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003 - Die schwarze Rose

003 - Die schwarze Rose

Titel: 003 - Die schwarze Rose
Autoren: Dara Joy
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DIE SCHWARZE ROSE
    Voller Freude eilt John, Lord Sexton, im Sommer 1794 zum Landsitz von Chloe Heart, seiner Jugendgefährtin, um sie nach ihrer Amerikareise wieder in die Arme zu schließen. Begeistert entdeckt er, dass das scheue junge Mädchen eine verlockende Frau geworden ist. Chloe genießt seine Bewunderung. Kühn macht sie ihm einen Heiratsantrag und bittet ihn, sie in der Liebeskunst zu unterweisen. John, der als notorischer Frauenheld den Spitznamen „Lord Sex" hat, ist sprachlos. Doch dann findet er die Vorstellung, Chloe zu verführen, prickelnd und erregend. Dass ihre Ehe nicht nur ein Spiel ist, und dass sie mehr für einander empfinden als pure Lust, wagen sie sich noch nicht zu gestehen. Nach ihren Flitterwochen kommen überraschend Gäste auf dem Schloss an. Es sind Adelige, denen die Flucht aus dem revolutionären Frankreich gelungen ist. Nur einem verdanken sie ihre Rettung: dem Unbekannten, der den Namen „Schwarze Rose" trägt. Wer ist der mysteriöse Fremde? Ist er einer der Gäste? Bald denken John und Chloe an nichts anderes mehr, als das Geheimnis dieses Abenteurers zu lüften ...
    PROLOG
    England 1794
    Hätte die Verführung einen Namen, würde sie Lord John heißen. Zumindest fand das die Frau, mit der er sich derzeit amüsierte.
    Er war umwerfend.
    Heiße Nächte, zerwühlte Laken.
    Der Mann war ein Schwerenöter, ein Wüstling, ein Schurke mit goldblondem Haar und grünen Augen, ein einsfünfundachtzig großer Ausbund von interessanten Versuchungen.
    Mit ihrer Meinung stand die Frau nicht allein da.
    Viele andere hochzufriedene Damen aus den besten Gesellschaftskreisen würden ihr zustimmen. Und alle, die Viscount Sextons extravagantes Bett geteilt hatten, schätzten sich glücklich. Die Begeisterung des schönen Geschlechts hatte zum Spitznamen des allseits begehrten Aristokraten geführt - Lord Sex.
    In diesem Namen vereinte sich alles, was die Frauen faszinierte - sein ungewöhnlich gutes Aussehen, seine verblüffenden Liebeskünste, sein sprühender Charme, sein messerscharfer Verstand und sein boshafter Humor.
    Nicht, dass sich die Frau in diesem Augenblick für die letztgenannten Eigenschaften interessiert hätte.
    Während sich die Lady und Seine Lordschaft enthusiastisch auf den seidenen Laken des orientalischen Lackbetts umherwälzten, klopfte es an der Tür des Boudoirs. Die Behauptung, der Zeitpunkt dieser Störung sei schlecht gewählt, wäre genauso albern gewesen wie die Bemerkung, Lady Havertams unverheiratete Nichte sei nur ein bisschen schwanger.
    „Mylady, eine wichtige Nachricht für den Viscount!" Die gedämpfte Stimme des Butlers drang nur undeutlich zum Bett.
    Lord John zögerte, und die Lady bat ihn atemlos, die Mitteilung zu ignorieren und seine Aktivitäten fortzusetzen. Diesen Wunsch unterstrich sie mit einer verführerischen Bewegung ihrer Hüften, und das genügte ihrem Liebhaber. Sein Kopf sank auf ihren Busen hinab. Eifrig nahm er seine betörende, nur kurzfristig unterbrochene Tätigkeit wieder auf.
    Aber der Butler, ein unerschütterlicher englischer Dienstbote, klopfte hartnäckig an die Tür und rief nach dem widerspenstigen Viscount. Als John erneut innehielt, stieß die Lady einen gellenden Wutschrei aus, der ihn einigermaßen überraschte, und er befahl dem Diener, augenblicklich zu verschwinden.
    Gleich darauf wurde ihr bewusst, wie unangenehm ihre Stimme geklungen haben musste, und sie lächelte kokett. „Achte nicht auf ihn, Johnnie!" flehte sie den attraktiven Mann an, der sie indigniert musterte.
    Während er über die Situation nachdachte, spiegelte sich das Kerzenlicht in einem kleinen Amulett, das an seiner goldenen Halskette hing. Es war ein seltsamer Glücksbringer - eine winzige goldene Möhre. Nach der Bedeutung dieses Schmucks hatten sich schon viele Damen erkundigt. Aber Seine Lordschaft gab das Geheimnis nicht preis. Man vermutete, in der mysteriösen Möhre müsste irgendein witziger Sinn stecken - stets verlockend, immer außer Reichweite.
    Was das Amulett auch bedeuten mochte, es war berühmt geworden. Mehrere Damen hatten scherzhaft behauptet, es sei sein Wappen. Mit einem rätselhaften Lächeln pflegte er zu erwidern: „In der Tat." Und wann immer eine Frau das Schmuckstück berührte, schob er ihre Hand sanft beiseite.
    Nun warf er sein dichtes langes Haar in den Nacken und entblößte spöttisch lächelnd seine regelmäßigen schneeweißen Zähne. „Er wird sich wohl kaum entfernen, Jessymyn. Lass mich herausfinden, was er

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