ansehen", sagte er über die Schulter zurück zu den beiden Männern.
    „Solange die Ebene ringsum frei ist, sind wir hier auf dem Berg sicher."
    Aus Gründen der Sicherheit stand der Energiespeicher nicht in unmittelbarer Nähe der Unterkunft, sondern etwa hundert Meter ostwärts in einer kleinen Höhle. Der Weg zu ihm führte bergan, und direkt hinter der Höhle fiel das Gelände steil in die Ebene hinab. Der eigentliche Gipfel lag rechts.
    Bendix wußte selbst nicht, warum er bei der Unterkunft haltmachte, einen Augenblick zögerte und dann seinen Handstrahler holte. Sie hatten die Waffen auf Amazon noch nie benötigt, denn es gab keine natürlichen Feinde auf dieser Welt. Er überprüfte das Magazin, dann schob er den Strahler hinter seinen Gürtel.
    Der Pfad war schmal und steinig. Auf halbem Weg drehte sich Bendix noch einmal um. Er sah Leutnant Gomez und Sergeant Gilmore am alten Fleck beim Bach stehen. Er winkte ihnen zu und schritt weiter.
    Kurz vor der Höhle mit dem Speicher schwenkte er rechts ab und kletterte über Felsvorsprünge und schmale Grate zum Gipfel empor.
    Als er oben anlangte, bot sich seinen Augen ein Bild des Grauens. Es war genauso, wie Gomez es beschrieben hatte. Die Ebene war anders geworden.
    Es gab keinen Urwald mehr. Statt der Bäume bedeckte eine schimmernde Kruste den Boden.
    Vor der Kruste war ein riesiger Teppich aus Millionen kleiner Lebewesen, die violett gefärbt und etwa zwölf Zentimeter lang waren. Sie bewegten sich kriechend oder springend auf den Berggipfel zu. Die ersten waren keine hundert Meter mehr entfernt.
    Bendix war entsetzt. Seine Kehle war wie ausgetrocknet, und er brachte keinen Laut hervor.
    Es waren die Hornsc hrecken, daran konnte kein Zweifel bestehen. Die knappe Beschreibung, die er von der Basis erhalten hatte, genügte. Ein Irrtum war ausgeschlossen. Sie waren nicht von Westen, sondern von Osten gekommen. Wahrscheinlich war der Berg sogar eingeschlossen.
    Es gab keine Rettung, wenn das Schiff nicht innerhalb der nächsten halben Stunde kam. Bendix wußte nicht genau, wie schnell das Heer der Hornschrecken wanderte, aber jetzt, nach wenigen Minuten, betrug die Entfernung bis zu

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